{"id":6107,"date":"2013-04-08T00:00:00","date_gmt":"2013-04-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6107\/bye-bye-biene-sofortmassnahmen-zum-schutz-der-bienen-dringend-erforderlich\/"},"modified":"2019-05-30T07:17:50","modified_gmt":"2019-05-30T05:17:50","slug":"bye-bye-biene-sofortmassnahmen-zum-schutz-der-bienen-dringend-erforderlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6107\/bye-bye-biene-sofortmassnahmen-zum-schutz-der-bienen-dringend-erforderlich\/","title":{"rendered":"Bye Bye Biene? &#8211; Sofortmassnahmen zum Schutz der Bienen dringend erforderlich"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 9. April 2013. Bienen sind weltweit die \u00fcberwiegende und wirtschaftlich bedeutsamste Gruppe der Best\u00e4uber. Seit einigen Jahren nehmen bewirtschaftete Honigbienenv\u00f6lker zunehmend Schaden. Die Verluste sind besorgniserregend. In den vergangenen Wintern lag die Sterberate bei Honigbienenv\u00f6lkern in Europa bei bis zu 53 Prozent. Eine neue Greenpeace-Studie gibt einen aktuellen \u00dcberblick zur wissenschaftlichen Datenlage und zeigt: Ein sofortiges Verbot der giftigsten Insektizide ist ein wichtiger und effizienter Schritt zum Schutz der Bienen.<\/b><\/p>\n<div>\n<div>\n<p>Die Greenpeace-Studie \u00abBye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken f\u00fcr die Landwirtschaft in Europa\u00bb macht klar: Ohne Insektenbest\u00e4ubung m\u00fcsste etwa ein Drittel der Nutzpflanzen, die wir f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung brauchen, anders best\u00e4ubt werden \u2013 mit potenziell massiven Ernteeinbussen. Bis zu 75\u00a0Prozent unserer Kulturpflanzen w\u00e4ren von einem Produktivit\u00e4tsr\u00fcckgang betroffen. Die nahrhaftesten und beliebtesten Nutzpflanzen auf unserem Speiseplan \u2013 viele wichtige Obst- und Gem\u00fcsesorten \u2013 sowie einige Futterpflanzen f\u00fcr die Fleisch- und Milchproduktion w\u00fcrden durch einen weiteren R\u00fcckgang der Insektenbest\u00e4uber arg in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngsten Sch\u00e4tzung zufolge liegt der globale wirtschaftliche Nutzen der Best\u00e4ubung bei 265\u00a0Milliarden Euro, was dem Wert der Kulturpflanzen entspricht, die auf nat\u00fcrliche Best\u00e4ubung angewiesen sind. Nicht nur die Kulturpflanzen sind betroffen: Bis zu 90\u00a0Prozent aller Wildpflanzen sind f\u00fcr ihre Fortpflanzung auf Tierbest\u00e4ubung angewiesen. Dieser Wert kann kaum beziffert werden.<\/p>\n<p>Honig- und Wildbienen sind in den meisten geografischen Regionen die \u00fcberwiegende und wirtschaftlich bedeutsamste Gruppe der Best\u00e4uber. Seit einigen Jahren jedoch nehmen bewirtschaftete Honigbienenv\u00f6lker zunehmend Schaden. Der weltweite R\u00fcckgang von Bienenpopulationen ist multifaktoriell: Die wichtigsten Faktoren stehen im Zusammenhang mit Krankheiten und Parasiten und sind zudem auf den Klimawandel, aber auch weitverbreitete industrielle Agrarpraktiken zur\u00fcckzuf\u00fchren, die viele Aspekte im Lebenszyklus der Biene negativ beeinflussen.<\/p>\n<p>Die Greenpeace-Studie macht deutlich: Eine grosse direkte Gefahr f\u00fcr die Bienen geht von bestimmten Insektiziden aus, den so genannten Neonicotinoiden und weiteren giftigen Substanzen. Die konventionelle Landwirtschaft setzt diese Nervengifte der Agrokonzerne Syngenta oder Bayer weltweit zur Saatgutbeizung ein oder spritzt sie direkt auf die Kulturpflanze. Schon eine geringe Dosierung kann bei Bienen zu Flug- und Navigationsproblemen f\u00fchren, die Fortpflanzungsf\u00e4higkeit sowie die F\u00e4higkeit zur effizienten Nahrungssuche reduzieren. In der Kombination mit einer artenarmen Umwelt wirken sie sich negativ auf die Widerstandsf\u00e4higkeit von Bienen aus, was diese wiederum anf\u00e4lliger f\u00fcr Krankheiten und Parasiten wie die Varroa-Milbe machen kann.<\/p>\n<p>\u00abDas Verschwinden der Bienen ist ein Symptom einer fehlgeleiteten Landwirtschaft, die intensiv Chemikalien einsetzt und die Artenvielfalt reduziert\u00bb, sagte Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz. \u00abDavon profitieren in erster Linie m\u00e4chtige Konzerne wie der Schweizer Konzern Syngenta oder Bayer, die alles versuchen, um ein Verbot ihrer bienensch\u00e4dlichen Insektizide zu verhindern. Die einzige zukunftstaugliche L\u00f6sung ist ein Paradigmenwechsel hin zu einer \u00f6kologischen Landwirtschaft.Ein Verbot bienensch\u00e4dlicher Chemikalien aus der Landwirtschaft ist ein wesentlicher und vor allem wirksamer erster Schritt zum Schutz der Gesundheit von Honig- und Wildbienen.\u00bb<\/p>\n<p>Greenpeace fordert Landwirtschaftsminister Schneider-Ammann zu einem Verbot s\u00e4mtlicher bienensch\u00e4dlicher Insektizide in der Schweiz auf. Zudem ist eine klar definierte nationale Strategie zur Reduktion des Einsatzes von Pestiziden notwendig sowie eine konsequente F\u00f6rderung des biologischen Anbaus und einer optimierten integrierten Produktion. Im Februar hatte Greenpeace zusammen mit Imkern aus der ganzen Schweiz den Beh\u00f6rden in Bern eine Petition zum Schutz der Bienen \u00fcberreicht. Darin unterst\u00fctzen \u00fcber 80\u2019000 Menschen die Forderungen der Umweltorganisation.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen sowie die Studie (mit Zusammenfassung) finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/\">www.greenpeace.ch<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.bienensterben.ch\/\">www.bienensterben.ch<\/a> oder bei Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschafts-Kampagne Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 32, Yves Zenger, Mediensprecher Biodiversit\u00e4t Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 56<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 9. April 2013. Bienen sind weltweit die \u00fcberwiegende und wirtschaftlich bedeutsamste Gruppe der Best\u00e4uber. Seit einigen Jahren nehmen bewirtschaftete Honigbienenv\u00f6lker zunehmend Schaden. Die Verluste sind besorgniserregend. 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