{"id":6117,"date":"2013-02-14T00:00:00","date_gmt":"2013-02-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6117\/bundesverwaltungsgericht-ruegt-das-ensi-anwohner-muessen-ernst-genommen-werden\/"},"modified":"2019-05-30T07:18:06","modified_gmt":"2019-05-30T05:18:06","slug":"bundesverwaltungsgericht-ruegt-das-ensi-anwohner-muessen-ernst-genommen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6117\/bundesverwaltungsgericht-ruegt-das-ensi-anwohner-muessen-ernst-genommen-werden\/","title":{"rendered":"Bundesverwaltungsgericht r\u00fcgt das ENSI: Anwohner m\u00fcssen ernst genommen werden"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Bundesverwaltungsgericht hat mit dem heute publizierten Urteil das Eidgen\u00f6ssische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI ger\u00fcgt. Das ENSI verweigerte zwei Anwohnern der Alarmzonen 1 und 2 eine inhaltliche Auseinandersetzung mit einer kritischen Eingabe, welche sicherheitsrelevante Handlungen der Atomaufsicht in Zweifel zog. Das Gericht entschied nun, dass das ENSI den Anwohnern den n\u00f6tigen Rechtsschutz zu Unrecht verweigerte und die kritischen Punkte \u00fcberpr\u00fcfen muss. Die Beschwerdef\u00fchrer und Greenpeace Schweiz, welches das rechtliche Vorgehen unterst\u00fctzt hat, sind erfreut \u00fcber den aussergew\u00f6hnlich raschen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Nach der Atomkatastrophe in Fukushima musste die Sicherheit der Schweizer Atomkraftwerke<br \/> \u00fcberpr\u00fcft werden. Der Nachweis, dass Atomkraftwerke ein Hochwasser oder Erdbeben ohne<br \/> sch\u00e4digende Freisetzung von radioaktiven Stoffen \u00fcberstehen k\u00f6nnen, unterliegt<br \/> gesetzlichen Vorschriften nach internationalen Sicherheitsprinzipien. Diese Vorschriften<br \/> wurden vom ENSI im Fall M\u00fchleberg nicht beachtet, rechnete es doch den Einsatz von<br \/> mobilen Feuerwehrpumpen dem Sicherheitsnachweis an. Dank diesem Verstoss konnte das<br \/> ENSI dem Berner AKW gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Weiterbetrieb geben.<\/p>\n<p> Nach einem Briefwechsel ersuchten zwei Anwohner der Alarmzonen 1 und 2 das ENSI im<br \/> M\u00e4rz rechtsverbindlich um Korrektur. Vergeblich &#8211; nach mehr als sechs Monaten langem<br \/> Hinhalten beschied das ENSI den Anwohnern, es trete nicht auf ihr Gesuch ein und<br \/> erkl\u00e4rte sie als nicht legitimiert. Die Anwohner reichten darauf Beschwerde beim<br \/> Bundesverwaltungsgericht ein.<\/p>\n<p> Das Bundesverwaltungsgericht korrigierte nun das ENSI. Nur einen Monat nach Abschluss<br \/> des Schriftenwechsels hat es ihre Beschwerde gutgeheissen. Den teilweise weit<br \/> hergeholten Konstruktionen, mit denen das ENSI die Nichtbehandlung ihres Gesuchs<br \/> begr\u00fcndete, erteilt das Gericht auf der ganzen Linie eine Absage.<\/p>\n<p> \u201cDas Bundesverwaltungsgericht stellt klar, dass die bisherige Legitimationspraxis<br \/> der kernenergierechtlichen Bewilligungsverfahren auch f\u00fcr den Rechtschutz der<br \/> Anwohner im Zusammenhang mit der Aufsichtst\u00e4tigkeit des ENSI gilt\u201d, stellt Martin<br \/> Pestalozzi, Anwalt der Beschwerdef\u00fchrer, fest. Das ENSI habe sich also zu Unrecht<br \/> geweigert, die Kritik an der Anrechnung der mobilen Pumpen f\u00fcr den Sicherheitsnachweis<br \/> zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p> \u201eAngesichts der Tragweite der thematisierten Sicherheitsfragen ist es bedenklich,<br \/> dass die daf\u00fcr zust\u00e4ndige staatliche Aufsichtsbeh\u00f6rde auf eine juristisch fragw\u00fcrdige<br \/> Weise versuchte, sich nicht inhaltlich mit dieser Kritik auseinandersetzen zu m\u00fcssen\u201c,<br \/> sagt Markus K\u00fchni, einer der Kl\u00e4ger. \u201eWir sind froh, dass das Bundesverwaltungsgericht<br \/> jetzt f\u00fcr uns entschied und Anwohnern das Recht gew\u00e4hrt wird, umstrittene sicherheitstechnisch<br \/> relevante Handlungen der Aufsichtsbeh\u00f6rde anzufechten\u201c.<\/p>\n<p> Zwar hat das ENSI das Recht, seinen Nichteintretensentscheid bis vor Bundesgericht<br \/> zu verteidigen. \u201eDies w\u00e4re ein falsches Zeichen\u201c, sagt Florian Kasser Atomcampaigner<br \/> von Greenpeace Schweiz. Prim\u00e4re Aufgabe sei endlich die l\u00e4ngst f\u00e4llige Antwort auf ein<br \/> Sicherheitsproblem zu liefern und nicht weiter auf Verz\u00f6gerungstaktik zu machen.<br \/> &#171;Andernfalls w\u00fcrde das ENSI den Verdacht noch verst\u00e4rken, dass ihm die sachlichen<br \/> Argumente fehlen\u201c, sagt Kasser.<\/p>\n<p><a title=\"BvGer Urteil\" href=\"http:\/\/www.bvger.ch\/medien\/medienmitteilungen\/00704\/index.html?lang=de&amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdXx_e2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&gt;&gt; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts &lt;&lt;<\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Markus K\u00fchni, Beschwerdef\u00fchrer, Telefon 079 294 03 31<\/li>\n<li>Rainer Burki, Beschwerdef\u00fchrer, Telefon 079 369 23 21<\/li>\n<li>Florian Kasser, Atomcampaigner, Greenpeace Schweiz, Telefon 076 345 26 55<\/li>\n<li>Martin Pestalozzi, Rechtsanwalt, Telefon 055 251 59 53 oder 055 251 59 59<\/li>\n<\/ul>\n<p><a title=\"mehr info auf energisch.ch\" href=\"http:\/\/www.energisch.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weitere Informationen<\/a> werden im Laufe des Tages aufgeschaltet.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesverwaltungsgericht hat mit dem heute publizierten Urteil das Eidgen\u00f6ssische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI ger\u00fcgt. Das ENSI verweigerte zwei Anwohnern der Alarmzonen 1 und 2 eine inhaltliche Auseinandersetzung mit einer kritischen Eingabe,&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-6117","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6117"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6117\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6117"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=6117"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=6117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}