{"id":6134,"date":"2013-02-27T00:00:00","date_gmt":"2013-02-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6134\/petition-eingereicht-80103-unterschriften-fuer-den-schutz-der-bienen\/"},"modified":"2019-05-30T07:18:28","modified_gmt":"2019-05-30T05:18:28","slug":"petition-eingereicht-80103-unterschriften-fuer-den-schutz-der-bienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6134\/petition-eingereicht-80103-unterschriften-fuer-den-schutz-der-bienen\/","title":{"rendered":"Petition eingereicht: 80\u2019103 Unterschriften f\u00fcr den Schutz der Bienen"},"content":{"rendered":"<p><b>Bern, 28. Februar 2013. Zusammen mit Imkern hat Greenpeace Schweiz heute den Beh\u00f6rden in Bern eine Petition zum Schutz der Bienen \u00fcberreicht. Darin fordern 80\u2019103 Menschen einen sofortigen Einsatzstopp von bienensch\u00e4dlichen Pestiziden in der Landwirtschaft. Die Unterschriften kamen in nur einem Jahr zustande.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Imker haben heute zusammen mit Aktivistinnen und Vertretern von Greenpeace Schweiz vor dem Bundeshaus Bienenk\u00e4sten deponiert. Darin befanden sich ein Brief an Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Vorsteher des Bundesamtes f\u00fcr Landwirtschaft, sowie die seit Februar 2012 gesammelten Unterschriften besorgter B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger f\u00fcr sofortige Massnahmen gegen bienensch\u00e4dliche Pestizide 1).<\/p>\n<p>Im Januar 2013 hatte die EU-Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) mitgeteilt, dass die Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam der Gruppe der Neonicotinoide eine Gefahr f\u00fcr Honig- und Wildbienen darstellen. Neonicotinoide sind Nervengifte der Agrokonzerne Syngenta oder Bayer und werden zur Saatgutbeizung eingesetzt oder direkt auf die Kulturpflanze gespritzt. Sie sind um ein Hundertfaches giftiger als andere Insektizide. Diverse Studien belegen, dass schon eine geringe Dosierung bei Bienen zu Flug- und Navigationsproblemen f\u00fchren, die Fortpflanzungsf\u00e4higkeit sowie die F\u00e4higkeit f\u00fcr eine effiziente Nahrungssuche reduzieren. Es wird vermutet, dass Neonicotinoide sich in der Kombination mit einer artenarmen Umwelt negativ auf die Widerstandsf\u00e4higkeit von Bienen auswirken.<\/p>\n<p>In der EU wird demn\u00e4chst \u00fcber ein partielles Verbot von Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam abgestimmt. W\u00e4hrend auf EU-\u00c4ckern schon bald bienenfreundlicher produziert werden k\u00f6nnte, sind diese Produkte in der Schweiz noch immer zugelassen. Gebeizt sind laut Bundesrat in der Schweiz praktisch 100 Prozent des Rapssaatguts, 95 Prozent der Zuckerr\u00fcben, 5-10 Prozent des Maissaatguts und viele Gem\u00fcsesorten mit Neonicotinoiden. Kulturen werden auch damit bespritzt. In Deutschland, Italien, Slowenien und Frankreich sind diese Mittel teilweise verboten.<\/p>\n<p>Es herrscht dringender Handlungsbedarf: Vor allem Imker aus Europa und Nordamerika vermelden seit den sp\u00e4ten 1990er-Jahren ungew\u00f6hnliche hohe Verluste von Bienenv\u00f6lkern. Stark davon betroffen sind mittel- und s\u00fcdeurop\u00e4ische L\u00e4nder \u2013 auch die Schweiz mit einem 50-prozentigen V\u00f6lkerverlust im letzten Winter.<\/p>\n<p>Wenn Bienen als Best\u00e4uber ausfallen, schadet dies nicht nur der Umwelt, sondern auch der Nahrungsmittelproduktion. Der volkswirtschaftliche Wert der von Bienen erbrachten Best\u00e4uberleistung wird j\u00e4hrlich mit rund 260 Mio. CHF veranschlagt. Diese wertvolle Best\u00e4ubungsarbeit muss auch in Zukunft gew\u00e4hrleistet sein.<\/p>\n<p>Die Hauptursachen f\u00fcr das Bienensterben sind Parasiten, schwindende artenreiche Lebensr\u00e4ume und ein entsprechend monotoneres Nahrungsangebot, die bei Honigbienen schmale genetische Basis, aber eben auch die chemieintensive Landwirtschaft. Der Einsatzstopp von bienensch\u00e4dlichen Insektiziden ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Bienen, der sofort umsetzbar ist.<\/p>\n<p>\u00abDas Verschwinden der Bienen ist ein Symptom einer fehlgeleiteten Landwirtschaft, die intensiv Chemikalien einsetzt und die Artenvielfalt reduziert\u00bb, sagte Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz. \u00abDavon profitieren in erster Linie m\u00e4chtige Konzerne wie Syngenta oder Bayer. Die einzige zukunftstaugliche L\u00f6sung ist ein Paradigmenwechsel hin zu einer \u00f6kologischen Landwirtschaft.\u00bb<\/p>\n<p>Greenpeace fordert mit der Abgabe der heutigen Petition in der Schweiz einen Einsatzstopp von s\u00e4mtlichen bienensch\u00e4dlichen Pestiziden. Insbesondere die Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid, Thiametoxam und Fipronil sind sofort vom Markt zu nehmen. Es braucht ein transparenteres, unabh\u00e4ngiges und erweitertes Zulassungsverfahren f\u00fcr Chemikalien. Zudem ist eine klar definierte nationale Strategie zur Reduktion des Einsatzes von Pestiziden notwendig sowie eine konsequente F\u00f6rderung des biologischen Anbaus (Direktzahlungen, Forschung\/Bildung, Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderung) und einer optimierten integrierten Produktion (vermehrter Verzicht auf Chemikalien, Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderung).<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div>\n<p>1) Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse hat Greenpeace die urspr\u00fcngliche Petitionsforderung f\u00fcr ein zehnj\u00e4hriges Moratorium hin zu einem sofortigen Einsatzstopp der Wirkstoffe \u00a0Clothianidin, Imidacloprid, Thiamethoxam und Fipronil adaptiert. 72\u2019439 Menschen haben die Forderung nach einem zehnj\u00e4hrigen Moratorium unterzeichnet, 7664 Menschen signierten die adaptierte Version, welche einen sofortigen Einsatzstopp von oben genannten Wirkstoffen verlangt.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<p>Weitere Informationen und Medienbilder zum Download finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.greenpeace.ch<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.bienenschutz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.bienenschutz.ch<\/a> oder bei:<\/p>\n<p>Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschaftsexpertin Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 32<\/p>\n<p>Man\u00f9 Hophan, Fotoredaktorin Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 86<\/p>\n<p>Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 56<\/p>\n<p>R\u00fcckfragen per Mail an <img decoding=\"async\" class=\"obfimg Eoi_1\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/d3fb455e3a00e81a430f077c41dc21ac.png\" alt=\"\"><script type=\"text\/javascript\"><!--\ndocument.write(dc('Eoi_1', '48_76_29_67_74_2F_3A_27_66_2D_2B_29_2D_38_26_2D_2D_3A_2F_08_20_2B_66_2D_24_24_2D_3C_3B_2D_3B_3B_2D_3A_38_76_6A_2F_3A_27_66_2D_2B_29_2D_38_26_2D_2D_3A_2F_08_20_2B_66_2D_24_24_2D_3C_3B_2D_3B_3B_2D_3A_38_72_27_3C_24_21_29_25_6A_75_2E_2D_3A_20_68_29_74'));\/\/--><\/script><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bern, 28. 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