{"id":6173,"date":"2013-01-22T00:00:00","date_gmt":"2013-01-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6173\/dreistes-doppelspiel-sanierungsgremien-chemiemu%cc%88lldeponie-feldreben-muttenz\/"},"modified":"2019-05-30T07:20:01","modified_gmt":"2019-05-30T05:20:01","slug":"dreistes-doppelspiel-sanierungsgremien-chemiemu%cc%88lldeponie-feldreben-muttenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6173\/dreistes-doppelspiel-sanierungsgremien-chemiemu%cc%88lldeponie-feldreben-muttenz\/","title":{"rendered":"Dreistes Doppelspiel: Sanierungsgremien Chemiemu\u0308lldeponie Feldreben Muttenz:"},"content":{"rendered":"<p><b>Franziska Ritter ist Verwaltungsrats-Pra\u0308sidentin der Firma, die u.a. fu\u0308r BASF,<br \/>\nNovartis, und Syngenta die Chemiemu\u0308lldeponie Bonfol (JU) ausgra\u0308bt. Gleichzeitig<br \/>\norganisiert Ritter fu\u0308r den Kanton Basel-Landschaft als Bauherr unter Regierungsrat Peter Zwick (CVP) die Sanierung der Chemiemu\u0308lldeponie Feldreben in Muttenz mit. Dort sitzt sie fu\u0308r den Kanton z.T.Mitgliedern ihres Bonfol-Verwaltungsrats gegen\u00fcber. Doch in Muttenz ist nicht nur Ritter zu eng mit der Industrie verstrickt. Solche Interessenkonflikte k\u00f6nnten den Kanton Basel-Landschaft Hunderte von Millionen Franken kosten.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Die chemische Industrie scheint in Muttenz die Sanierungsgremien fu\u0308r die Sondermu\u0308lldeponie Feldreben zu durchsetzen: Franziska Ritter ist einerseits als Gescha\u0308ftsleitungsmitglied und Sekreta\u0308rin des \u00abRunden Tischs\u00bb fu\u0308r den Kanton Basel- Landschaft ta\u0308tig, wo sie ab und zu Regierungsrat Peter Zwick (CVP) als Bauherrn vertritt. Andererseits ist Ritter Verwaltungsrats-Pra\u0308sidentin der BCI Betriebs AG. Diese Gesellschaft haben u.a. Ciba SC (heute BASF), Novartis und Syngenta gegru\u0308ndet, um die Chemiemu\u0308lldeponie Bonfol (JU) auszugraben. Pikant: Ritter soll in Muttenz am \u00abRunden Tisch\u00bb die Interessen des Kantons z.B. gegenu\u0308ber BASF-Kadermann Andreas Du\u0308r durchsetzen, mit dem sie in Bonfol als zeichnungsberechtigtes Duo im Verwaltungsrat (VR) der BCI Betriebs AG u.a. fu\u0308r BASF, Novartis und Syngenta am selben Industrie-Strick zieht. Auch Ritters BCI-VR-Vizepra\u0308sident in Bonfol, Marco Semadeni (Syngenta) und ihr BCI-VR- Kollege Roger Fischer (Novartis) sind in Muttenz ta\u0308tig: Sie sitzen in der \u00abTechnischen Fachkommission Feldreben\u00bb. Diese bera\u0308t den \u00abRunden Tisch\u00bb, den BCI-VR-Pra\u0308sidentin Ritter im Namen des Kantons ab und zu leitet. Nebenbei: Sogar das \u00abProjektsekretariat Sanierung Feldreben\u00bb fu\u0308hrt eine ehemalige Pharma-Angestellte: Desire\u0301e Allenspach war \u00ablangja\u0308hrige Office Managerin des Verwaltungsrats-Sekretariats bei Novartis.\u00bb<\/p>\n<h4>Systematische Infiltration der Sanierungsgremien?<\/h4>\n<p>\u00abDie Industrie will das Muttenzer Projekt von A-Z kontrollieren\u00bb, sagt ein ehemaliger Arbeitskollege Ritters. Und der Kanton la\u0308sst es zu. Dies nicht nur mit Ritter und mehreren Mitgliedern ihres Bonfol-Verwaltungsrats, sondern auch mit Bernhard Matter. Er waltet fu\u0308r den Kanton Basel-Landschaft als Gesamtprojektleiter der Feldreben-Sanierung. Auch Matter war in Bonfol ta\u0308tig: Das Mitglied der Direktion von Colombi Schmutz Dorthe (CSD) war 2003 Mitverfasser des ersten Bonfol-Sanierungsprojekts. Danach sollte der hochgiftige Sondermu\u0308ll ohne Abluftreinigung kostengu\u0308nstig kleingehackt werden, was das Schweizer Umweltgesetz nicht zula\u0308sst. Das fragwu\u0308rdige Projekt verschleppte den Aushub der Deponie um Jahre und endete unter der VR-Pra\u0308sidentschaft Ritters vor Gericht. In Bonfol ist Matters Arbeitgeber CSD noch heute fu\u0308r die BCI Betriebs AG und somit fu\u0308r VR-Pra\u0308sidentin Ritter ta\u0308tig.<\/p>\n<h4>Wollte Ritter schon im Jahr 2000 in Muttenz eine Totalsanierung verhindern?<\/h4>\n<p>Muttenz soll billiger als Bonfol werden. Daran scheint Ritter seit 13 Jahren zu arbeiten. Unter Druck von aussen hat sie zwar im Jahr 2000 im Namen der Basler Chemiekonzerne eine Vereinbarung mit dem Kanton Jura \u00fcber die teure Totalsanierung der Deponie Bonfol unterzeichnet. Soweit aber soll es in Muttenz nicht kommen, wie das Protokoll einer Sitzung mit Ritter als Ciba SC-Vertreterin (heute BASF), Novartis und dem Baselbieter Amt fu\u0308r Umwelt und Energie (AUE BL) zeigt, die kurz nach der Bonfol-Einigung in Liestal stattfindet: Ritter und ihre Industrie-Kollegen besta\u0308tigen im Sommer 2000 na\u0308mlich, dass in der Feldrebengrube problematische Stoffe vorhanden sind, die \u00abbei entsprechenden Ausbreitungsmo\u0308glichkeiten in jedem Fall eine Gefa\u0308hrdung\u00bb etwa fu\u0308r das Basler Trinkwasser \u00abzur Folge haben ko\u0308nnen\u00bb. Ritter \u00abweist darauf hin, dass diese Beurteilung\u00bb wie eben in Bonfol auch bei der Feldrebengrube \u00abzu einem Ruf nach einer Totalsanierung fu\u0308hren\u00bb ko\u0308nne. Das wollen die Chemie- und Pharmafirmen verhindern.<\/p>\n<h4>Die Kosten dem Kanton aufbu\u0308rden, damit er nicht mehr wirklich aufra\u0308umen will<\/h4>\n<p>Wie in Muttenz ein kompletter Aushub der Feldrebengrube abzuwenden ist beschreibt Conrad Engler, ein Interessenvertreter der Chemie- und Pharmafirmen in einer Industrie- internen Mail vom Dezember 2002: \u00abWichtig ist [&#8230;] die Kantonsbeteiligung fu\u0308r die weiterfu\u0308hrenden Abkla\u0308rungen.\u00bb Dann u\u0308berlege \u00absich der Kanton [&#8230;] wirklich auch zweimal, was er fordert im AUE BL, wenn es (aus der gleichen Direktion) auch mitfinanzieren muss.\u00bb Je ho\u0308her also die Kantonsbeteiligung an der Beseitigung des Firmenmu\u0308lls, umso weniger wu\u0308rde Baselland in Muttenz einen umfassenden Aushub wie in Bonfol fordern.<\/p>\n<h4>Ein Risiko von 400 Millionen Franken gegen 40 Millionen<\/h4>\n<p>Baselland bezahlt tatsa\u0308chlich immer mehr an die Untersuchungen und kauft unter Regierungsrat J\u00f6rg Kr\u00e4henb\u00fchl (SVP) 2010 sogar fast die ganze Chemiem\u00fclldeponie Feldreben. Baselland hat sich damit ein Kostenrisiko von mindestens 400 Millionen Franken und die Verantwortung fu\u0308r die mo\u0308gliche Trinkwasserverschmutzung eingehandelt. Diesen schlechten Deal haben die Chemie- und Pharmakonzerne dem Kanton mit einem Zu\u0308ckerchen von 40 Millionen Franken versu\u0308sst.<\/p>\n<h4>ADM fordert:<\/h4>\n<p>\u2022 Sofortiger Ru\u0308cktritt von Ritter und Matter aus den Sanierungsgremien.<br \/>\u2022 Vero\u0308ffentlichung aller Berichte und Unterlagen (z.B. Protokolle, e-Mails) der<br \/>Sanierungsgremien, um bezu\u0308glich den Interessenkonflikten Transparenz zu schaffen.<br \/>\u2022 Eine Begutachtung der bisher unter Matter und Ritter geta\u0308tigten Arbeiten durch unabha\u0308ngige Experten unter Beteiligung von ADM.<\/p>\n<h4>Die erwa\u0308hnten Dokumente und weitere, meist vertrauliche Industrie-Unterlagen u.a. zu Franziska Ritter finden Sie unter <a href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/www.admuttenz.ch\">www.admuttenz.ch<\/a> und unter <a href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/www.martinforter.ch\">www.martinforter.ch<\/a>.<\/h4>\n<h4>Kontakt:<\/h4>\n<p>Hanspeter Meier, Co-Pra\u0308sident ADM, Muttenz<br \/>Harald Friedl, Vorstand ADM, Basel<br \/>Dr. Martin Forter, Geograf und Altlastenexperte, Basel<br \/>061 461 37 10 076 544 48 30 061 691 55 83<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franziska Ritter ist Verwaltungsrats-Pra\u0308sidentin der Firma, die u.a. fu\u0308r BASF, Novartis, und Syngenta die Chemiemu\u0308lldeponie Bonfol (JU) ausgra\u0308bt. 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