{"id":6194,"date":"2012-09-24T00:00:00","date_gmt":"2012-09-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6194\/trafigura-muss-fuer-den-giftmuellskandal-gerichtlich-zur-verantwortung-gezogen-werden-medienkonferenz-von-amnesty-international-und-greenpeace-international-in-dakar\/"},"modified":"2019-05-30T07:20:34","modified_gmt":"2019-05-30T05:20:34","slug":"trafigura-muss-fuer-den-giftmuellskandal-gerichtlich-zur-verantwortung-gezogen-werden-medienkonferenz-von-amnesty-international-und-greenpeace-international-in-dakar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6194\/trafigura-muss-fuer-den-giftmuellskandal-gerichtlich-zur-verantwortung-gezogen-werden-medienkonferenz-von-amnesty-international-und-greenpeace-international-in-dakar\/","title":{"rendered":"Trafigura muss f\u00fcr den Giftm\u00fcllskandal gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden: Medienkonferenz von Amnesty International und Greenpeace International in Dakar"},"content":{"rendered":"<p><b>Amnesty International und Greenpeace fordern die britische Regierung auf, Ermittlungen gegen den multinationalen Rohstoffkonzern Trafigura wegen der illegalen Entsorgung von Giftm\u00fcll in der Elfenbeink\u00fcste einzuleiten. Sechs Jahre nach der Trag\u00f6die muss der Konzern endlich zur Verantwortung gezogen werden. Trafigura hat ihren rechtlichen Hauptsitz in der Schweiz.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Drei Jahre lang haben Amnesty International und Greenpeace Netherlands recherchiert und legen mit dem heute in Dakar ver\u00f6ffentlichten Bericht <a title=\"http:\/\/www.greenpeace.orghttps:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5e693d81-5e693d81-koalatrafigurareport.pdf\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5e693d81-5e693d81-koalatrafigurareport.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abThe Toxic Truth\u00bb<\/a> eine gr\u00fcndliche und umfassende Untersuchung des Giftm\u00fcllskandals vor, bei dem 2006 mehr als 100\u2018000 Menschen gesundheitlich zu Schaden kamen. \u00a0<\/p>\n<p>\u00abSechs Jahre sind seit dieser schrecklichen Trag\u00f6die bereits vergangen. Es ist an der Zeit, dass Trafigura daf\u00fcr endlich die volle rechtliche Verantwortung \u00fcbernehmen muss\u00bb, sagt der Generalsekret\u00e4r von Amnesty International, Salil Shetty. \u00abDas sind wir den Menschen schuldig, die wie hier in Abidjan zu unschuldigen Opfern eines internationalen Konzerns werden, dem Profit wichtiger ist als die Gesundheit von Menschen.\u201c<\/p>\n<p>Greenpeace-Gesch\u00e4ftsleiter Kumi Naidoo f\u00fcgt hinzu: \u00abDies ist eine Geschichte \u00fcber Unternehmenskriminalit\u00e4t, \u00fcber Verletzung von Menschenrechten und das Versagen von Regierungen, das eigene Volk und die Umwelt zu sch\u00fctzen. Es ist eine Geschichte \u00fcber das Versagen der Systeme zur Durchsetzung internationalen Rechts, wenn es um die Kontrolle von Konzernen geht, die transnational arbeiten. Und es ist die Geschichte \u00fcber ein Unternehmen, das Gesetzesl\u00fccken und juristische Unstimmigkeiten zu seinem Vorteil ausgenutzt hat &#8211; mit verheerenden Folgen.\u00bb<\/p>\n<p>Der Skandal ereignete sich im August 2006, als toxischer Abfall an Bord des Frachters \u00abProbo Koala\u00bb\u00a0 an die Elfenbeink\u00fcste gebracht und dort von einer eben erst zugelassenen kleinen Entsorgungsfirma in der N\u00e4he von Wohnquartieren in Abidjan entsorgt wurde. Obwohl dies schlimme Folgen f\u00fcr das Leben von Menschen hatte, konnte sich Trafigura bis heute der rechtlichen Verfolgung f\u00fcr ihre Rolle bei der Entsorgung des Giftm\u00fclls entziehen.<\/p>\n<p>Der Bericht von Amnesty International und Greenpeace Netherlands wirft \u2013 basierend auf Aussagen von Betroffenen und medizinischen Experten \u2013 ein neues Licht auf die Folgen des Giftm\u00fcllskandals f\u00fcr die Menschen in Abidjan und ihren anhaltenden Kampf f\u00fcr Gerechtigkeit. Die beiden Organisationen haben umfassende Empfehlungen f\u00fcr die Internationale Gemeinschaft erarbeitet, damit sich eine solche Trag\u00f6die in Zukunft nicht wiederholen kann. Diese enthalten auch Richtlinien, wie transnational t\u00e4tige Konzerne wegen Menschenrechtsverst\u00f6ssen und Umweltverschmutzung zur Rechenschaft gezogen werden k\u00f6nnen. Ausserdem fordern Amnesty International und Greenpeace die britische Regierung auf, eine staatsanwaltschaftliche Untersuchung \u00fcber die Rolle Trafiguras in dem Giftm\u00fcllskandal einzuleiten. Viele der Entscheidungen, die zu der Trag\u00f6die f\u00fchrten, wurden n\u00e4mlich vom britischen Zweig der Trafigura Corporate Group getroffen.<\/p>\n<p><strong>Hinweise an die Redaktionen:<\/strong><\/p>\n<p>Trafigura ist eines der <a href=\"http:\/\/www.rechtohnegrenzen.ch\/de\/fallbeispiele\/trafigura\/\">Fallbeispiele<\/a> der von Amnesty International, Greenpeace Schweiz, der Erkl\u00e4rung von Bern und rund 50 weiteren NGOs in der Schweiz gef\u00fchrten Kampagne <strong>\u00abRecht ohne Grenzen\u00bb<\/strong>. Darin werden Bundesrat und Parlament aufgefordert daf\u00fcr zu sorgen, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz weltweit Menschenrechte und Umwelt respektieren. In seiner wegweisenden <a href=\"http:\/\/www.parlament.ch\/d\/suche\/seiten\/geschaefte.aspx?gesch_id=20123503\">Antwort<\/a> auf das Postulat von Graffenried zur Umsetzung der UNO-Leitlinien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte betonte der Bundesrat vorletzte Woche erstmals, Schweizer Unternehmen m\u00fcssten ihre soziale und \u00f6kologische Verantwortung auch bei ihren Auslandsaktivit\u00e4ten wahrnehmen.<\/p>\n<p><strong>In Genf treffen sich vom 25. &#8211; 28. September 2012 die Vertragsparteien der \u00abBasel Convention\u00bb:<\/strong> Diese k\u00f6nnten darauf hinwirken, dass Giftm\u00fcll aus Industrieprozessen k\u00fcnftig nicht mehr an Bord von Schiffen in \u00e4rmere L\u00e4nder verfrachtet und dort entsorgt werden darf.<\/p>\n<p><strong>Ansprechpersonen<\/strong>:<\/p>\n<p><strong>Amnesty International: <\/strong>Alexandra Karle, Mediensprecherin Schweizer Sektion, +41 44 200 33 50<\/p>\n<p><strong>Greenpeace Schweiz: <\/strong>Yves Zenger, Mediensprecher, +41 44 447 41 56<\/p>\n<p><strong>Erkl\u00e4rung von Bern:<\/strong> Oliver Classen, Mediensprecher, +41 44 2777006<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amnesty International und Greenpeace fordern die britische Regierung auf, Ermittlungen gegen den multinationalen Rohstoffkonzern Trafigura wegen der illegalen Entsorgung von Giftm\u00fcll in der Elfenbeink\u00fcste einzuleiten. 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