{"id":6204,"date":"2012-06-11T00:00:00","date_gmt":"2012-06-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6204\/schutz-der-arbeiter-vor-giftstoffen-bci-ha%cc%88lt-versprechen-nicht-ein\/"},"modified":"2019-05-30T07:20:48","modified_gmt":"2019-05-30T05:20:48","slug":"schutz-der-arbeiter-vor-giftstoffen-bci-ha%cc%88lt-versprechen-nicht-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6204\/schutz-der-arbeiter-vor-giftstoffen-bci-ha%cc%88lt-versprechen-nicht-ein\/","title":{"rendered":"Schutz der Arbeiter vor Giftstoffen: BCI ha\u0308lt Versprechen nicht ein"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Basler Chemische Industrie (BCI, u.a. Novartis, Roche, BASF, Syngenta) hat das Versprechen nicht eingehlten, dass die Arbeiter beim Ausgraben der Chemiemu\u0308lldeponie Bonfol nicht mehr giftigen Schadstoffen ausgesetzt sind als auf normalen Baustellen. Dies belegen interne Dokumente, die das Collectif Bonfol (CB) heute vero\u0308ffentlicht.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Die Basler Chemische Industrie (BCI, u.a. Novartis, Roche, BASF, Syngenta) hat das Versprechen nicht eingehalten, dass die Arbeiter beim Ausgraben der Chemiem\u00fclldeponie Bonfol nicht mehr giftigen Schadstoffen ausgesetzt sind als auf normalen Baustellen. <a class=\"zoom\" href=\"http:\/\/www.martinforter.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dies belegen interne Dokumente, die das Collectif Bonfol (CB), dem auch Greenpeace angeh\u00f6rt, nun ver\u00f6ffentlicht hat.<\/a> \u00abChemische Exposition nicht gr\u00f6sser als auf normalen Baustellen\u00bb: Dieses Ziel der BCI, \u00abdie Arbeiter nicht diesen Risiken auszusetzen\u00bb, sei bei den Aushubarbeiten bei der Chemiem\u00fclldeponie Bonfol (JU) \u00abmomentan nicht erreicht\u00bb. Dies h\u00e4lt Jean Parrat, Inspektor des jurassischen Arbeitsinspektorats am 19. August 2011 fest.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: 'Helvetica'; font-weight: bold;\">Schadstoffe innerhalb der Schutzanzu\u0308ge der Arbeiter gefunden<\/span><\/p>\n<p>Was war geschehen?\u00a0 Im Mai 2010 hatte der Kanton Jura die BCI beauftragt, die Konzentration von zw\u00f6lf Schadstoffen in der Luft innerhalb der Schutzanz\u00fcge (Stufe 5) von Arbeitern in der Abfallbearbeitungshalle (Lot B) zu messen. Denn: Wenn Schadstoffe durch einen Schutzanzug hindurch gelangen, besteht die Gefahr, dass die Giftstoffe via die Haut in den K\u00f6rper der Arbeiter gelangen.\u00a0 Und tats\u00e4chlich: Im Mai 2010 wies das Labor Encoma in den Schutzanz\u00fcgen bis zu elf der gesuchten zw\u00f6lf Schadstoffe nach. Der Wert f\u00fcr Benzol \u00fcberschritt zum Teil die maximale zul\u00e4ssige Arbeitsplatzkonzentration (Mak-Wert) sogar zum Teil innerhalb des Anzugs, wie aus dem bisher unver\u00f6ffentlichten Analysebericht vom 22. Mai 2010 hervorgeht. Encoma folgert: \u201eDie Anz\u00fcge der Schutzstufe 5 beim Los B lassen eine Diffusion der Schadstoffe zu. Sie liege nach einer Zeitspanne von drei Stunden zum Teil \u00abgleich hoch wie ausserhalb des Anzugs.\u00bb Encoma folgert: Die Verwendung der Schutzanz\u00fcge der Schutzstufe 5\u00a0 im Lot B \u00abist zu \u00fcberdenken\u00bb.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; font-family: 'Helvetica'; font-weight: bold;\">Zahlreiche andere, nicht gemessene Schadstoffe<\/span><\/p>\n<p>Warum? Neben den 12 gesuchten Schadstoffen hat es noch zahlreiche andere Giftstoffe in der Luft der Bonfol-Hallen. Diese k\u00f6nnen \u2013 wie die gemessenen Schadstoffe \u2013 ebenfalls durch die Schutzanz\u00fcge eindringen, sind aber teilweise nicht messbar bzw. \u00fcber ihre Giftigkeit ist nichts bekannt. Passieren solche Schadstoffe die Schutzanz\u00fcge, setzt die BCI ihre Arbeiter\u00a0 schwer einsch\u00e4tzbaren Risiken aus.<\/p>\n<p><strong>Nach Explosion Arbeiten mit undichten Schutzanz\u00fcgen wieder aufgenommen<\/strong><\/p>\n<p>Am 30. Juni 2010 scheitern weitere Messungen in den Schutzanz\u00fcgen von Lot B, weil die Feuchtigkeit darin zu hoch ist. Am 7. Juli 2010 ereignet sich in der Aushubhalle Lot A eine schwere Explosion. Ein Arbeiter wird verletzt. Zudem tritt aus der Halle eine Chemiestaub-Wolke aus. Fast ein Jahr lang stehen die Arbeiten still. Am 18. Mai 2011 nimmt die BCI die Aushubarbeiten wieder auf. Im Lot B aber verpacken die Arbeiter wie vor der Explosion den Chemieabfall weiterhin in Anz\u00fcgen der ungen\u00fcgenden Schutzstufe 5 f\u00fcr den Abtransport, wie aus dem erw\u00e4hnten unver\u00f6ffentlichten Protokoll vom 19. August 2011 hervorgeht.<\/p>\n<p><strong>Benzol aus dem Messprogramm geworfen<\/strong><\/p>\n<p>Zwar hat die BCI in ihren Sanierungsberichten behauptet, in der Deponie Bonfol sei Benzol der wichtigste und gef\u00e4hrlichste Schadstoff. Wie erw\u00e4hnt hat die BCI Benzol auch innerhalb der Schutzkleidung der Arbeiter sogar \u00fcber den Mak-Wert gemessen. Doch im September 2011 geschieht gem\u00e4ss Informationen der \u00abTageswoche\u00bb erstaunliches: Benzol wird als wenig aussagekr\u00e4ftig bezeichnet und aus dem Untersuchungsprogramm der Arbeiter gestrichen. Dies geschieht einen Monat nachdem der jurassische Arbeitsinspektor Parrat im August 2011 festgehalten hatte, das Problem der Schutzanz\u00fcge der Stufe 5 sei noch immer nicht gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Unterdessen setze man die Anz\u00fcge mit sauberer Luft unter \u00dcberdruck, damit keine Schadstoffe eindringen k\u00f6nnen, wie die BCI gegen\u00fcber dem \u00abJournal du Jura\u00bb und der \u00abTagesWoche\u00bb betonen. Jedoch: Je nach Einsatzgebiet der Arbeiter sei es noch immer m\u00f6glich, dass Anz\u00fcge mit unterschiedlichem Schutzniveau zum Einsatz k\u00e4men.<\/p>\n<p>Das Collectif Bonfol fordert:<br \/>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die BCI soll ihr Versprechen einhalten und die Arbeiter in Bonfol nicht mehr Schadstoffen aussetzen als auf anderen Baustellen. <br \/>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ver\u00f6ffentlichung aller Dokumente zur Arbeitshygiene inkl. Messprogrammen und Messberichten in anonymisierter Form auf den Webpages von Kanton Jura und BCI <br \/>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Einsatz von Personal soll auch im Lot B auf ein absolut notwendiges Minimum reduziert werden. <br \/>\u00b7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Falls der Einsatz von Menschen nicht umgangen werden kann: Ausschliesslicher Einsatz von Schutzanz\u00fcgen der Schutzstufe 6.<\/p>\n<p>Die bisher unver\u00f6ffentlichten Berichte und Protokolle finden Sie auf:<br \/><a title=\"http:\/\/www.martinforter.ch\" href=\"http:\/\/www.martinforter.ch\/\">www.martinforter.ch<\/a> (deutsch)<br \/><a href=\"http:\/\/www.transjurane.unia.ch\/\">www.transjurane.unia.ch<\/a>\/ (franz\u00f6sisch)<br \/><a href=\"http:\/\/www.pronatura-ju.ch\/\">www.pronatura-ju.ch<\/a> (franz\u00f6sisch)<br \/>\u00a0<br \/>Kontakt zum Collectif Bonfol:<br \/>Lucienne Merguin Ross\u00e9, Pro Natura Jura\u00a0\u00a0\u00a0 079 817 99 61<br \/>Pierluigi Fedele , Unia Transjurane\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 079 384 00 24<br \/>Jean-Lois Wather, Experte des CB\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 079 249 70 13<br \/>Dr. Martin Forter, Experte des CB\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 061 691 55 83<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Basler Chemische Industrie (BCI, u.a. 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