{"id":6220,"date":"2011-11-16T00:00:00","date_gmt":"2011-11-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6220\/greenpeace-bericht-schweizer-danzer-konzern-an-menschenrechtsverletzungen-beteiligt\/"},"modified":"2019-05-30T07:21:14","modified_gmt":"2019-05-30T05:21:14","slug":"greenpeace-bericht-schweizer-danzer-konzern-an-menschenrechtsverletzungen-beteiligt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6220\/greenpeace-bericht-schweizer-danzer-konzern-an-menschenrechtsverletzungen-beteiligt\/","title":{"rendered":"Greenpeace-Bericht: Schweizer Danzer-Konzern an Menschenrechtsverletzungen beteiligt"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 16. November \u2014 Ein neuer Bericht von Greenpeace International zeigt, wie der Schweizer Holzkonzern Danzer Group aus Baar\/ZG (1) und seine Tochtergesellschaft Siforco (2) in der Demokratischen Republik Kongo (3) an gravierenden Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind. Dieser Fall steht exemplarisch daf\u00fcr, dass immer wieder auch in der Schweiz angesiedelte Konzerne im Ausland an sozialen Unruhen und \u00f6kologischem Raubbau beteiligt sind. Der neue NGO-Verbund \u00abRecht ohne Grenzen\u00bb will dies \u00e4ndern.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Der Greenpeace-Report \u00abStolen future: Conflicts and logging in Congo\u2019s rainforests \u2013 the case of Danzer\u00bb beruht auf gesammelten Beweisen und Zeugenaussagen. Diese besagen, dass in der Nacht vom 2. Mai 2011 ungef\u00e4hr 60 Soldaten und Polizisten die Waldgemeinde Yalisika im Dorf Bosanga (im Gebiet von Bumba &#8211; \u00c9quateur Province), angegriffen haben. Der Dorfbewohner Frederic Moloma Tuka kam dabei ums Leben und mehrere Frauen einschliesslich minderj\u00e4hrige M\u00e4dchen wurden vergewaltigt. Eine Reihe weiterer Personen wurde geschlagen und abgef\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Karine Jacquemart, Kongo Projektleiterin Greenpeace Forests Network, betont: \u00abDie Erkenntnisse zeigen, dass das Unternehmen direkt in diese ernsten Menschenrechtsverletzungen verwickelt ist. Die Tochtergesellschaft der Danzer Group lieferte die Logistik, einschliesslich einen Lastwagen mit Fahrer und bezahlte die Soldaten- und Polizeitrupps, die diese Vergeltungsmission gegen die Dorfbewohner ausf\u00fchrten.\u00bb Sie f\u00e4hrt fort: \u00abDies ist nicht das erste Mal, dass solche Schreckenstaten ans Licht kommen (4). Holzeinschlagunternehmen wie Danzer haben schon h\u00e4ufig gegen Vereinbarungen mit den \u00f6rtlichen Gemeinden verstossen, grundlegende Infrastrukturen wie Schulen oder Gesundheitszentren im Austausch gegen den gewinntr\u00e4chtigen Zugang zu den W\u00e4ldern bereitzustellen. Diese traurige Geschichte steht beispielhaft daf\u00fcr, wie das Gesch\u00e4ft mit dem Holzeinschlag in der Demokratischen Republik Kongo funktioniert.\u00bb (5)<\/p>\n<p>In der Folge dieser Vorkommnisse haben die Dorfbewohner ihren Kampf gegen das Unternehmen fortgesetzt und Ende August offiziell Klage erhoben: ein nie dagewesener Moment im Kampf gegen die Straflosigkeit von Unternehmen in der Demokratischen Republik Kongo(6). Greenpeace w\u00fcrdigt den Mut dieser Dorfbewohner. Danzer scheint derweil \u00fcber eine aussergerichtliche Einigung der ihm zur Last gelegten Straftaten\u00a0 entgehen zu wollen und sich so aus seiner Verantwortung zu stehlen. \u00a0<\/p>\n<p>Greenpeace deckt auch die Rolle der Geberl\u00e4nder wie Frankreich und Deutschland auf, die Unterst\u00fctzung leisten, beispielsweise durch Darlehen und Zusch\u00fcsse f\u00fcr Holzfirmen wie Danzer. Irene Wabiwa, Forest-Campaignerin f\u00fcr Greenpeace Afrika erkl\u00e4rt: \u00abDie Ereignisse in Yalisika und die vielen weiteren Konflikte im Abholzungssektor zeigen deutlich, dass industrieller Holzeinschlag weder f\u00fcr den Schutz der W\u00e4lder noch f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung innerhalb der ans\u00e4ssigen Gemeinschaften als L\u00f6sung angesehen werden kann.\u00bb Sie erg\u00e4nzt: \u00abGeberl\u00e4nder m\u00fcssen dringend ihre Verbindungen zu Unternehmen wie Danzer in der Demokratischen Republik Kongo beenden und aufh\u00f6ren, \u00f6ffentliche Gelder zur Unterst\u00fctzung des industriellen Holzeinschlags einzusetzen.\u00bb<\/p>\n<p>Immer wieder kommen Schweizer Unternehmen bei ihren Aktivit\u00e4ten im Ausland mit Menschenrechten und Umweltstandards in Konflikt.\u00a0 Greenpeace Schweiz hat sich deshalb mit anderen Nichtregierungsorganisationen zusammengeschlossen, um mit der Kampagne \u00abRecht ohne Grenzen\u00bb (7) von Bundesrat und Parlament zwingende \u00f6kologische und soziale Bestimmungen f\u00fcr Firmen mit Sitz in der Schweiz einzufordern. Menschenrechte und Umweltschutz sind zu wichtige Anliegen, um sie einfach dem Gutd\u00fcnken der Konzerne zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen finden Sie unter <\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/\">www.greenpeace.ch<\/a><\/strong><strong> oder bei:<\/strong><\/p>\n<p>Mirjam Kopp,\u00a0 Wald Campaignerin Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 35<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>HINWEIS AN DIE HERAUSGEBER\/REDAKTEURE:\u00a0<\/p>\n<p>1 \u2013 Die Danzer Group ist ein Holzgewinnungsunternehmen in deutschem Besitz mit Hauptgesch\u00e4ftssitz in der Schweiz und einer Tochtergesellschaft namens Siforco in der Demokratischen Republik Kongo. In diesem Bericht bezieht sich Greenpeace auf Danzers lange Vorgeschichte von Gewalt und Konflikten gegen die in den Urw\u00e4ldern beheimateten Einwohner. Danzers negative Bilanz in der Beziehung wurde letzten Sommer in einem Bericht von Global Witness ebenfalls hervorgehoben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.globalwitness.org\/sites\/default\/files\/pdfs\/Pandering_to_the_loggers.pdf\">http:\/\/www.globalwitness.org\/sites\/default\/files\/pdfs\/Pandering_to_the_loggers.pdf<\/a><\/p>\n<p>2 \u2013 Danzer h\u00e4lt in der Demokratischen Republik Kongo \u00fcber Siforco die Kontrolle \u00fcber 2 Millionen Hektar Regenwald. Danzer ist der zweitgr\u00f6sste Holzwirtschaftskonzern in den W\u00e4ldern der Demokratischen Republik Kongo, mit einem Gesamtumfang von 15 Millionen Hektar Wald, die den Holzkonzessionen unterliegen.<\/p>\n<p>3 \u2013 Der Wald der Demokratischen Republik Kongo umfasst 60 % der Urw\u00e4lder des Kongobeckens, und ist nach dem Amazonasbecken das weltweit zweitgr\u00f6sste Regenwaldbecken. Ungef\u00e4hr 40 Millionen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo sind in ihrer Grundversorgung, wie Medizin, Nahrung und Unterkunft abh\u00e4ngig vom Regenwald.<\/p>\n<p>4 \u2013 Greenpeace Afrika organisierte eine Pressekonferenz und gab in Kinshasa eine <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/africa\/en\/News\/news\/SIFORCO-Involved-in-Violence-and-Human-Rights-Violations\/\">Pressemitteilung<\/a> heraus, worin die Fakten aufgedeckt wurden.<\/p>\n<p>5 \u2013 Greenpeace <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/publications\/reports\/Forest-reform-in-the-Democratic-Republic-of-the-Congo-Leaving-people-out\/\">berichtete bereits 2010<\/a> \u00fcber die Konflikte mit einem anderen Unternehmen, Sodefor (einem kongolesischen Tochterunternehmen der liechtensteinischen NST Group) und \u00fcber die gebrochenen Versprechen im Holzeinschlagsektor der Demokratischen Republik Kongo: <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/publications\/reports\/carving-up-the-congo-exec\/\">http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/publications\/reports\/carving-up-the-congo-exec\/<\/a><\/p>\n<p>6 &#8211; Am 31. August hielt der Rechtsvertreter der Opfer von Yalisika eine Pressekonferenz ab, und gab bekannt, dass er im Namen seiner Klienten Strafantr\u00e4ge gegen die Beschuldigten der Verbrechen des 2. Mai eingereicht hatte. Die genannten Verbrechen lauteten: Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, schwere K\u00f6rperverletzung mit Todesfolge, Zerst\u00f6rung von beweglichem Eigentum, Folter und Anstiftung der Soldaten zu Gesetzesbruch.<\/p>\n<p>7 \u2013 Mehr zur Kampagne \u00abRecht ohne Grenzen\u00bb unter <a href=\"http:\/\/www.rechtohnegrenzen.ch\/\">www.rechtohnegrenzen.ch<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 16. 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