{"id":6223,"date":"2011-12-15T00:00:00","date_gmt":"2011-12-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6223\/auf-schweizer-bahndaemmen-waechst-illegaler-gentech-raps\/"},"modified":"2019-05-30T07:21:17","modified_gmt":"2019-05-30T05:21:17","slug":"auf-schweizer-bahndaemmen-waechst-illegaler-gentech-raps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6223\/auf-schweizer-bahndaemmen-waechst-illegaler-gentech-raps\/","title":{"rendered":"Auf Schweizer Bahnd\u00e4mmen w\u00e4chst: illegaler Gentech-Raps"},"content":{"rendered":"<p><b>Diesen Sommer wuchs in der Schweiz ausgewilderter Gentech-Raps. Dies zeigt eine Untersuchung von zwei Wissenschaftlern sowie eine Studie des Bundesamts f\u00fcr Umwelt Bafu . Es ist davon auszugehen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Rapssamen \u00fcberleben im Boden \u00fcber viele Jahre. Die Freisetzung in die Umwelt von genmanipuliertem Raps ist in der Schweiz und in Europa verboten. Das Bafu muss rigorose Massnahmen umsetzen, um eine weitere Verunreinigung wom\u00f6glich auch von Schweizer Ackerfl\u00e4chen zu stoppen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Z\u00fcrich, 16. Dezember 2011. Das Bafu hat nach eigenen Angaben in der Schweiz genmanipulierten Raps nachgewiesen. Die Gentech-Pflanzen wurden an einem Bahndamm gefunden. Eine bereits vorher durchgef\u00fchrte Untersuchung der Biologen Luigi D&#8217;Andrea und Nicola Schoenenberger best\u00e4tigte Gentech-Raps in Lugano. Es ist davon auszugehen, dass genmanipulierter Raps von mit Raps beladenen G\u00fcterwaggons runtergefallen ist. Dabei handelt es sich um einen Gentech-Raps des US-Konzerns Monsanto. Die Pflanze wurde so manipuliert, dass sie Giftduschen mit dem konzerneigenen Totalherbizid Roundup \u00fcberlebt, mit dem auch die SBB ihre Bahnd\u00e4mme bespr\u00fcht.<\/p>\n<p>Es ist weder in der EU noch in der Schweiz erlaubt, Gentech-Raps in die Umwelt freizusetzen. Einmal im Freiland, sind Gentech-Pflanzen sehr schwer oder gar nicht wieder aus der Umwelt zu entfernen. Gerade Raps verbreitet sich schnell. Er bildet viele Samen, hat die F\u00e4higkeit lange zu \u00fcberleben und auch noch nach Jahren keimen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00abGentech-Raps kann konventionelle oder biologische Felder, Ernten und gentechfreies Saatgut verunreinigen. Und er kann sich auf wilde verwandte Pflanzen auskreuzen, beispielsweise den R\u00fcben-Kohl (Brassica rapa), Sarepta-Senf (Brassica juncea) und Acker-Rettich (Raphanus raphanistrum). Sie treten zum Teil als Ackerunkr\u00e4uter auf und sind auch an Bahnd\u00e4mmen anzutreffen. Die Resultate zeigen, dass die Eind\u00e4mmung von gentechnisch ver\u00e4ndertem Saatgut auch bei nicht f\u00fcr den Anbau zugelassenen Sorten praktisch unm\u00f6glich ist. Und sie stellen die gegenw\u00e4rtigen Schwellenwerte in Frage, die eine Verunreinigung von Futtermittelchargen mit 0.5 % Gentech-Anteilen zulassen\u00bb, sagt der Forscher Luigi D\u2019Andrea.\u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrend vor allem in Nord- und S\u00fcdamerika Gentech-Anbau betrieben wird, ist in Europa der Widerstand sehr gross. Dort zeigt sich, dass die Koexistenz zwischen biologischer oder konventioneller Landwirtschaft und Gentech-Landwirtschaft nicht m\u00f6glich ist. Kanadische Bauern etwa k\u00f6nnen heute schon keinen gentechfreien Raps mehr garantieren. Ursache sind weit verbreitete Verunreinigungen von gentechfreier Ware und die sehr schnell voranschreitende Konzentration im Saatgutmarkt. Ein paar wenige Gentech-Konzerne diktieren das Saatgutangebot. Zudem gibt es keine langfristigen unabh\u00e4ngigen Untersuchungen \u00fcber m\u00f6gliche Gesundheitsauswirkungen von Gentech-Produkten auf Mensch und Tier.\u00a0<\/p>\n<p>Greenpeace und StopOGM fordern vom Bafu konsequente Massnahmen wie Anpassungen der gegenw\u00e4rtigen Grenzwerte, um die Ausbreitung von Gentech-Raps in die Umwelt und Ackerfl\u00e4chen zu verhindern. \u00abDer f\u00fcr eine \u00f6kologische und selbstbestimmte Lebensmittelproduktion desastr\u00f6se Gentech-Anbau macht sich nun selbst in der Schweiz leise sp\u00fcrbar. Es braucht jetzt einen umso vehementeren Einsatz von Beh\u00f6rden, Politik und Gesellschaft f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige gentechfreie Landwirtschaft\u00bb, sagt \u00a0von Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p>Weitere Informationen unter www.greenpeace.ch und www.stopogm.ch oder bei:<br \/>Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschafts-Kampagne, Greenpeace Schweiz, 079 410 76 48 (deutsch)<br \/>Nicola Schoenenberger, Stiftung InnovaBridge, Caslano, 079 280 22 52 (deutsch\/italienisch)<br \/>Luigi D\u2019Andrea, BIOME Conseils, Del\u00e9mont, 077 400 70 43 (franz\u00f6sisch\/italienisch)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Sommer wuchs in der Schweiz ausgewilderter Gentech-Raps. Dies zeigt eine Untersuchung von zwei Wissenschaftlern sowie eine Studie des Bundesamts f\u00fcr Umwelt Bafu . 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