{"id":6231,"date":"2012-03-19T00:00:00","date_gmt":"2012-03-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6231\/import-textilien-verschmutzen-gewaesser-in-der-schweiz\/"},"modified":"2019-05-30T07:21:30","modified_gmt":"2019-05-30T05:21:30","slug":"import-textilien-verschmutzen-gewaesser-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6231\/import-textilien-verschmutzen-gewaesser-in-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Import-Textilien verschmutzen Gew\u00e4sser in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 20.3. 2012 \u2013 Giftige und hormonell wirksame Chemikalien gelangen auch durch die normale Haushaltsw\u00e4sche in Schweizer Gew\u00e4sser. Nach einer neuen Greenpeace-Untersuchung treten bis zu 94 Prozent der Nonylphenolethoxylate (NPE) in Import-Textilien bei der ersten Haushaltsw\u00e4sche aus. Im Abwasser bildet sich aus NPE das Umweltgift Nonylphenol (NP).<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"Standa\">F\u00fcr den aktuellen Report \u00abSchmutzige W\u00e4sche \u2013 Gef\u00e4hrliche Chemie aus der Waschtrommel\u00bb hat Greenpeace Textilien diverser Modemarken aus elf Verkaufsl\u00e4ndern untersucht. Aus dem Schweizer Handel wurden zwei Kleidungsst\u00fccke positiv getestet: Ein Kinder-Shirt der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft von Puma sowie Pyjama-Hosen von Calvin Klein. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Textilbranche einen Schadstoff-Kreislauf von globalem Ausmass verursacht: Von der Produktion der Textilien mit hohem Chemikalieneinsatz \u00fcber R\u00fcckst\u00e4nde in den fertigen Textilien bis zum Auswaschen. Die direkten Verschmutzungsauswirkungen der Textilbranche gehen weit \u00fcber das jeweilige Herstellungsland hinaus.<\/p>\n<p>\u00abModemarken machen ihre Kunden zu unfreiwilligen Komplizen bei der weltweiten Wasserverschmutzung\u00bb, sagt Matthias Gunsch von der Chemiekampagne bei Greenpeace Schweiz. \u00abDie Branche muss ihre Produktion endlich entgiften.\u00bb<\/p>\n<p class=\"Standa\">Insgesamt wurden in der H\u00e4lfte der untersuchten Stoffproben mehr als 80 Prozent NPE mit der ersten W\u00e4sche entfernt. Es ist davon auszugehen, dass \u00fcber die gesamte Lebensdauer eines Textilproduktes alle R\u00fcckst\u00e4nde von NPE ausgewaschen werden, ein Grossteil bereits in den ersten beiden Waschvorg\u00e4ngen. Die NPE gelangen mit dem Waschwasser in die Kanalisation und somit in Kl\u00e4ranlagen. Diese k\u00f6nnen NPE nicht effektiv filtern und die Einleitung der Chemikalien in die Umwelt verhindern. Im Abwasser bildet sich aus NPE das hormonell wirksame Umweltgift Nonylphenol (NP), das mit dem behandelten Wasser freigesetzt wird. Nur die Aufr\u00fcstung von Kl\u00e4ranlagen mit Aktivkohlefiltern k\u00f6nnte die Freisetzung von NPE und NP verhindern.<\/p>\n<p class=\"Standa\">In den Herstellungsl\u00e4ndern der getesteten Textilien \u2013 China, Vietnam, den Philippinen, Thailand, Sri Lanka und der T\u00fcrkei \u2013 ist der Einsatz von NPE nicht geregelt. In den Absatzl\u00e4ndern der EU hingegen ist die Verwendung und Freisetzung von NPE verboten oder stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p class=\"Standa\">In zwei vorangegangenen Berichten hatte Greenpeace aufgedeckt, dass die internationale Textilindustrie die Trinkwasserdepots von Millionen Menschen in China vergiftet. Eine breite Auswahl (78 Artikel) in Asien gefertigter Textilien liess Greenpeace anschliessend auf NPE-R\u00fcckst\u00e4nde untersuchen.<\/p>\n<p>Einen Ausstieg aus der Produktion mit gef\u00e4hrlichen Chemikalien bis zum Jahr 2020 haben bisher Nike, Adidas, Puma, Li Ning, H&amp;M und C&amp;A zugesagt. Greenpeace engagiert sich mit der Kampagne \u00abDetox\u00bb f\u00fcr eine Textilproduktion ohne gef\u00e4hrliche Chemikalien. Die Umweltorganisation fordert alle Markenhersteller auf, den Einsatz von NPE in Produktionsprozessen bis zum Jahr 2013 zu beenden. Es sind l\u00e4ngst ungef\u00e4hrlichere Alternativen auf dem Markt.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen sowie die Zusammenfassung der Studie unter <\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/\">www.greenpeace.ch<\/a><\/strong><strong> oder bei: Matthias Gunsch, Chemiekampagne Greenpeace Schweiz, 044 447 41 31<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 20.3. 2012 \u2013 Giftige und hormonell wirksame Chemikalien gelangen auch durch die normale Haushaltsw\u00e4sche in Schweizer Gew\u00e4sser. 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