{"id":6237,"date":"2011-07-12T00:00:00","date_gmt":"2011-07-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6237\/nike-vs-adidas-wer-gewinnt-den-wettkampf-um-eine-chemiefreie-sportmode-produktion\/"},"modified":"2019-05-30T07:21:40","modified_gmt":"2019-05-30T05:21:40","slug":"nike-vs-adidas-wer-gewinnt-den-wettkampf-um-eine-chemiefreie-sportmode-produktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6237\/nike-vs-adidas-wer-gewinnt-den-wettkampf-um-eine-chemiefreie-sportmode-produktion\/","title":{"rendered":"Nike vs. Adidas: Wer gewinnt den Wettkampf um eine chemiefreie Sportmode-Produktion?"},"content":{"rendered":"<p><b>Peking\/Z\u00fcrich, 13. Juli 2011. Sportbekleidung wird nicht erst mit dem Schwitzen schmutzig. Greenpeace hat heute den Bericht \u00abSchmutzige W\u00e4sche\u00bb ver\u00f6ffentlicht. Eigene Analysen zeigen, wie Zulieferer von Nike, Adidas und Co. in China die Fl\u00fcsse verschmutzen. Das hat schlimme Folgen f\u00fcr die Umwelt und die Bev\u00f6lkerung, die das belastete Wasser aus den Fl\u00fcssen trinken und im Haushalt verwenden muss. Greenpeace fordert von den Sportartikel-Herstellern, dass die Wasserverschmutzung im S\u00fcden gestoppt wird. \u00abDetox!\u00bb: Als echte Champions m\u00fcssen die Kleidergiganten ihre Produkte und Zuliefererkette reinigen und durchsetzen, dass die Hersteller in China und anderswo auf Schadstoffe verzichten.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>China ist der weltweit gr\u00f6sste Kleidungsexporteur. Der heute in Peking ver\u00f6ffentlichte Report \u00abSchmutzige W\u00e4sche\u00bb ist Teil der neuen globalen Wasserschutz-Kampagne von Greenpeace. Die Umweltorganisation hat bei zwei Textilfabriken in China Abwasserproben genommen und auf Giftstoffe untersucht. Die erste Anlage, die Youngor Textile Complex, befindet sich im Delta des Jangtse-Flusses. Die zweite, die Well Dyeing Limited, liegt an einem Nebenfluss des Pearl-Deltas. Die Monate dauernden Greenpeace-Recherchen der globalen Zuliefererkette ergaben, dass die beiden Textilfirmen internationale und nationale Sport- und Lifestyle-Marken beliefern. Das sind unter anderem die beiden Sportgiganten Nike und Adidas.<\/p>\n<p>Greenpeace hat in den Abwasserproben Azorfarbstoffe, Schwermetalle und andere Schadstoffe mit gef\u00e4hrlichen Eigenschaften nachgewiesen. So wurden organische Chemikalien wie Nonylphenol und perfluorierte Substanzen festgestellt, die hormonell wirksam sind und sich in der Nahrungskette anreichern k\u00f6nnen. Greenpeace hat bereits in fr\u00fcheren Studien auf die Verweiblichung von Fischen im Jangtse hingewiesen. Fatal f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung: Millionen Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus den Fl\u00fcssen, fischen und nutzen das Flusswasser f\u00fcr die Landwirtschaft. Viele dieser Chemikalien d\u00fcrfen in der Schweiz und Europa nicht eingesetzt oder in Fl\u00fcsse eingeleitet werden.<\/p>\n<p>Die Bekleidungsindustrie ist eine der wasserintensivsten Branchen \u00fcberhaupt. F\u00fcr ein Kilogramm Stoff werden bis zu 100 Liter Wasser verbraucht. Die verschiedenen Produktionsschritte wie F\u00e4rben, Bleichen oder Bedrucken sind chemikalienintensiv. Gesundheitssch\u00e4dliche Substanzen bleiben teils im Produkt zur\u00fcck, mehrheitlich aber im Abwasser der Fabrik. Selbst moderne Kl\u00e4ranlagen k\u00f6nnen sie nicht vollst\u00e4ndig filtern. Die Verschmutzung von Fluss-, Grund- und Trinkwasser ist die Folge.<\/p>\n<p>\u00abDie betroffenen Unternehmen und insbesondere die Sportmarken Nike, Adidas &amp; Co. m\u00fcssen die Verantwortung f\u00fcr die Verwendung und Freisetzung dieser Giftstoffe \u00fcbernehmen. Die Kleider-Champions m\u00fcssen ihre Zulieferer dazu verpflichten, die Wasserverschmutzung zu stoppen und k\u00fcnftig sauber zu produzieren. Nur eine Null-Emission (\u00abZero Discharge\u00bb) und die Beseitigung aller Schadstoffe aus der Herstellungskette sowie den Produkten sch\u00fctzen Mensch, Tier und Umwelt\u00bb, sagt Matthias W\u00fcthrich, Leiter der Chemiekampagne bei Greenpeace Schweiz. Die Auswirkungen solcher langlebigen Giftstoffe sind nicht auf regionale Gebiete beschr\u00e4nkt. Ihre sch\u00e4digende Wirkung ist global. Viele dieser Dauergifte k\u00f6nnen sich \u00fcber Meeresstr\u00f6mungen, die Atmosph\u00e4re, G\u00fctertransporte oder die Nahrungskette verbreiten und so selbst in abgelegenen Orten wie zum Beispiel in den Polargebieten Mensch und Umwelt kontaminieren.<\/p>\n<p>Die Umweltorganisation fordert die Sport- und Trendmarken auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und \u00fcber die gesamte Zulieferer- und Wertsch\u00f6pfungskette eine saubere Produktion durchzusetzen, die nicht auf der Verschmutzung von Fl\u00fcssen in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens basiert. Von den Regierungen verlangt Greenpeace gesetzliche Rahmenbedingungen, wie die verbindliche Null-Emission und Elimination von Schadstoffen innert Generationenfrist, sowie das Recht der \u00d6ffentlichkeit auf Informationen \u00fcber den Schadstoffeinsatz.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen, Medienbilder, Videos, den Originalbericht sowie eine deutsche Zusammenfassung finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/\">www.greenpeace.ch<\/a> oder bei:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Matthias W\u00fcthrich, Leiter Chemiekampagne Greenpeace Schweiz, 044 447 41 31<\/strong><\/p>\n<p><strong>Yves Zenger, Medienstelle Greenpeace Schweiz, 044 447 41 56<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peking\/Z\u00fcrich, 13. Juli 2011. Sportbekleidung wird nicht erst mit dem Schwitzen schmutzig. Greenpeace hat heute den Bericht \u00abSchmutzige W\u00e4sche\u00bb ver\u00f6ffentlicht. 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