{"id":6249,"date":"2011-08-27T00:00:00","date_gmt":"2011-08-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6249\/willkuer-des-ensi-muss-gestoppt-werden\/"},"modified":"2019-05-30T07:22:02","modified_gmt":"2019-05-30T05:22:02","slug":"willkuer-des-ensi-muss-gestoppt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6249\/willkuer-des-ensi-muss-gestoppt-werden\/","title":{"rendered":"Willk\u00fcr des Ensi muss gestoppt werden"},"content":{"rendered":"<p><b>Heribert Rausch, emeritierter Professor f\u00fcr \u00f6ffentliches Recht, wirft der schweizerischen Atomaufsichtsbeh\u00f6rde (Ensi) in einer Rechtsschrift \u201egravierende Rechtsverdrehung\u201c vor. Er verlangt, dass das Ensi Falschaussagen widerruft und seiner Aufsichtspflicht nachkommt, statt die gesetzlichen Vorschriften auszuhebeln. Trotz  einer unbefriedigenden Antwort des ENSI auf die Eingabe sieht Greenpeace angesichts diverser juristischer und politischer Verfahren, welche die gleichen Punkte beanstanden f\u00fcrs erste von einer Bundesverwaltungsgerichtsbeschwerde ab.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Der emeritierte Universit\u00e4tsprofessor Heribert Rausch, einer der V\u00e4ter der Schweizer Umweltgesetzgebung, kommt in der Eingabe, die er f\u00fcr die Umweltorganisation Greenpeace und im Namen von M\u00fchleberg-AnwohnerInnen vergangene Woche dem Ensi zugestellt hat, zu erschreckenden Schl\u00fcssen: Das Ensi habe die Schweizer Bev\u00f6lkerung im Nachgang der Fukushima-Katastrophe nicht nur falsch informiert, sondern f\u00e4lschlicherweise behauptet, dass ein Atomkraftwerk erst ausser Betrieb genommen werden m\u00fcsse, wenn eine \u201eunmittelbare Gefahr\u201c f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung bestehe. Diese Auffassung sei juristisch nicht haltbar und \u00e4hnlich unsinnig, wie wenn jemand behauptet, ein Auto ben\u00f6tige erst dann eine Handbremse, wenn die Fussbremse zu versagen droht.<\/p>\n<p>Rausch verlangt im Namen von Greenpeace vom Ensi, die Falschaussagen zu widerrufen, sich zur wahren Rechtslage zu bekennen, und seinem gesetzlichen Auftrag nachzukommen, die AKW-Betreiber zu kontrollieren. Dazu geh\u00f6re, ein AKW unverz\u00fcglich ausser Betrieb zu nehmen, wenn bei einem St\u00f6rfall die Grenzwerte f\u00fcr radioaktive Freisetzungen \u00fcberschritten werden k\u00f6nnten. Dies ist bei M\u00fchleberg der Fall, wie Sicherheitsuntersuchungen beruhend auf ersten Erkenntnissen aus Fukushima in den letzten Monaten gezeigt haben.<\/p>\n<p><a title=\"Rechtsschrift ENSI\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/5392ba75-5392ba75-ensi_final_final.pdf\">Download Rechtsschrift (PDF)<\/a><\/p>\n<p>Das Problem: Das Ensi handelt eigenm\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Das Resultat:<\/p>\n<ul>\n<li>Eingaben werden, wenn \u00fcberhaupt, erst mit grosser Verz\u00f6gerung behandelt.<\/li>\n<li>Die Gesetzgebung wird zugunsten der Betreiber missdeutet.<\/li>\n<li>Das Recht der \u00d6ffentlichkeit auf Einsicht von wichtigen Dokumenten wird missachtet.<\/li>\n<li>Es werden lasche Fristen f\u00fcr sicherheitsrelevante Nachr\u00fcstungen gesetzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Besonders stossend: Auch die juristische Eingabe von Greenpeace musste an das Ensi gerichtet werden, weil es keine wirksame Oberaufsicht gibt, weder durch den Bundesrat noch durch das Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK. So entscheidet das Ensi eigenm\u00e4chtig, wie es mit juristischen Antr\u00e4gen, Eingaben und Kritik umgehen will. Das Kontrolldefizit f\u00fchrte in j\u00fcngster Zeit auch dazu, dass strittige Fragen wie die Ausserbetriebnahme der Altreaktoren M\u00fchleberg und Beznau zwischen dem Ensi und der Bundesverwaltung hin- und hergeschoben werden.<\/p>\n<p>\u00abGreenpeace nimmt die willk\u00fcrliche Interpretation des Gesetzes durch die Aufsichtsbeh\u00f6rde nicht l\u00e4nger hin\u00bb, sagt Kaspar Schuler von Greenpeace Schweiz. Der Schutz der Bev\u00f6lkerung vor einer Atomkatastrophe habe absoluten Vorrang. \u00abWir k\u00f6nnen uns keine Atomaufsichtsbeh\u00f6rde leisten, die einseitig die Interessen der AKW-Betreiber wahrnimmt. Wir k\u00f6nnen uns auch nicht leisten, dass diese Beh\u00f6rde selbstherrlich und ohne Oberaufsicht agiert.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Update 28. Oktober 2011: Greenpeace zieht Verfahren nicht weiter<\/strong><br \/>Das ENSI hat Ende September auf die Greenpeace-Eingabe reagiert. Die Antwort deckt sich weitgehend mit\u00a0 jener des Bundesrats auf vergleichbare parlamentarische Vorst\u00f6sse: \u00dcber die Anwendung der Ausserbetriebnahmeverordnung seien missverst\u00e4ndliche Botschaften gesandt worden und es best\u00fcnden unklare Punkte.<\/p>\n<p><a title=\"ENSI-Antwort\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6b5088e6-6b5088e6-20111005_antwort_ensi_verf\u00fcgung_.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Download ENSI-Antwort<\/a><\/p>\n<p>In den Augen von Greenpeace reizt das ENSI den enormen Interpretationsspielraum, was eine \u201eakute oder unmittelbare Gefahr\u201c ist, zum Teil bis an die \u00e4usserste Grenze aus oder \u00fcberschreitet ihn sogar, indem es f\u00fcr die Verbesserung von evidenten Anlagem\u00e4ngeln zu komfortable Fristen gew\u00e4hrt. Da diese Punkte, die Rolle des ENSI sowie die M\u00e4ngel des AKW\u00a0 M\u00fchleberg auch Gegenstand anderer juristischer und politischer Auseinandersetzungen sind, verzichtet Greenpeace auf den Weiterzug des Verfahrens an das Bundesverwaltungsgericht.\u00a0 Greenpeace beh\u00e4lt sich aber vor, bei wiederholten largen Auslegungen der Gesetze erneut juristisch zu intervenieren.<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<p>Kaspar Schuler, Bereichsleiter Klima &amp; Energie bei Greenpeace Tel. 079 702 86 52<\/p>\n<p>Prof. Heribert Rausch\u00a0 Tel. 044 910 73 12<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heribert Rausch, emeritierter Professor f\u00fcr \u00f6ffentliches Recht, wirft der schweizerischen Atomaufsichtsbeh\u00f6rde (Ensi) in einer Rechtsschrift \u201egravierende Rechtsverdrehung\u201c vor. 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