{"id":6256,"date":"2011-08-31T00:00:00","date_gmt":"2011-08-30T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6256\/der-eth-feldversuch-mit-gentech-weizen-ein-misserfolg-mit-unbeabsichtigtem-nebeneffekt\/"},"modified":"2022-02-28T14:24:09","modified_gmt":"2022-02-28T13:24:09","slug":"der-eth-feldversuch-mit-gentech-weizen-ein-misserfolg-mit-unbeabsichtigtem-nebeneffekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6256\/der-eth-feldversuch-mit-gentech-weizen-ein-misserfolg-mit-unbeabsichtigtem-nebeneffekt\/","title":{"rendered":"Der ETH-Feldversuch mit Gentech-Weizen: ein Misserfolg mit unbeabsichtigtem Nebeneffekt"},"content":{"rendered":"<p><b>Bern, 1. September 2011. Im Gegensatz zu den Forschenden bewertet die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnolgie SAG die Resultate des Freisetzungsversuches mit genmanipuliertem Weizen der ETH und Uni Zu\u0308rich als Misserfolg. Das vier Millionen Franken teure Herzstu\u0308ck des Nationalen Forschungsprogrammes NFP 59 hat lediglich besta\u0308tigt, was bekannt war: Unter Umweltbedingungen zeigen Labor-Gentechpflanzen oft unerwartete Reaktionen und Nebeneffekte.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Florianne Koechlin, SAG-Vorstandsmitglied, Biologin und Gentech-Kritikerin der ersten Stunde analysierte die Ergebnisse der Freisetzungsversuche mit mehltauresistentem Gentech-Weizen. Dem Konsortium Weizen, das Forschende von ETH und Uni Zu\u0308rich sowie weiterer Universita\u0308ten vereint, wirft sie vor, die mageren Resultate kommunikativ zu bescho\u0308nigen. \u00abDie unerwarteten Nebenwirkungen waren keine U\u0308berraschung. Das hat sich in den letzten 20 Jahren immer und immer wieder besta\u0308tigt: Genmanipulierte Pflanzen verhalten sich im Freiland anders als im Labor.\u00bb Der Grund dafu\u0308r: Die eingefu\u0308hrten Gene verursachen im ganzen Organismus Turbulenzen.<\/p>\n<p>Florianne Koechlin fordert mehr Agrarforschung, die direkt bei den Problemen der Bauern anknu\u0308pft und die die Komplexita\u0308t der O\u0308kosysteme einbeziehen kann. Fu\u0308r diese Art Forschung soll der Bund mehr Gelder zur Verfu\u0308gung stellen, nicht fu\u0308r sinnlose Freisetzungsexperimente mit Gentech-Pflanzen.<\/p>\n<p><strong>Moratoriums-Verla\u0308ngerung bleibt politischer Entscheid<\/strong><\/p>\n<p>Maya Graf, Nationalra\u0308tin der Gru\u0308nen und SAG-Pra\u0308sidentin glaubt nicht, dass die Resultate des NFP 59 den Erkenntnisgewinn fu\u0308r Bundesrat und Parlament bringen, den man sich beim Start vor vier Jahren zum Ziel setzte. \u00abEs bleibt an der Politik u\u0308ber das Anbau-Moratorium fu\u0308r Gentech-Pflanzen zu entscheiden.\u00bb In dieser Frage sind fu\u0308r Maya Graf die positiven Erfah- rungen, welche der Erna\u0308hrungssektor unter dem Schutzschirm des Moratoriums sammelte wichtiger als die Forschungsprojekte an Weizen. Weizen sei schon zu Beginn der Versuche als unpassende Kulturpflanze kritisiert worden. Daran hat sich nichts gea\u0308ndert.<\/p>\n<p>Die SAG ru\u0308stet sich fu\u0308r die Gentechfrei-Zukunft. Bis Anfang 2012 wollen die Bauern-, Konsumenten-, Umwelt-, Entwicklungs- und Tierschutzorganisationen Strategien und Massnahmen fu\u0308r die Zeit nach Ablauf des bis Ende 2013 andauernden Gentech-Moratoriums entwickeln. Gemeinsames Ziel ist, dass die Schweizer Land- und Erna\u0308hrungswirtschaft unter optimalen Bedingungen gentechfreie Lebensmittel herstellen ko\u0308nnen. Die Auslegeordnung der Strategien geht von einer Gentechfrei-Initiative 2 u\u0308ber parlamentarische Vorsto\u0308sse bis zum reinen Marktszenario, das darauf baut, dass weder die KonsumentInnen noch der Detailhandel an Gentech-Lebensmitteln interessiert sind.<br \/>\n<strong><br \/>\nFokus international: Koexistenz funktioniert schlecht<\/strong><\/p>\n<p>Zum Medientreffen hatte die SAG Prof. Jack Heinemann, Molekularbiologe an der University of Canterbury (Neuseeland) eingeladen. Er untersucht in einem internationalen wissenschaftlichen Netzwerk die praktizierte Koexistenz von genmanipulierten und herko\u0308mmlichen Pflanzen. Wenn der Schutz der gentechnikfreien Produktion als Mass fu\u0308r das Funktionieren der Koexistenz genommen wird, dann fa\u0308llt sein Urteil erba\u0308rmlich aus. Heinemann belegt an zahlreichen weltweit bereits eingetretenen Fehlschla\u0308gen, dass die erwu\u0308nschte Trennung von GVO und Nicht-GVO zu unlo\u0308sbaren Problemen fu\u0308hrt. Die Koexistenzstrategie, beide Anbausysteme nebeneinander mo\u0308glich zu machen, geht nicht auf.<\/p>\n<p>Fu\u0308r Heinemann versta\u0308rken sich diese Probleme im Hinblick auf die kleinra\u0308umige Schweizer Landwirtschaft. Der Landwirtschaft wu\u0308rde eine Situation bevorstehen, die laufend von Rechtsstreitigkeiten und Gerichtsverfahren gepra\u0308gt wa\u0308re. Mittelfristig wu\u0308rde die Koexistenz dazu fu\u0308hren, dass die Konsumentinnen und Konsumenten Gentech-Verunreinigungen in Bioprodukten akzeptieren mu\u0308ssten. La\u0308ngerfristig wa\u0308re zu erwarten, dass biologisches und konventionelles Saatgut mit Gentech-Saatgut verunreinigt wu\u0308rde. Die Situation in La\u0308ndern, wo die Koexistenzlo\u0308sung bereits praktiziert wird, zeigt, dass der gentechfrei produzierende Bauer zudem unverha\u0308ltnisma\u0308ssig hohe Kosten zu tragen hat.<\/p>\n<p>Marianne Ku\u0308nzle von Greenpeace begru\u0308ndet, weshalb die Schweiz nicht zum Sonderfall wird, wenn sie auch nach Ablauf des Moratoriums gentechfrei bleibt. Mehrere europa\u0308ische La\u0308nder haben den Anbau von Gentech-Pflanzen verboten, Hunderte Sta\u0308dte, Gemeinden und Regionen deklarieren sich freiwillig als \u00abgentechfrei\u00bb. Auch sind die sowieso sehr kleinen Gentech- Anbaufla\u0308chen in der EU im letzten Jahr um 13% gesunken. \u00abWenn die Schweizer Land- und Lebensmittelwirtschaft gentechfrei bleibt, ist das kein ru\u0308ckwa\u0308rtsgewandter Entscheid. Die Schweiz wird hingegen zum Sonderfall, wenn sie in Zukunft auf Agro-Gentechnik setzen wu\u0308rde.\u00bb sagt Marianne Ku\u0308nzle.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bern, 1. September 2011. Im Gegensatz zu den Forschenden bewertet die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnolgie SAG die Resultate des Freisetzungsversuches mit genmanipuliertem Weizen der ETH und Uni Zu\u0308rich als Misserfolg. Das&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":6258,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-6256","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6256\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6258"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6256"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=6256"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=6256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}