{"id":6261,"date":"2011-09-14T00:00:00","date_gmt":"2011-09-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6261\/axpo-auf-einem-auge-blind-auf-dem-anderen-kurzsichtig\/"},"modified":"2019-05-30T07:22:15","modified_gmt":"2019-05-30T05:22:15","slug":"axpo-auf-einem-auge-blind-auf-dem-anderen-kurzsichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6261\/axpo-auf-einem-auge-blind-auf-dem-anderen-kurzsichtig\/","title":{"rendered":"Axpo auf einem Auge blind, auf dem anderen kurzsichtig"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 15.9.2011. Schweizer Atomstrom wird immer dreckiger. Nachdem Greenpeace vor zwei Jahren enth\u00fcllt hatte, dass die Axpo ihre Brennelemente in der atomaren Dreckschleuder Majak produzieren l\u00e4sst, wurde nun gestern in einem Rundschau-Bericht bekannt, dass der AKW-Betreiber einen neuen Vertrag f\u00fcr Uranlieferungen aus der sibirischen Produktionsanlage Seversk abgeschlossen hat \u2013 obwohl die Umgebung in Seversk wie bei Majak weitr\u00e4umig radioaktiv verseucht ist. Dies ist skandal\u00f6s, hatte doch die Axpo versprochen, ihre Brennstofflieferungen besser zu \u00fcberpr\u00fcfen. Greenpeace fordert von der Axpo, endlich aus den  Uran-Gesch\u00e4ften mit Russland auszusteigen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Die <a title=\"Rundschau\" href=\"Die%20Rundschau%20des%20Schweizer%20Fernsehens%20wartete%20gestern%20mit%20erschreckenden%20Bildern%20auf:%20Ein%20Kalb%20mit%20zwei%20K%C3%B6pfen%20und%20schwerst%20behinderte%20Kinder%20zeugten%20von%20der%20radioaktiven%20Verseuchung%20rund%20um%20die%20russische%20Atomanlage%20Seversk.%20Dort%20bezieht%20die%20Axpo%20und%20ihr%20Atomkraftwerk%20Leibstadt%20seit%20einem%20Jahr%20Uran%20f%C3%BCr%20die%20Brennelementproduktion.%20Nach%20etlichen%20schweren%20Unf%C3%A4llen%20in%20der%20Vergangenheit%20setzt%20dieses%20Werk%20auch%20heute%20noch%20t%C3%A4glich%20Radioaktivit%C3%A4t%20in%20die%20Umwelt%20frei.%20%20%20Besonders%20stossend:%20Seit%20zwei%20Jahren%20erkl%C3%A4rte%20die%20Axpo%20gegen%C3%BCber%20der%20%C3%96ffentlichkeit,%20man%20wolle%20die%20Brennstofflieferungen%20besser%20%C3%BCberpr%C3%BCfen.%20Dies,%20weil%20der%20Stromkonzern%20nach%20langem%20Z%C3%B6gern%20Greenpeace%20hatte%20recht%20geben%20und%20einr%C3%A4umen%20m%C3%BCssen,%20dass%20der%20Brennstoff%20nicht%20-%20wie%20in%20der%20eigenen%20%C3%96kobilanz%20f%C3%A4lschlicherweise%20deklariert%20-%20aus%20der%20Abr%C3%BCstung%20stammt,%20sondern%20aus%20der%20Wiederaufarbeitung%20im%20ber%C3%BCchtigten%20Atomkomplex%20in%20Majak.%20Auch%20%C3%BCber%20die%20Herkunft%20des%20Brennstoffs%20f%C3%BCr%20das%20AKW%20Leibstadt%20stelle%20die%20Axpo%20Nachforschungen%20an,%20wurde%20versprochen.%20Denn,%20so%20die%20Axpo%20auf%20ihrer%20Website:%20%E2%80%9EAls%20f%C3%BChrendes%20Energieunternehmen%20der%20Schweiz%20ist%20Axpo%20besonders%20verpflichtet,%20%C3%96kologie,%20Wirtschaftlichkeit%20und%20soziale%20Verantwortung%20in%20Einklang%20zu%20bringen%E2%80%9C%20und%20%E2%80%9EDer%20Axpo%20Konzern%20sagt,%20was%20er%20tut%20%E2%80%93%20und%20tut,%20was%20er%20sagt%E2%80%9C.%20%20Dies%20sind%20leere%20Worte,%20denn%20in%20den%20vergangenen%20zwei%20Jahren%20ist%20nichts%20passiert.%20Im%20Gegenteil:%20Wie%20in%20der%20gestrigen%20Rundschau%20bekannt%20wurde,%20hat%20die%20Axpo%20offenbar%20nur%20ein%20Jahr%20nachdem%20sie%20beteuert%20hatte,%20ihre%20Russlandgesch%C3%A4fte%20zu%20%C3%BCberpr%C3%BCfen%20einen%2015-Jahres-Vertrag%20f%C3%BCr%20Uran-Lieferungen%20aus%20Seversk%20abgeschlossen%20zur%20Herstellung%20von%20Brennelementen%20f%C3%BCr%20das%20AKW%20Leibstadt.%20Dies%20im%20Wissen%20darum,%20dass%20die%20Umgebung%20von%20Seversk%20ebenso%20wie%20jene%20von%20Majak%20weitr%C3%A4umig%20radioaktiv%20verseucht%20ist.%20%20%20%20Wie%20erschreckend%20die%20Situation%20in%20Seversk%20-%20auch%20bekannt%20als%20Anlage%20Tomsk-7%20-%20ist%20,%20%20zeigte%20der%20gestrige%20Rundschau-Beitrag%20in%20aller%20Deutlichkeit.%20Eine%202008%20publizierte%20Studie%20,%20an%20der%20Wissenschafter%20des%20Paul-Scherrer-Instituts%20in%20W%C3%BCrenlingen%20mitgewirkt%20hatten,%20dokumentiert%20die%20bedenkliche%20Umweltsituation%20rund%20um%20das%20Werk.%20Die%20Entsorgung%20der%20Fl%C3%BCssigabf%C3%A4lle%20erfolgt%20durch%20Injektion%20in%20den%20Boden%20-%20eine%20absolut%20untolerable%20Methode.%20%20%C2%ABBeim%20neuen%20Vertrag%20f%C3%BCr%20Brennstofflieferung%20aus%20Seversk%20kann%20sich%20die%20Axpo%20nicht%20mehr%20herausreden%20und%20behaupten,%20der%20Zwischenh%C3%A4ndler%20habe%20nicht%20informiert,%20wie%20das%20im%20Fall%20Majak%20der%20Fall%20war.%20Hier%20handelt%20es%20sich%20um%20einen%20direkten%20Vertrag%20zwischen%20AXPO%20und%20der%20russischen%20TENEX,%20einer%20Staatsfirma%20der%20Rosatom-Gruppe.%20Und%20die%20Situation%20um%20das%20Werk%20Tomsk-7%20in%20Seversk%20war%20bekannt%C2%BB,%20so%20Stefan%20F%C3%BCglister,%20Atomexperte%20von%20Greenpeace.%20%20%20Die%20Zeit%20der%20Plattit%C3%BCden%20und%20Beschwichtigungen%20seitens%20der%20Axpo%20ist%20definitiv%20abgelaufen.%20Greenpeace%20fordert%20die%20Axpo%20auf,%20jetzt%20endlich%20zu%20handeln%20und%20die%20Vertr%C3%A4ge%20mit%20russischen%20Zulieferern%20zu%20k%C3%BCnden.%20%20%20Kontakt:%20Stefan%20F%C3%BCglister,%20Atomexperte%20f%C3%BCr%20Greenpeace%20%20079%20773%2019%2031%20%20%20Studie:%20Gauthier-Lafaye%20F.%20Radioisotope%20contaminations%20from%20releases%20of%20the%20Tomsk-%20Seversk%20nuclear%20facility%20(Siberia,%20Russia)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rundschau des Schweizer Fernsehens<\/a> wartete gestern mit erschreckenden Bildern auf: Ein Kalb mit zwei K\u00f6pfen und schwerst behinderte Kinder zeugten von der radioaktiven Verseuchung rund um die russische Atomanlage Seversk. Dort bezieht die Axpo und ihr Atomkraftwerk Leibstadt seit einem Jahr Uran f\u00fcr die Brennelementproduktion. Nach etlichen schweren Unf\u00e4llen in der Vergangenheit setzt dieses Werk auch heute noch t\u00e4glich Radioaktivit\u00e4t in die Umwelt frei.<\/p>\n<p>Besonders stossend: Seit zwei Jahren erkl\u00e4rte die Axpo gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit, man wolle die Brennstofflieferungen besser \u00fcberpr\u00fcfen. Dies, weil der Stromkonzern nach langem Z\u00f6gern Greenpeace hatte recht geben und einr\u00e4umen m\u00fcssen, dass der Brennstoff nicht &#8211; wie in der eigenen \u00d6kobilanz f\u00e4lschlicherweise deklariert &#8211; aus der Abr\u00fcstung stammt, sondern aus der Wiederaufarbeitung im ber\u00fcchtigten Atomkomplex in Majak. Auch \u00fcber die Herkunft des Brennstoffs f\u00fcr das AKW Leibstadt stelle die Axpo Nachforschungen an, wurde versprochen. Denn, so die Axpo auf ihrer Website: \u201eAls f\u00fchrendes Energieunternehmen der Schweiz ist Axpo besonders verpflichtet, \u00d6kologie, Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen\u201c und \u201eDer Axpo Konzern sagt, was er tut \u2013 und tut, was er sagt\u201c.<\/p>\n<p>Dies sind leere Worte, denn in den vergangenen zwei Jahren ist nichts passiert. Im Gegenteil: Wie in der gestrigen Rundschau bekannt wurde, hat die Axpo offenbar nur ein Jahr nachdem sie beteuert hatte, ihre Russlandgesch\u00e4fte zu \u00fcberpr\u00fcfen einen 15-Jahres-Vertrag f\u00fcr Uran-Lieferungen aus Seversk abgeschlossen zur Herstellung von Brennelementen f\u00fcr das AKW Leibstadt. Dies im Wissen darum, dass die Umgebung von Seversk ebenso wie jene von Majak weitr\u00e4umig radioaktiv verseucht ist. \u00a0<\/p>\n<p>Wie erschreckend die Situation in Seversk &#8211; auch bekannt als Anlage Tomsk-7 &#8211; ist ,\u00a0 zeigte der gestrige Rundschau-Beitrag in aller Deutlichkeit. Eine 2008 publizierte Studie* , an der Wissenschafter des Paul-Scherrer-Instituts in W\u00fcrenlingen mitgewirkt hatten, dokumentiert die bedenkliche Umweltsituation rund um das Werk. Die Entsorgung der Fl\u00fcssigabf\u00e4lle erfolgt durch Injektion in den Boden &#8211; eine absolut untolerable Methode.<\/p>\n<p>\u00abBeim neuen Vertrag f\u00fcr Brennstofflieferung aus Seversk kann sich die Axpo nicht mehr herausreden und behaupten, der Zwischenh\u00e4ndler habe nicht informiert, wie das im Fall Majak der Fall war. Hier handelt es sich um einen direkten Vertrag zwischen AXPO und der russischen TENEX, einer Staatsfirma der Rosatom-Gruppe. Und die Situation um das Werk Tomsk-7 in Seversk war bekannt\u00bb, so Stefan F\u00fcglister, Atomexperte von Greenpeace.<\/p>\n<p>Die Zeit der Plattit\u00fcden und Beschwichtigungen seitens der Axpo ist definitiv abgelaufen. Greenpeace fordert die Axpo auf, jetzt endlich zu handeln und die Vertr\u00e4ge mit russischen Zulieferern zu k\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong> Stefan F\u00fcglister, Atomexperte f\u00fcr Greenpeace\u00a0 079 773 19 31<\/p>\n<p>*Studie: Gauthier-Lafaye F. Radioisotope contaminations from releases of the Tomsk- Seversk nuclear facility (Siberia, Russia)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 15.9.2011. Schweizer Atomstrom wird immer dreckiger. 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