{"id":6267,"date":"2011-05-24T00:00:00","date_gmt":"2011-05-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6267\/neue-globale-greenpeace-kampagne-zum-schutz-des-wassers-vor-chemischer-verschmutzung\/"},"modified":"2019-05-30T07:22:25","modified_gmt":"2019-05-30T05:22:25","slug":"neue-globale-greenpeace-kampagne-zum-schutz-des-wassers-vor-chemischer-verschmutzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6267\/neue-globale-greenpeace-kampagne-zum-schutz-des-wassers-vor-chemischer-verschmutzung\/","title":{"rendered":"Neue globale Greenpeace-Kampagne zum Schutz des Wassers vor chemischer Verschmutzung"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 25. Mai 2011. Greenpeace hat heute einen Bericht \u00fcber die Kosten der Wasser-Verschmutzung durch die Industrie ver\u00f6ffentlicht und lanciert damit eine internationale Wasserschutz-Kampagne. Als abschreckendes Lern-Beispiel daf\u00fcr, dass sich Umweltverschmutzung nicht lohnt, dienen unter anderem die Schweizer Chemiem\u00fclldeponien, die die Basler Chemie nun zu enorm hohen Kosten totalsanieren muss. Die L\u00e4nder des S\u00fcdens d\u00fcrfen die Fehler des Nordens nicht wiederholen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Der Greenpeace-Bericht \u00abHidden consequences, the costs of industrial water pollution on people, planet and profit\u00bb zeigt anhand von Beispielen und Bildern aus dem \u00abentwickelten\u00bb Norden (USA, Nord- und Osteuropa) sowie Asien (Thailand, Russland, China und den Philippinen), wie die Industrie mit ihren teilweise hochgiftigen Chemikalien lebenswichtige Fl\u00fcsse und Gew\u00e4sser verschmutzt. Viele dieser Stoffe sind persistent. Sie reichern sich in Sedimenten und in der Nahrungskette an. Das vergiftete Wasser wird in der Landwirtschaft und als Trinkwasser verwendet \u2013 zu einem hohen Preis. Die Folgen f\u00fcr Mensch, Tier und Umwelt sind verheerend, die Kosten noch kaum internalisiert. Der Greenpeace-Bericht demonstriert, wie schwierig bis unm\u00f6glich es ist, begangene Sch\u00e4den wieder gut zu machen oder die Verursacher zur Kasse zu beten. <\/p>\n<p>Als Abschreckbeispiel dient die Schweizer Chemiem\u00fcllproblematik in der Region Basel. Nach jahrelanger Greenpeace-Kampagne werden diese nun endlich saniert. Die Kosten daf\u00fcr sind enorm: Von Ende der 1950er-Jahre bis 2009 sparte die Basler Chemische Industrie mit der Billig-Ablagerung im Vergleich zu den damals \u00fcblichen Techniken Entsorgungskosten in der Gr\u00f6ssenordnung von 150 Millionen Franken. Dagegen stehen die Kosten, die Novartis, Roche und Co in den letzten Jahren aufbringen mussten, um zu untersuchen und wieder aufzur\u00e4umen: Bis 2010 waren es bereits rund 800 Millionen Franken, also schon das f\u00fcnffache dessen, was die Industrie mit der billigen Ablagerung des Chemiem\u00fclls damals eingespart hatte. Die Bereinigung der \u00abS\u00fcnden der Vergangenheit\u00bb allein in der Region Basel und Bonfol wird die Basler Chemieunternehmen zwischen 1.5 und 2 Milliarden Franken kosten.<\/p>\n<p>\u00abDie teuren Schweizer Altlastensanierungen sind ein eindr\u00fcckliches Beispiel daf\u00fcr, dass sich Umweltverschmutzung nicht lohnt. Diese Zahlen sind ein starkes Signal an den S\u00fcden, diese Fehler nicht zu wiederholen und stattdessen direkt sauber zu produzieren. Mit der Kampagne f\u00fcr sauberes Wasser will Greenpeace Mensch und Umwelt vor Chemiegiften sch\u00fctzen und wirtschaftliche, soziale und \u00f6kologische Kosten vermeiden\u00bb, sagt Matthias W\u00fcthrich, Chemieexperte bei Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist, dass es etwa in Asien noch m\u00f6glich ist, den Schaden zu begrenzen und zu verhindern, dass mit vielen anderen Fl\u00fcssen dasselbe passiert. Es braucht aber neue Vorschriften, um die kostbaren Lebensadern des S\u00fcdens zu retten, und um nicht in die selbe Kostenfalle zu tappen wie der Norden. Die einzige M\u00f6glichkeit zur Bek\u00e4mpfung dieser unsichtbaren Gefahren in unserem Wasser ist die Vorbeugung: An die Stelle der Versuche zur Schadensbegrenzung durch Abwasserreinigung m\u00fcssen aktive Massnahmen treten, um die Verwendung und Verklappung gef\u00e4hrlicher Chemikalien schrittweise zu stoppen. Daher ruft Greenpeace alle Regierungen auf, sich politisch innerhalb einer Generation auf der Grundlage der Vorbeugung und Vermeidung chemischer Stoffe dazu zu verpflichten, keine gef\u00e4hrlichen Chemikalien mehr zu verklappen (Zero Discharche). Diese Verpflichtung muss begleitet sein von einem Umsetzungsplan mit kurzfristigen Zielvorgaben, einer erg\u00e4nzbaren Liste besonders gef\u00e4hrlicher Schadstoffe, deren Bek\u00e4mpfung oberste Priorit\u00e4t hat und einem weltweit zug\u00e4nglichen Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregister (PRTR), also einer \u00f6ffentlich einsehbaren Datenbank der Emissionen und des Austritts von gef\u00e4hrlichen Stoffen.<\/p>\n<p>Seit mittlerweile drei Jahrzehnten warnen wir vor gef\u00e4hrlichen Chemikalien und schlagen L\u00f6sungsans\u00e4tze vor. Darauf begr\u00fcndet sich unsere Forderung, die Verklappung zu stoppen. Viele L\u00e4nder der s\u00fcdlichen Halbkugel erfahren jedoch derzeit eine rasante Industrialisierung. Dort ignoriert man anscheinend weitgehend die schmerzlichen Lektionen in Form enormer Folgekosten f\u00fcr Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft, die der Norden bereits lernen musste. <\/p>\n<p>\u00abDie Ver\u00f6ffentlichung der Studie ist erst der erste Schritt &#8211; weiter Schritte folgen\u00bb, verspricht Matthias W\u00fcthrich, der am Aufbau der internationalen Wasserkampagne von Greenpeace beteiligt ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Kampagnen\/Chemie\/HC\/\">Die \u00abHidden-Consequence\u00bb-Studie<\/a>, ein <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Multimedia\/Fotos\/HC-Report-\/\">Foto-Video-Essay<\/a> sowie die Geschichte der <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Kampagnen\/Chemie\/Chemopolis\/\">Basler Altlastenkampagne<\/a> finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Kampagnen\/Chemie\/HC\/\">www.greenpeace.ch.<\/a><\/p>\n<p>Eine Zusammenfassung des Reports auf Deutsch <a title=\"Zusammenfassung Hidden Consequences Report\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f090a6b9-f090a6b9-zusammenfassung_reporthc_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>:<br \/>Weitere Informationen bei:<br \/>Matthias W\u00fcthrich, Chemieexperte Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 31<br \/>Yves Zenger, Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 56<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 25. 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