{"id":6277,"date":"2011-06-27T00:00:00","date_gmt":"2011-06-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6277\/greenpeace-stellungnahme-zur-agrarpolitik-der-nutzen-liegt-im-gras\/"},"modified":"2019-05-30T07:22:39","modified_gmt":"2019-05-30T05:22:39","slug":"greenpeace-stellungnahme-zur-agrarpolitik-der-nutzen-liegt-im-gras","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6277\/greenpeace-stellungnahme-zur-agrarpolitik-der-nutzen-liegt-im-gras\/","title":{"rendered":"Greenpeace-Stellungnahme zur Agrarpolitik: Der Nutzen liegt im Gras"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 28. Juni 2011. Die Schweiz muss ihre landwirtschaftliche Produktion \u00f6kologischer gestalten. Ein beachtliches Verbesserungspotential liegt in einer konsequent graslandbasierten Milch- und Rindfleischproduktion. Der steigende Kraftfuttereinsatz bei Wiederk\u00e4uern ist \u00f6kologisch nicht vertretbar und nicht artgerecht. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems braucht es jetzt dringende Anpassungen. Landwirtschaftsbetriebe mit wenig bis gar keinem Kraftfuttereinsatz und \u00f6kologischerer Gr\u00fcndlandbewirtschaftung sollen mehr Unterst\u00fctzung erhalten. Die Umweltorganisation Greenpeace fordert den Bundesrat in ihrer Stellungnahme zur Agrarpolitik 2014-17 auf, entsprechende Massnahmen zu erarbeiten.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Trotz vieler Milliarden Franken Direktzahlungen erf\u00fcllt die Schweizer Landwirtschaft den Verfassungsauftrag nur sehr bedingt<a href=\"\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Greenpeace-Stellungnahme-zur-Agrarpolitik-Der-Nutzen-liegt-im-Gras\/#_ftn1\">[1]<\/a>:  Der \u00abErhalt der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen\u00bb ist nicht gew\u00e4hrleistet,  die Schweizer Lebensmittelproduktion ist bei weitem nicht \u00abnachhaltig\u00bb.  Die Schweiz hat europaweit einen der dichtesten Nutztierbest\u00e4nde. Das  f\u00fchrt zu \u00fcberd\u00fcngten B\u00f6den und Gew\u00e4ssern und schlussendlich zu einer  schwindenden Artenvielfalt. Die Tierproduktion ist nicht (mehr) an  unsere nat\u00fcrlichen Ressourcen angepasst. Rund die halbe Ackerfl\u00e4che wird  f\u00fcr den Futterbau gebraucht. Im Ausland braucht es fast noch einmal die  ganze Ackerfl\u00e4che der Schweiz um den Futtermittelbedarf zu decken. So  haben sich gem\u00e4ss Statistik die Sojaimporte seit 1990 verzehnfacht<a href=\"\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Greenpeace-Stellungnahme-zur-Agrarpolitik-Der-Nutzen-liegt-im-Gras\/#_ftn2\">[2]<\/a>!\u00a0  Der gr\u00f6sste Teil der Welt-Sojaernte wird an Nutztiere verf\u00fcttert. In  Produzentenl\u00e4ndern f\u00fchrt das zu gravierenden Folgen f\u00fcr Mensch und  Umwelt. 2008 wurden rund 250\u2019000 Tonnen Soja zur Nutztierf\u00fctterung in  die Schweiz importiert.<\/p>\n<p>Die Ausdehnung einer solchen tierischen Produktion muss gestoppt  werden: Eine wieder konsequent an unsere nat\u00fcrlichen Grundlagen  angepasste Rindviehproduktion verringert nicht nur den Soja-Importberg  um ganze 41 %, sie reduziert auch Milch\u00fcbersch\u00fcsse, ist tiergerechter  und generiert Milch oder Rindfleisch mit einem h\u00f6heren Anteil an  wertvollen Inhaltstoffen.<\/p>\n<p>\u00abMilch und Fleisch von K\u00fchen zu konsumieren, die praktisch nur Gras  fressen, ist absolut notwendiger Umweltschutz. Und es ist ein Beitrag  f\u00fcr unser eigenes Wohlbefinden sowie dasjenige der Tiere\u00bb, sagt Marianne  K\u00fcnzle von Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p>Greenpeace nimmt Stellung zum Bericht des Bundesrats zur Agrarpolitik 2014-17<a href=\"\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Greenpeace-Stellungnahme-zur-Agrarpolitik-Der-Nutzen-liegt-im-Gras\/#_ftn3\">[3]<\/a>.  Kernelement ist die Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems.  Steuergelder sollen k\u00fcnftig ziel- und leistungsorientierter verteilt  werden. Das macht durchaus Sinn. So f\u00fchrt eine Abschaffung der  allgemeinen Tierbeitr\u00e4ge oder die Schaffung von Biodiversit\u00e4ts- oder  Produktionssystembeitr\u00e4gen tendenziell zu einer an unsere nat\u00fcrlichen  Ressourcen angepassteren Milch- und Rindfleischproduktion. Die daf\u00fcr  vorgesehenen Gelder sind aber viel zu tief angesetzt. Im  Bundesratsbericht fehlen auch klar definierte Umweltziele, die die  Schweizer Landwirtschaft erreichen muss.<\/p>\n<p>Weitere Informationen und die Greenpeace-Stellungnahme zur Agrarpolitik 2014-17 finden Sie unter: <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/landwirtschaft\">http:\/\/www.greenpeace.ch\/landwirtschaft<\/a><\/p>\n<p>Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschafts-Kampagne, 079 410 76 48<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr size=\"1\">\n<p><a href=\"\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Greenpeace-Stellungnahme-zur-Agrarpolitik-Der-Nutzen-liegt-im-Gras\/#_ftnref1\">[1]<\/a> Bundesverfassung Art. 104 Landwirtschaft<\/p>\n<p>\u201eDer Bund sorgt daf\u00fcr, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige  und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag  leistet zur:<\/p>\n<p>a. sicheren Versorgung der Bev\u00f6lkerung;<\/p>\n<p>b. Erhaltung der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen und zur Pflege der Kulturlandschaft;<\/p>\n<p>c. dezentralen Besiedlung des Landes.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Greenpeace-Stellungnahme-zur-Agrarpolitik-Der-Nutzen-liegt-im-Gras\/#_ftnref2\">[2]<\/a> \u201eSojaimporte Schweiz: M\u00f6glichkeiten und Grenzen der  Reduktion\/Vermeidung von Sojaimporten in die Schweiz \u2013 Eine Untersuchung  im Auftrag von Greenpeace, Agrofutura 2011<\/p>\n<p><a href=\"\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Kontakt\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Greenpeace-Stellungnahme-zur-Agrarpolitik-Der-Nutzen-liegt-im-Gras\/#_ftnref3\">[3]<\/a> Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems; Bericht des Bundesrates in  Erf\u00fcllung der Motion der Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben des  St\u00e4nderates vom 10. November 2006 (06.3635), 6. Mai 2009<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 28. Juni 2011. Die Schweiz muss ihre landwirtschaftliche Produktion \u00f6kologischer gestalten. Ein beachtliches Verbesserungspotential liegt in einer konsequent graslandbasierten Milch- und Rindfleischproduktion. 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