{"id":6338,"date":"2010-09-08T00:00:00","date_gmt":"2010-09-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6338\/raus-aus-dreckigen-uran-geschaeften-mit-russland\/"},"modified":"2019-05-30T07:24:19","modified_gmt":"2019-05-30T05:24:19","slug":"raus-aus-dreckigen-uran-geschaeften-mit-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6338\/raus-aus-dreckigen-uran-geschaeften-mit-russland\/","title":{"rendered":"Raus aus dreckigen Uran-Gesch\u00e4ften mit Russland!"},"content":{"rendered":"<p><b>Z\u00fcrich, 9. September 2010 \u2013 In Schweizer Atomkraftwerken wird Uran  aus der ber\u00fcchtigten russischen Wiederaufarbeitungsanlage Majak eingesetzt. Dies haben in der gestrigen Ausgabe der \u201eRundschau\u201c des Schweizer Fernsehens Vertreter der AKW G\u00f6sgen und Beznau zum ersten Mal \u00f6ffentlich zugegeben. Das Gest\u00e4ndnis best\u00e4tigt Recherchen von Greenpeace Schweiz, wonach der \u201esaubere\u201c Schweizer Atomstrom aus \u00fcberaus dreckigen Quellen stammt. Greenpeace fordert die Schweizer Atomindustrie auf, aus ihren zweifelhaften Uran-Gesch\u00e4ften mit Russland auszusteigen und ihre unlautere Werbekampagne f\u00fcr Atomstrom abzubrechen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Jahrelang haben die Betreiber der Schweizer AKW die Herkunft\u00a0 ihres Brennmaterials verschleiert. In der gestrigen \u201eRundschau\u201c nun gaben\u00a0 AKW-Betreiber erstmals zu: Die Schweizer Atomindustrie setzt in den AKW G\u00f6sgen und Beznau Brennstoff ein, der in Majak aus verbrauchtem nuklearem Brennstoff von russischen U-Booten und Eisbrechern wiederaufgearbeitet wird. Damit steht die von der Atomindustrie so gerne ger\u00fchmte \u201esaubere\u201c Atomenergie\u201c in\u00a0 einem sehr dunklen Licht.<\/p>\n<p><strong>Majak ist eine tickende Zeitbombe<\/strong><\/p>\n<p>Majak gilt neben Tschernobyl, wo 1986 ein Reaktor explodierte, als verstrahltester Ort der Welt. Einerseits, weil in den F\u00fcnzigerjahren ein Tank mit hoch radioaktivem Plutonium explodierte, andererseits, weil auch heute noch im laufenden Betrieb radioaktive Abw\u00e4sser direkt in den Fluss Tetscha geleitet werden. Radioaktive Fl\u00fcssigkeiten lagern kaum gesichert unter freiem Himmel und gef\u00e4hrden Wasserl\u00e4ufe bis hin zur arktischen See.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen der Anlage f\u00fcr die ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung sind verheerend: Die Krebsrate ist \u00fcberdurchschnittlich hoch, ebenso die Zahl der Fehlgeburten. Viele Kinder kommen mit genetischen Sch\u00e4den und zum Teil schwersten Behinderungen zur Welt. Der Leiter den Anlage, Vitali Sadovnikov, wurde zwar 2006 wegen Einleitung von Millionen von Kubikmetern radioaktiver Fl\u00fcssigabf\u00e4lle in einen Fluss, der Trinkwasser f\u00fcr die Anrainer liefert, verhaftet, kam aber dank einer Generalamnestie wieder frei.<\/p>\n<p><strong>Mitschuld an Umweltzerst\u00f6rung und menschlichem Leid<\/strong><\/p>\n<p>Die\u00a0 Schweizer AKW-Betreiber reden nur h\u00f6chst ungern dar\u00fcber, dass ihre \u201esicheren und sauberen\u201c Atomkraftwerke ohne ausl\u00e4ndische Lieferanten und \u201eWiederverwerter\u201c nicht betriebsf\u00e4hig w\u00e4ren. Denn der \u201eeinheimische\u201c Strom wird mit ausl\u00e4ndischem Uran, franz\u00f6sischer Technologie und russischen Helfern produziert. \u00abOhne die Einbindung in die internationale Atomindustrie k\u00f6nnten die hiesigen Atommeiler keine einzige Kilowattstunde Strom liefern\u00bb, sagt Stefan F\u00fcglister, Atomexperte und Autor der Greenpeace-Studie \u201eRecycling von Wiederaufbereitungsuran?\u201c. \u00abDass die verheerendsten Umweltverbrechen an entlegenen Orten wie Majak stattfinden, entbindet die Schweizer AKW-Betreiber nicht von ihrer Verantwortung. Wer mit Partnern Handel treibt, denen schwere Umweltvergehen angelastet werden, macht sich mitschuldig.\u00bb<\/p>\n<p>Nach dem jetzt vorliegenden Eingest\u00e4ndnis fordert Greenpeace die Schweizer AKW-Betreiber\u00a0 auf, s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftsbeziehungen mit den russischen Staatsbetrieben zu sistieren und ihre unlautere Werbekampagne f\u00fcr so genannt &#171;sauberen Atomstrom&#187; aufzugeben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tagesschau.sf.tv\/Nachrichten\/Archiv\/2010\/09\/08\/Schweiz\/Dreckiges-Uran-aus-Russland-fuer-Schweizer-AKW\">Rundschau-Beitrag vom 8.9.2010<\/a><\/p>\n<p><strong>Kontakt<\/strong><\/p>\n<p>Stefan F\u00fcglister, Atomexperte f\u00fcr Greenpeace Schweiz, Tel. 079 773 19 31<\/p>\n<p>Franziska Rosenmund, Medienbeauftragte Klima und Energie Greenpeace Schweiz, Tel. 044 447 41 54<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><!-- START DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"listings items\">\n<h3 title=\"Weitere Informationen\">Weitere Informationen<\/h3>\n<div class=\"\">\n<ul>\n<li>\n    <a title=\"Greenpeace-Recherche \u201eRecycling von Wiederaufarbeitungsuran? Ein Einblick in die Gesch\u00e4fte der Schweizer Atomindustrie mit russischen Brennstoffproduzenten\u201c, 2009\" href=\"\/switzerland\/de\/Publikationen\/Reports-Atom\/Recycling-von-Wiederaufarbeitungsuran\/\"><br \/>\n            <span><br \/>\n\t            <img decoding=\"async\" title=\"Greenpeace-Recherche \u201eRecycling von Wiederaufarbeitungsuran? Ein Einblick in die Gesch\u00e4fte der Schweizer Atomindustrie mit russischen Brennstoffproduzenten\u201c, 2009\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/9f49f9e0-9f49f9e0-teaser_wiederaufarbeitung.png\" alt=\"Greenpeace-Recherche \u201eRecycling von Wiederaufarbeitungsuran? Ein Einblick in die Gesch\u00e4fte der Schweizer Atomindustrie mit russischen Brennstoffproduzenten\u201c, 2009\" style=\"border-width:0px;\"><br \/>\n\t        <\/span><br \/>\n\t    Greenpeace-Recherche \u201eRecycling von Wiederaufarbeitungsuran? Ein&#8230;<\/a>\t<\/p>\n<p class=\"contenttype\">Download-Seite<\/p>\n<div class=\"text\">\n<p>Seit Jahren beziehen die AKW Beznau (Axpo) und G\u00f6sgen (Alpiq, ehemals&#8230;<br \/>\n    <a title=\"Mehr...\" href=\"\/switzerland\/de\/Publikationen\/Reports-Atom\/Recycling-von-Wiederaufarbeitungsuran\/\">Mehr&#8230;<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/li>\n<li>\n    <a title=\"Uranstory: der unsaubere Weg der Brennstoffe f\u00fcr Schweizer AKW\" href=\"http:\/\/www.uranstory.ch\/\">Uranstory: der unsaubere Weg der Brennstoffe f\u00fcr Schweizer AKW<\/a>\t<\/p>\n<p class=\"contenttype\">Link<\/p>\n<div class=\"text\">\n<p>\n    <a title=\"Mehr...\" href=\"http:\/\/www.uranstory.ch\/\">Mehr&#8230;<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/li>\n<li>\n    <a title=\"Bildmaterial zu Majak\" href=\"\/switzerland\/link\/357e6aebe711402e923f8bfe608a2abf.aspx\">Bildmaterial zu Majak<\/a>\t<\/p>\n<p class=\"contenttype\">Link<\/p>\n<div class=\"text\">\n<p>\n    <a title=\"Mehr...\" href=\"\/switzerland\/link\/357e6aebe711402e923f8bfe608a2abf.aspx\">Mehr&#8230;<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<p> <!-- END DYNAMIC CONTENT --><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich, 9. 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