{"id":63566,"date":"2021-01-22T17:06:38","date_gmt":"2021-01-22T16:06:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=63566"},"modified":"2021-01-25T10:48:33","modified_gmt":"2021-01-25T09:48:33","slug":"zur-abstimmung-ueber-das-freihandelsabkommen-mit-indonesien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/63566\/zur-abstimmung-ueber-das-freihandelsabkommen-mit-indonesien\/","title":{"rendered":"Zur Abstimmung \u00fcber das Freihandelsabkommen mit Indonesien"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wir halten die Handelspolitik der Schweiz f\u00fcr h\u00f6chst problematisch, da die angestrebten Freihandelsabkommen priorit\u00e4r auf Wachstum zielen, dies auf Kosten von Umwelt und Menschenrechte. Grenz\u00fcberschreitende Handelsbeziehungen m\u00fcssten eine nachhaltige Entwicklung des Agrar- und Ern\u00e4hrungssektors erm\u00f6glichen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Es ist grunds\u00e4tzlich ein Schritt in die richtige Richtung, dass man im gegebenen Abkommen versucht hat, Nachhaltigkeitskriterien f\u00fcr Palm\u00f6l zu ber\u00fccksichtigen. Dennoch vermag das&nbsp; bestehende Abkommen den Import von nachhaltigem Palm\u00f6l nicht zu garantieren. <\/p>\n\n<p>F\u00fcr den Nachweis von nachhaltig produziertem Palm\u00f6l soll unter anderem das am weitesten verbreitete Label RSPO (Roundtable for Sustainable Palmoil) verwendet werden. Greenpeace kritisiert das Label seit Jahren und hat mehrfach aufgezeigt, warum es keine nachhaltige Produktion garantieren kann \u2014&nbsp;Palm\u00f6l, das pestizidfrei produziert wird und nicht aus neuer Urwald- und Torfbodenzerst\u00f6rung kommt. Seit der \u00dcberarbeitung der Kriterien liegen die Hauptprobleme bei der Umsetzung und insbesondere bei den Kontroll- und Sanktionsmechanismen. Die Industrie kontrolliert sich selber und ist alles andere als transparent. Jegliche Bem\u00fchungen, aus RSPO ein Label zu machen, dem die Konsument*innen vertrauen k\u00f6nnen, sind bislang gescheitert. <\/p>\n\n<p>Der Bund will die \u00dcberpr\u00fcfung der nachhaltigen Produktion trotzdem weiter dem RSPO \u00fcberlassen. Auch bei den weiteren Standards hapert es bei der Umsetzung der Verpflichtungen. Selbst Firmen mit \u00abNo Deforestation and No Peat Exploitation (NDPE)\u00bb-Verpflichtungen setzen diese oft nicht um.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Neben den verwendeten Palm\u00f6l-Labels als freiwillige Mechanismen bereitet die aktuelle Entwicklung der Gesetzeslage in Indonesien grosse Sorgen und setzt ein Fragezeichen hinter das Ende 2018 unterschriebene Abkommen: Im Oktober 2020 wurde das so genannte <a href=\"https:\/\/suedostasien.net\/indonesien-profit-geht-vor-umweltschutz-teil-i\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Omnibus-Gesetz<\/a> vom indonesischen Parlament verabschiedet, welches die Deregulierung von Arbeits- und Umweltgesetzen bezweckt, um mehr Investitionen zu generieren und die Wirtschaft zu st\u00e4rken. Proteste der Bev\u00f6lkerung wurden mit Repression beantwortet.\u00a0<\/p>\n\n<p>Neben Sozialabbau und Bedrohung der Rechte von indigenen und lokalen Gemeinschaften erodiert das neue Gesetz das Vorsorgeprinzip und die ohnehin schon d\u00fcrftigen indonesischen Umweltstandards. Zum Beispiel werden Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen oder bestehende Schutzverordnungen gegen Brandrodungen geschw\u00e4cht. Im indonesischen Rohstoffsektor besteht eine systematische Intransparenz und ein eklatanter Mangel an Datengrundlagen, was die \u00dcberpr\u00fcfung der d\u00fcrftigen Umweltstandards verunm\u00f6glicht.&nbsp;Indonesien ist besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Naturkatastrophen. Gleichzeitig kann das Land mit seinen Urw\u00e4ldern entscheidend zum weltweiten Klimaschutz beitragen. Wenn die jetzt schon verheerenden, irreversiblen Umweltsch\u00e4den durch die Abholzung jedoch noch weiter zunehmen, hat das fatale Auswirkungen. <\/p>\n\n<p>Das Abkommen mit Indonesien priorisiert Wirtschaftsinteressen von Konzernen und grossen Investoren gegen\u00fcber dem Schutz nat\u00fcrlicher Lebensgrundlagen sowie der Menschenrechte. Handels- und Investitionsabkommen sollten als Minimum die <a href=\"https:\/\/trade-leaks.org\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/201705_Greenpeace_10_Principles_for_Trade.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&nbsp;zehn Handelprinzipien von Greenpeace<\/a> einhalten.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Greenpeace Schweiz fasst die Nein-Parole&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>Greenpeace Schweiz ist nicht Teil der Stop-Palm\u00f6l-Koalition \u2013 und nicht per se gegen die Produktion von Palm\u00f6l und dessen Export aus Indonesien. Palm\u00f6l ist ein \u00e4usserst effizientes \u00d6l. Die Produktion alternativer Pflanzen\u00f6le&nbsp; w\u00fcrde noch mehr Fl\u00e4chen ben\u00f6tigen und gegebenenfallszu noch mehr Entwaldung f\u00fchren. Als internationale vernetzte Organisation ber\u00fccksichtigen wir die spezifischen Kontexte der L\u00e4nder, in denen Greenpeace pr\u00e4sent ist. Greenpeace S\u00fcdostasien setzt sich in Indonesien daf\u00fcr ein, dass lokale und indigene Gemeinschaften Palm\u00f6l nachhaltig produzieren und Marktzugang haben und deckt Umweltzerst\u00f6rung und Greenwashing durch Palm\u00f6lfirmen auf.<\/p>\n\n<p>Der Schl\u00fcssel zu einer nachhaltigen Palm\u00f6lproduktion liegt in der Unterst\u00fctzung von lokalen und indigenen Gemeinschaften, welche eine Balance zwischen Waldschutz und nachhaltiger Produktion anstreben und auf genossenschaftlich aufgebaute Produktions- und Vermarktungskonzepte bauen.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Frische Lebensmittel w\u00e4hlen!<\/strong><\/h2>\n\n<p>Konsument*innen raten wir, m\u00f6glichst auf frische, unverarbeitete (Bio-)Lebensmittel zu setzen und biologisch produzierte, m\u00f6glichst rohstoffarme Naturkosmetik zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir halten die Handelspolitik der Schweiz f\u00fcr h\u00f6chst problematisch, da die angestrebten Freihandelsabkommen priorit\u00e4r auf Wachstum zielen, dies auf Kosten von Umwelt und Menschenrechte. <\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":63569,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[2],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-63566","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-klima","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63566","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63566"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63566\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/63569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63566"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63566"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63566"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=63566"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=63566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}