{"id":63981,"date":"2021-02-05T15:42:12","date_gmt":"2021-02-05T14:42:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=63981"},"modified":"2021-02-08T15:16:03","modified_gmt":"2021-02-08T14:16:03","slug":"der-klimawandel-zeigt-sich-in-der-bergwelt-besonders-stark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/63981\/der-klimawandel-zeigt-sich-in-der-bergwelt-besonders-stark\/","title":{"rendered":"\u00abDer Klimawandel zeigt sich in der Bergwelt besonders stark\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ariane St\u00e4ubli erinnert sich noch gut an die Kinderkletterlager im Sustenmassiv, die in ihr die Faszination f\u00fcr die Bergwelt weckten. Als Kind dachte sie, diese m\u00e4chtigen Gletscher und Berge seien unzerst\u00f6rbar. Zu sehen, wie sehr sich der Steingletscher nun in nur 15 Jahren zur\u00fcckgezogen hat, schockiert die Bergf\u00fchrerin.<\/strong><\/p>\n\n<p>Wie dramatisch die Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz sind, zeigen die Gletscher deutlich: Das Eisvolumen ist in der Schweiz von 1980 bis 2020 um 45 Prozent zur\u00fcckgegangen. Und dieser R\u00fcckgang beschleunigt sich zunehmend. Verglichen mit dem Eisvolumen im Jahr 2010, haben wir bis heute bereits <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.glamos.ch\/#\/B82%2F14\" target=\"_blank\">19 Prozent der Eismasse verloren<\/a>. Es ist absehbar, dass bis Ende dieses Jahrhunderts im Alpenraum nur noch sp\u00e4rliche Gletscherreste \u00fcbrig bleiben werden. \u00abViele denken, die Erderw\u00e4rmung sei f\u00fcr die Schweiz kein grosses Problem, doch sie irren sich gewaltig. Die Ver\u00e4nderungen geschehen direkt vor unserer Haust\u00fcre\u00bb, erl\u00e4utert Ariane St\u00e4ubli. Die Bergf\u00fchrerin sieht die drastischen Konsequenzen jeden Tag, wenn sie G\u00e4ste durch die Schweizer Berge f\u00fchrt. Dies ist Grund, weshalb sie sich als Botschafterin f\u00fcr die Klimaschutzorganisation <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.protectourwinters.ch\/\" target=\"_blank\">Protect Our Winters<\/a> (POW) engagiert.  <\/p>\n\n<p>Ariane St\u00e4ubli erz\u00e4hlt, wie sie fr\u00fcher direkt vom Steinsee zur Tierberglih\u00fctte hochlaufen konnten, alles auf dem Gletscher. Wo fr\u00fcher einst das Eis war, bleibt heute nur noch eine Schutt- und Steinw\u00fcste zur\u00fcck. Die H\u00e4nge sind stark erodiert, wegen der Fels- und Eissturzgefahr ist die urspr\u00fcngliche Ski- und Hochtourenroute nicht mehr begehbar. \u00abEs tut weh zu sehen, was mit der Bergwelt passiert\u00bb, sagt die studierte Umweltingenieurin. Auch Bergsteigen und Wandern werde zunehmend anspruchsvoller, die H\u00fctten- und Gipfelanstiege seien immer schwieriger begehbar. Dies unterstreicht auch ein von der Eidgen\u00f6ssischen Forschungsanstalt f\u00fcr Wald, Schnee und Landschaft (WSL) publizierter <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wsl.ch\/de\/projekte\/sicher-wandern-2040.html\" target=\"_blank\">Bericht<\/a> zur Sicherheit beim Wandern, der aufzeigt, dass klimabedingt h\u00e4ufiger auftretende Wetterereignisse wie Starkniederschl\u00e4ge bereits heute sp\u00fcrbare Auswirkungen auf die Wanderwege haben.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Klimaerw\u00e4rmung sei aber nicht nur beim Bergsteigen feststellbar, sagt Ariane St\u00e4ubli: \u00abEs gibt immer mehr Bergseen, die sich bilden und unkontrolliert ausfliessen. Oder auch Steinschlag, der bis in die Siedlungsgebiete vordringt\u00bb. Zus\u00e4tzlich seien Bergd\u00f6rfer und Strassen zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Durch die w\u00e4rmeren Temperaturen taut der Permafrost tiefreichender auf, was zu einer st\u00e4rkeren Erodierung f\u00fchrt. Das l\u00f6st vermehrt Erdrutsche oder in Kombination mit heftigen Unwettern Schlammlawinen aus und beg\u00fcnstigt den Steinschlag. Um D\u00f6rfer zu sch\u00fctzen, werden vielerorts Schutzw\u00e4lle errichtet und Steinschlagnetze montiert, was hohe Kosten verursacht und nur zum Teil einen gen\u00fcgenden Schutz bietet.&nbsp; <\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large  caption-style-medium caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"563\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/d2b79f9a-foto-ariane-st\u00e4ubli-1024x563.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-63986\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/d2b79f9a-foto-ariane-st\u00e4ubli-1024x563.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/d2b79f9a-foto-ariane-st\u00e4ubli-300x165.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/d2b79f9a-foto-ariane-st\u00e4ubli-768x422.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/d2b79f9a-foto-ariane-st\u00e4ubli-1536x845.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/d2b79f9a-foto-ariane-st\u00e4ubli-2048x1126.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/d2b79f9a-foto-ariane-st\u00e4ubli-510x280.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ariane St\u00e4ubli ist Bergf\u00fchrerin und Umweltingenieurin. Sie f\u00fchrt G\u00e4ste durch die Schweizer Bergwelt und sieht die dramatischen Konsequenzen der Erderw\u00e4rmung t\u00e4glich. (\u00a9 Klima-Allianz Schweiz)<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Konsequenter Klimaschutz ist n\u00f6tig<\/h2>\n\n<p>Wie der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/klima\/publikationen-studien\/publikationen\/klimaaenderung-schweiz.html\" target=\"_blank\">Klimabericht 2020<\/a> des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt (BAFU) zeigt, ist die Schweiz besonders stark vom Temperaturanstieg betroffen. Das h\u00e4ngt unter anderem mit der kontinentalen Lage und dem R\u00fcckgang der alpinen Schneebedeckung zusammen. Liegt weniger Schnee, nimmt die Erdoberfl\u00e4che mehr Sonnenenergie auf. F\u00fcr die Schweiz werden trockenere Sommer, heftigere Niederschl\u00e4ge, mehr Hitzetage und schnee\u00e4rmere Winter erwartet.<\/p>\n\n<p>Der Klimawandel l\u00e4sst sich selbst mit rigorosen Klimaschutzmassnahmen nicht mehr aufhalten, sondern nur noch begrenzen. Zu diesem Schluss kommen die neusten nationalen Klimaszenarien im Klimabericht des BAFU. Gelingt es, die Treibhausgasemissionen in den n\u00e4chsten Jahrzehnten massiv zu reduzieren, wird sich die Schweiz bis Ende des Jahrhunderts um 2,1\u20133,4 \u00b0C gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau erw\u00e4rmen. Nimmt der Treibhausgas-Ausstoss hingegen weiterhin zu, k\u00f6nnte die Durchschnittstemperatur in der Schweiz im gleichen Zeitraum um 4,8\u20136,9 \u00b0C gegen\u00fcber dem vorindustriellen Zeitalter ansteigen. Mit konsequentem Klimaschutz liessen sich hingegen bis 2060 etwa die H\u00e4lfte, bis im Jahr 2100 zwei Drittel der m\u00f6glichen Auswirkungen auf das Klima der Schweiz vermeiden, fasst der Bericht zusammen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abEs ist heute unter Fachleuten unbestritten, dass die von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen f\u00fcr den Klimawandel hauptverantwortlich sind\u00bb, sagt Ariane St\u00e4ubli. Sie sieht die Verantwortung f\u00fcr einen Richtungswechsel bei jeder und jedem Einzelnen, etwa betreffend Mobilit\u00e4t- und Konsumverhalten. Und bei der Politik, die jede und jeder von uns mitgestalten kann. \u00abWenn ich als Bergf\u00fchrerin merke, dass ich auf einen Abgrund zulaufe, gehe ich ja auch nicht einfach weiter, sondern justiere meinen Kompass neu und \u00e4ndere die Richtung\u00bb.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/vimeo.com\/498972157\n<\/div><\/figure>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\">Greenpeace sagt Ja zum neuen CO<sub>2<\/sub>-Gesetz, \u00fcber das die Schweiz am 13. Juni abstimmt. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/63170\/greenpeace-sagt-ja-zum-neuen-co2-gesetz-die-gruende\/\">Hier<\/a> geht es zu den Gr\u00fcnden.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-medium caption-alignment-center\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/630c114f-image.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-63995\" width=\"243\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/630c114f-image.jpg 522w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/630c114f-image-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/630c114f-image-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/630c114f-image-340x340.jpg 340w\" sizes=\"auto, (max-width: 243px) 100vw, 243px\" \/><\/figure><\/div>\n\n<p><strong>Buchtipp: <\/strong>\u00abKL!MA VISTA \u2013&nbsp;Die Schneefallgrenze steigt\u00bb \u2013 das&nbsp;ist nicht nur ein Fakt, sondern der Untertitel des neuen Gedichtbandes von Kuno Roth, dem dienst\u00e4ltesten&nbsp;Greenpeace-Schweiz-Mitarbeiter. Die Neuerscheinung ist Kuno Roths sechster Lyrikband, in der er poetisch unsere fragile&nbsp;Welt umkreist und so einen anderen Zugang zu einer globalen Problemzone&nbsp;erm\u00f6glicht.&nbsp;Seine nachdenklich stimmenden,&nbsp;teilweise auch angriffigen Gedichte und Aphorismen machen deutlich, dass auch die Literatur sich in die Umwelt-Debatte einmischen kann. Nicht verurteilen ist Roths Ziel, sondern eine Einladung zur Reflexion, gerne auch mit pointiertem Schalk.&nbsp;Die Texte pendeln zwischen Einkehr und subtiler Fokussierung auf das Wesentliche, das uns im Alltag nur allzu oft abhandenzukommen scheint. Roth schafft es, selbst komplexe Sachverhalte mit seinen Texten auf den Punkt zu bringen. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.prolyrica.com\/neuerscheinungen\/klima-vista\/\" target=\"_blank\">Hier<\/a> kann der Gedichtband bestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Eisvolumen ist in der Schweiz von 1980 bis 2020 um 45 Prozent zur\u00fcckgegangen. 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