{"id":64353,"date":"2021-02-23T16:04:22","date_gmt":"2021-02-23T15:04:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=64353"},"modified":"2022-07-26T09:44:51","modified_gmt":"2022-07-26T07:44:51","slug":"futtermittelimporte-proviande-darf-nur-100-schweizer-produkte-foerdern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/64353\/futtermittelimporte-proviande-darf-nur-100-schweizer-produkte-foerdern\/","title":{"rendered":"Futtermittelimporte: Proviande darf nur 100% Schweizer Produkte f\u00f6rdern"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Heute haben Greenpeace-Aktivist*innen eine gef\u00e4lschte Website von Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, aufgeschaltet. Das Ziel der Aktivist*innen ist es, den Bund dazu zu bewegen, das System der Absatzf\u00f6rderung f\u00fcr tierische Produkte zu \u00fcberpr\u00fcfen und dieses mit den Nachhaltigkeits- und Klimaschutzzielen der Schweiz in Einklang zu bringen. Derzeit ist es m\u00f6glich, Produkte von Tieren, die mit Futtermitteln aus dem Ausland gef\u00fcttert wurden, unter der Marke \u00abSchweizer Fleisch\u00bb zu vermarkten und mit der Garantiemarke \u00abSuisse Garantie\u00bb zu versehen. Damit wird die Abh\u00e4ngigkeit der Schweizer Landwirtschaft von Futtermittelimporten verschleiert. Greenpeace Schweiz fordert in einer Anfang Februar lancierten <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/keine-steuergelder-fuer-werbemaerchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Petition<\/a>, die bereits rund 23&#8217;000 Unterschriften z\u00e4hlt, eine grundlegende \u00dcberarbeitung des Systems zur Absatzf\u00f6rderung und eine Wiederaufnahme der politischen Diskussion zur Agrarreform.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Am Dienstag, 23. Februar 2021, haben Greenpeace-Aktivist*innen eine gef\u00e4lschte <a href=\"https:\/\/www.proviand.ch\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Website von Proviande<\/a>, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, online gestellt. Die Aufschaltung der Website k\u00fcndigten sie mit dem Versand einer gef\u00e4lschten Medienmitteilung an. Die Aktivist*innen wollten den Anschein erwecken, dass Proviande endlich erkannt hat, wie umwelt- und klimasch\u00e4dlich die Futtermittelimporte der intensiven Schweizer Nutztierhaltung sind. Und dass Proviande darum ihre Massnahmen zur Absatzf\u00f6rderung von Schweizer Fleischprodukten, die vom Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) finanziert werden, anpasst.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Online-Aktivit\u00e4t wurde von einem Besuch am Hauptsitz von Proviande in Bern begleitet. Die Greenpeace-Aktivist*innen \u00e4nderten dort das Logo der Organisation von \u00abProviande\u00bb in \u00abProlocal\u00bb.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Greenpeace-Aktivist*innen m\u00f6chten durch die Aktivit\u00e4t den Bund dazu bringen, das System der Absatzf\u00f6rderung grundlegend zu \u00fcberarbeiten. K\u00fcnftig sollen nur noch Fleischprodukte von Tieren gef\u00f6rdert werden, die ohne Futtermittelimporte, insbesondere ohne importiertes Kraftfutter, ern\u00e4hrt wurden. In einem Anfang Februar ver\u00f6ffentlichten Bericht <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/63781\/der-futtermittel-schwindel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abDer Futtermittel-Schwindel\u00bb<\/a> prangert Greenpeace Schweiz die Abh\u00e4ngigkeit der Schweizer Landwirtschaft von Futtermittelimporten an. Die Futtermittelproduktion im Ausland erh\u00f6ht den Druck auf die B\u00f6den in Drittl\u00e4ndern und erm\u00f6glicht gleichzeitig hohe Nutztierbest\u00e4nde in der Schweiz. Biodiversit\u00e4t und Klima werden damit gleich doppelt gesch\u00e4digt.<\/p>\n\n<p>\u00abDerzeit stammt ein grosser Teil der Produkte mit der Bezeichnung \u2039Schweizer Fleisch\u203a von Tieren, die mit importierten Futtermitteln gef\u00fcttert wurden\u00bb, sagt Alexandra Gavilano, Projektleiterin Landwirtschaft und Klima bei Greenpeace Schweiz. \u00abDamit wird die einheimische Produktion jener Landwirtinnen und Landwirte konkurrenziert, die tats\u00e4chlich nur Schweizer Futtermittel verwenden. Diese Konkurrenzierung widerspricht der Verordnung \u00fcber die Unterst\u00fctzung der Absatzf\u00f6rderung f\u00fcr Landwirtschaftsprodukte.\u00bb<\/p>\n\n<p>Der von Greenpeace-Aktivist*innen organisierte Streich deckt die T\u00e4uschung auf, die vom BLW und von Proviande orchestriert wird. Die Greenpeace-Aktivist*innen wollten Proviande dazu bringen, sich \u00f6ffentlich zu positionieren bez\u00fcglich der Umweltauswirkungen ihrer Werbekampagnen f\u00fcr \u00abSchweizer Fleisch\u00bb, die mit Steuergeldern finanziert werden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ackerland direkt f\u00fcr Produktion von Nahrungsmitteln f\u00fcr Menschen nutzen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Proviande argumentiert, dass die Anstrengungen in diesem Bereich ausreichend sind, da nur 16 Prozent des Futters importiert werden. Konkret heisst das: Die Schweiz importiert j\u00e4hrlich 1,4 Millionen Tonnen Futtermittel, davon 80 Prozent Kraftfutter mit hohem Energie- und Proteingehalt, meist Soja. 55 Prozent des Kraftfutters, das in der Schweiz f\u00fcr die Nutztierhaltung verwendet wird, stammt aus dem Ausland. Rund 200\u2019000 Hektar Ackerland werden im Ausland ben\u00f6tigt, um die Futtermittel f\u00fcr die Schweiz zu produzieren. Das Land k\u00f6nnte direkt f\u00fcr die Produktion von Nahrungsmitteln f\u00fcr den Menschen genutzt werden.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abUm die Schweizer Landwirtschaft \u00f6kologischer zu gestalten, m\u00fcssen sowohl die Produktion von tierischen Produkten als auch deren Konsum drastisch reduziert werden\u00bb, sagt Alexandra Gavilano. \u00abEs ist daher unabdingbar, dass der Bund und die Branchenorganisationen der Nutztierhaltung die Richtlinien der Absatzf\u00f6rderung \u00fcberarbeiten: Es soll nur noch der Kauf von Lebensmitteln gef\u00f6rdert werden, deren Produktion in Einklang mit einer an die nat\u00fcrlichen Ressourcen der Schweiz angepassten Landwirtschaft steht. Das bedeutet auch, dass die Einfuhr von tierischen Produkten einzuschr\u00e4nken oder gar zu verbieten ist.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Diskussion zur Agrarreform wieder aufnehmen<\/h2>\n\n<p>In einer Anfang Februar lancierten <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/keine-steuergelder-fuer-werbemaerchen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Petition<\/a> fordert Greenpeace Schweiz den Bundesrat und das Parlament dazu auf, die F\u00f6rderung von tierischen Produkten, deren Herstellung die Umwelt zerst\u00f6rt, nicht mehr zuzulassen. Die Petition verlangt ausserdem wahrheitsgetreue Angaben zur Deklaration von \u00abSchweizer\u00bb Fleisch-, Eier- und Milchprodukten. \u00dcberdies soll die politische Diskussion zur Agrarreform wieder aufgenommen werden, um schnellstm\u00f6glich einen \u00dcbergang zu einer \u00f6kologischen Landwirtschaft zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n\n<p>\u00abInnerhalb von drei Wochen haben rund 23\u2019000 Menschen die Petition unterzeichnet. Es ist an der Zeit, dass die Politik eine nachhaltige Landwirtschaft f\u00f6rdert, die vor Billigimporten gesch\u00fctzt ist und in Einklang mit den Zielen des Bundes in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz steht. Die Landwirtschaft muss sich an der \u2039Nachhaltigen Entwicklung 2030\u203a und dem \u2039Klimaschutzplan 2050\u203a orientieren\u00bb, fasst Alexandra Gavilano zusammen. Ohne eine deutliche Erh\u00f6hung des Anteils pflanzlicher Lebensmittel in der Ern\u00e4hrung werden die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht zu erreichen sein. Die Unterst\u00fctzung der pflanzlichen Nahrungsmittelproduktion muss verst\u00e4rkt werden.&nbsp;<\/p>\n\n<p><\/p>\n\n<p>Bilder der Aktivit\u00e4t in Bern sind in der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/media.greenpeace.org\/collection\/27MDHU9DC3K\" target=\"_blank\">Bilderdatenbank<\/a> zu finden. <br>Der neue Report von Greenpeace Schweiz: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/63781\/der-futtermittel-schwindel\/\" target=\"_blank\">\u00abDer Futtermittel-Schwindel\u00bb<\/a><\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Forderungen von Greenpeace Schweiz an Bundesrat und Parlament:&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>keine Steuergelder f\u00fcr Werbem\u00e4rchen, also keine finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Marketing der umweltzerst\u00f6renden Fleisch- , Eier- und Milchindustrie,<\/li><li>realistische Deklaration von \u00abSchweizer\u00bb Fleisch-, Eier- und Milchprodukten mit einer Garantie f\u00fcr eine lokale und an die vor Ort vorhandenen Ressourcen angepasste Produktion,<\/li><li>die F\u00f6rderung einer \u00f6kologischen und an den Standort Schweiz angepassten Landwirtschaft, die erheblich mehr wertvollen Ackerboden direkt f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung zur Verf\u00fcgung stellt, weil der grossfl\u00e4chige Futtermittelanbau f\u00fcr Tiere entf\u00e4llt,&nbsp;<\/li><li>keine weitere Verz\u00f6gerung der politischen Diskussion zur Agrarreform, wir brauchen schnellstm\u00f6glich eine Transition zu einer zukunftsf\u00e4higen Landwirtschaft.<\/li><\/ul>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Alexandra Gavilano, Projektleiterin Landwirtschaft und Klima, Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 38, <a href=\"mailto:alexandra.gavilano@greenpeace.org\">alexandra.gavilano@greenpeace.org<\/a>\u00a0\u00a0<\/li><li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>\u00a0\u00a0<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace-Aktivist*innen haben eine gef\u00e4lschte Website im Namen von Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, aufgeschaltet. 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