{"id":6438,"date":"2009-02-17T00:00:00","date_gmt":"2009-02-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6438\/giftmuellentsorgung-und-wortbruch-durch-roche-bei-deponie-sanierung-in-sueddeutschland\/"},"modified":"2019-05-30T07:28:01","modified_gmt":"2019-05-30T05:28:01","slug":"giftmuellentsorgung-und-wortbruch-durch-roche-bei-deponie-sanierung-in-sueddeutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6438\/giftmuellentsorgung-und-wortbruch-durch-roche-bei-deponie-sanierung-in-sueddeutschland\/","title":{"rendered":"Giftm\u00fcllentsorgung und Wortbruch durch Roche bei Deponie-Sanierung in S\u00fcddeutschland"},"content":{"rendered":"<p><b>Eklat bei der Sanierung der Chemiem\u00fclldeponie Hirschacker in S\u00fcddeutschland: Roche bricht eine Sanierungs-Vereinbarung mit Greenpeace und will giftigen Chemiem\u00fcll nicht mehr weiter ausgraben. Zudem: 17&#8217;000 Tonnen Aushubmaterial, das im Rahmen der chaotischen Hirschacker-Sanierung bisher ausgegraben wurde, landete auf Deponien. Entsorgt wurde es unter anderem auf einen zuk\u00fcnftigen Golfplatz in Mainz. Dies sind die brisanten Erkenntnisse einer M\u00e4ngel-Studie zur Sanierung der Chemiem\u00fclldeponie Hirschacker, die Greenpeace heute an einer Pressekonferenz ver\u00f6ffentlichte. Greenpeace fordert, dass das abgelagerte Hirschacker-Aushubmaterial wieder ausgegraben wird und die Hirschacker-Sanierung gem\u00e4ss den Abmachungen mit Roche sauber weitergeht.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Der Gesundheitskonzern Roche ist einer der<br \/>\ngr\u00f6ssten Hersteller von Anti-Krebsmittel und erzielte 2008 einen<br \/>\nReingewinn von 10 Milliarden Schweizer Franken. Bei der<br \/>\nChemiem\u00fclldeponie Hirschacker aber will Roche Tausende von Tonnen<br \/>\nkrebserregenden Chemiem\u00fcll liegen lassen, den die Firma zum Teil<br \/>\nselber dort abgelagert hat. Dies entgegen der Vereinbarungen,<br \/>\nwelche Roche unter anderem mit Greenpeace getroffen hat. Die<br \/>\nVereinbarung wurde Greenpeace von Roche, dem Landratsamt L\u00f6rrach<br \/>\nund dem Ingenieurb\u00fcro HPC vorgeschlagen und regelt verbindlich:<br \/>\nWerden beim Aushub an den jeweiligen Grubenr\u00e4nder Chemikalien \u00fcber<br \/>\neinem wissenschaftlich festgelegten Grenzwert festgestellt, m\u00fcssen<br \/>\ndiese je ausgegraben werden. Greenpeace hatte den Vorschlag mit<br \/>\ndiesem schrittweisen Vorgehen als Kompromiss akzeptiert. Letzten<br \/>\nMontag wurde aber klar: Roche will sich nicht an die Abmachungen<br \/>\nhalten. Dieser Wortbruch wiegt schwer. Er ist auch ein Ausdruck des<br \/>\nfehlenden Willens, die chaotischen Zust\u00e4nde bei der<br \/>\nHirschacker-Sanierung in den Griff zu kriegen und das<br \/>\nDeponie-Problem tats\u00e4chlich zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im Auftrag von Greenpeace verfasste der<br \/>\nAltlasten-Experte Dr. Martin Forter eine akribische M\u00e4ngel-Studie.<br \/>\nDiese h\u00e4lt unter anderem fest, dass das Projekt von Anfang an auf<br \/>\nrealit\u00e4tsfernen Annahmen basierte. Obwohl bekannt war, dass in der<br \/>\nDeponie eine grosse Vielfalt von giftigen Abfallstoffen aus der<br \/>\nNitro- und Chlorchemie der Basler Chemie der 1950er-Jahre<br \/>\nabgelagert wurde, beschr\u00e4nkten sich die Projektverantwortlichen<br \/>\nlediglich auf die Stoffgruppe der Leichtfl\u00fcchtigen Halogenierten<br \/>\nKohlenwasserstoffe (LHKW). Es erfolgten Ausschreibungen, die erst<br \/>\nim Nachhinein bewilligt wurden. Es wurde mit dem Aushub begonnen,<br \/>\nnoch bevor das Abfallentsorgungskonzept stand. Wegen schlechter<br \/>\nPlanung musste ein Baustopp eingelegt werden, die Kosten<br \/>\nexplodierten unn\u00f6tigerweise um \u00fcber 100% auf mehr als 10 Millionen<br \/>\nEuro &#8211; ohne das Problem wirklich zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Doch damit nicht genug: 17&#8217;000 Tonnen<br \/>\nAushubmaterial aus der Chemiem\u00fclldeponie Hirschacker wurden mit<br \/>\nKenntnis des Landratsamts L\u00f6rrach entsorgt: Schon im September 2008<br \/>\nverweigerte das Regierungspr\u00e4sidium Freiburg das Ablagern von<br \/>\nHirschacker-Aushub in einer Deponie bei Freiburg. Der Grund: Das<br \/>\nMaterial sei zu wenig bekannt und falsch beprobt worden. Das<br \/>\nUmweltministerium Baden-W\u00fcrttemberg best\u00e4tigte im Oktober 2008 in<br \/>\neinem Schreiben, das Greenpeace vorliegt, sinngem\u00e4ss: Was bei der<br \/>\nChemiem\u00fclldeponie Hirschacker ausgegraben wurde, ist f\u00fcr eine<br \/>\nAbfallentsorgung ungen\u00fcgend identifiziert resp. deklariert und kann<br \/>\nsomit nicht auf anderen Deponien entsorgt werden. Doch die<br \/>\nProjektverantwortlichen ignorierten die rechtlich verbindlichen<br \/>\nVorgaben und machten weiter: Von September bis Dezember 2008 wurden<br \/>\nso 17&#8217;000 Tonnen belastetes Material entsorgt, wie aus den<br \/>\nUnterlagen entnommen werden muss. Beliefert wurde vor allem die<br \/>\nDeponie Budenheim in Mainz, die in einen Golfplatz umgewandelt<br \/>\nwerden soll. Pikantes Detail: Der Golfplatz wird von der Baufirma<br \/>\ngebaut, die beim Hirschacker den Aushub macht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Roche scheint aus ihrer Vergangenheit nicht<br \/>\ngelernt zu haben: Schon einmal hat Roche die Kontrolle \u00fcber ihren<br \/>\nGiftm\u00fcll verloren und dabei ihre Glaubw\u00fcrdigkeit eingeb\u00fcsst. War es<br \/>\nnach Seveso ein Schweinestall in der Normandie, ist es heute ein<br \/>\nGolfplatz in Rheinland-Pfalz, wo unkontrolliert und Giftm\u00fcll<br \/>\nentsorgt wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Greenpeace fordert, dass Roche die Entsorgung<br \/>\nvon Hirschacker-M\u00fcll korrigiert. Roche muss ebenso den Wortbruch<br \/>\nr\u00fcckg\u00e4ngig machen und den Hirschacker gem\u00e4ss Abmachungen sauber und<br \/>\nkorrekt weitersanieren. Innert Wochenfrist soll Roche das bisher<br \/>\nVereinbarte schriftlich best\u00e4tigen und die Sanierungskosten<br \/>\n\u00fcbernehmen. Greenpeace ersucht die Grossaktion\u00e4re, beim<br \/>\nRoche-Management zu intervenieren, einen Imageverlust zu vermeiden<br \/>\nund die Kosten zu \u00fcbernehmen, auch zum Schutze des Trinkwassers der<br \/>\nGemeinde Grenzach und der Hardwasser AG auf der anderen<br \/>\nRheinseite.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Deponie Hirschacker wurde von 1957 bis 1965<br \/>\nmit bis zu 100&#8217;000 Tonnen Chemieabf\u00e4llen aufgef\u00fcllt. Seit \u00fcber zwei<br \/>\nJahren engagiert sich Greenpeace f\u00fcr eine saubere und dauerhafte<br \/>\nSanierung der auslaufenden Deponie.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Aktualisiert:<\/strong> 11.06.2009<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a class=\"download-arrow\" title=\"Startet den Datei-Download\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2009_STU_Hirschacker.pdf\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Studie: \u00abVorbereitungs-, Sanierungsarbeiten<br \/>\nund Abfallentsorgung bei der Deponie Hirschacker in Grenzach: Eine<br \/>\nkritische W\u00fcrdigung\u00bb<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a class=\"download-arrow\" title=\"Startet den Datei-Download\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2009_PPT_Hirschacker_Forter.pdf\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Zusammenfassung \u00abDie Planung &amp; Sanierung<br \/>\nder Hotspots der Hirschackergrube\u00bb<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a class=\"internal-link-arrow\" title=\"Pressebilder\" href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/presse\/pressebilder\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Pressebilder<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Auskunft geben:<\/strong><\/p>\n<p>Matthias W\u00fcthrich, Chemiekampagne Greenpeace (vor Ort)\u00a0\u00a0 \u00a0+41 44<br \/>\n447 41 31<\/p>\n<p>Dr. Martin Forter, Altlasten-Experte und Verfasser der Studie<br \/>\n+41 61 691 55 83<\/p>\n<p>Greenpeace-Medienabteilung\u00a0\u00a0 \u00a0+41 44 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eklat bei der Sanierung der Chemiem\u00fclldeponie Hirschacker in S\u00fcddeutschland: Roche bricht eine Sanierungs-Vereinbarung mit Greenpeace und will giftigen Chemiem\u00fcll nicht mehr weiter ausgraben. 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