{"id":6442,"date":"2009-03-04T00:00:00","date_gmt":"2009-03-03T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6442\/dioxine-bei-der-giftmuelldeponie-hirschacker-was-ging-alles-nach-rheinland-pfalz\/"},"modified":"2025-06-25T15:38:27","modified_gmt":"2025-06-25T13:38:27","slug":"dioxine-bei-der-giftmuelldeponie-hirschacker-was-ging-alles-nach-rheinland-pfalz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6442\/dioxine-bei-der-giftmuelldeponie-hirschacker-was-ging-alles-nach-rheinland-pfalz\/","title":{"rendered":"Dioxine bei der Giftm\u00fclldeponie Hirschacker \u2013 Was ging alles nach Rheinland-Pfalz?"},"content":{"rendered":"<p><b>In die alte Giftm\u00fclldeponie Hirschacker in Baden-W\u00fcrttemberg wurden m\u00f6glicherweise grosse Mengen Dioxin und andere Dauergifte abgelagert. Roche hatte zur Zeit der Hirschacker-Auff\u00fcllung vor Ort L\u00f6sungsmittel verbrannt und die so entstandenen Dioxin-R\u00fcckst\u00e4nde in die Deponie gekippt. Bei der aktuellen Hirschacker-Sanierung wird die Deponie teilweise ausgehoben. Wieviel Dioxin jetzt mit den 17&#8217;000 Tonnen Aushub in neue Deponien in Rheinland-Pfalz umgelagert wurde, ist unbekannt. Denn trotz der einschl\u00e4gig bekannten Problematik wurde im Aushub nicht nach Dioxinen gesucht. Weil das Landratsamt L\u00f6rrach und der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz in Rheinland-Pfalz die gef\u00e4hrliche Stoffvielfalt ignorieren, drohen sowohl die Hirschacker-Sanierung als auch die Budenheim-Umlagerung zum Desaster zu werden.<\/b><\/p>\n<div>\n\t<link external-link-arrow=\"\">\n<p class=\"bodytext\">Greenpeace pr\u00e4sentiert ein weiteres Beispiel<br \/>\nf\u00fcr die ungen\u00fcgende und unsachgem\u00e4sse Abfalldeklaration bei der<br \/>\nChemiem\u00fclldeponie Hirschacker bei Grenzach-Whylen<br \/>\n(Baden-W\u00fcrttemberg): Gem\u00e4ss einem Chemie-internen Papier hat Roche<br \/>\nauf ihrer Hirschacker-Parzelle Nr. 1453 Verbrennungsanlagen f\u00fcr<br \/>\nL\u00f6sungsmittel und Chemieabf\u00e4lle betrieben. Bei der unkontrollierten<br \/>\nVerbrennung von chlorhaltigen Chemieabf\u00e4llen und L\u00f6sungsmittel<br \/>\nentstehen hochgiftige Dioxine. Dioxine, welche durch den<br \/>\nRoche-Unfall von Seveso 1976 traurige Ber\u00fchmtheit erlangten,<br \/>\ngeh\u00f6ren zu den giftigsten Substanzen, die man kennt. Nach Angaben<br \/>\nvon ehemaligen Mitarbeitern von Roche-Grenzach handelte es sich bei<br \/>\nder Verbrennungsanlage um eine etwa 16 Meter lange Stahlwanne und<br \/>\nzus\u00e4tzlich um eine gemauerte Verbrennungswanne. Je nach Wind wurde<br \/>\ndie Verbrennungswanne von Roche-Mitarbeitern mit Abf\u00e4llen gef\u00fcllt<br \/>\nund angez\u00fcndet und die R\u00fcckst\u00e4nde anschliessend in die<br \/>\nHirschacker-Grube gekippt. So sind in den 1950er-Jahren<br \/>\nm\u00f6glicherweise grosse Mengen Dioxine angefallen und heterogen in<br \/>\nder Deponie verteilt worden. Unbekannte Mengen Dioxin wurden aber<br \/>\nauch mit den Destillations-R\u00fcckst\u00e4nden abgekippt, die aus den<br \/>\ndamaligen Produktionen stammen, bei denen chlorierte und bromierte<br \/>\nStoffe verwendet wurden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Obwohl die Dioxin-Problematik dem Landratsamt<br \/>\nL\u00f6rrach und nat\u00fcrlich auch bei Roche bekannt war, wurde bei der<br \/>\nAbfalldeklaration nicht nach Dioxin und anderen Dauergiften gesucht<br \/>\n(lediglich auf Dr\u00e4ngen von Greenpeace wurden einmal vier einzelne,<br \/>\nsomit vom Umfang her marginale Stichproben auf Dioxin untersucht<br \/>\nund bei allen Proben Dioxine in sehr unterschiedlichen<br \/>\nKonzentrationen gefunden). Deshalb ist unklar, welche Mengen Dioxin<br \/>\nmit den unsachgem\u00e4ss deklarierten 17&#8217;000 Tonnen Hirschacker-M\u00fcll<br \/>\nvon September bis Dezember 2008 auf die Deponien Berg, Kapiteltal<br \/>\nund Budenheim in Rheinland-Pfalz abgekippt worden sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Doch Dioxin ist bei weitem nicht das einzige<br \/>\nProblem. Die \u00fcber zehnj\u00e4hrige Greenpeace-Erfahrung mit Altlasten<br \/>\nzeigt: Die Chemiem\u00fclldeponien von Roche &amp; Co sind alle sehr<br \/>\nheterogen und weisen eine enorme Schadstoff-Vielfalt aus. Bei der<br \/>\nvergleichbaren Deponie Feldrebengrube in Muttenz (CH) fand man in<br \/>\nAbfallproben bis 600 verschiedene Substanzen. Bei der Deponie<br \/>\nLetten im Elsass (F) entsorgte die Chemische Industrie den optisch<br \/>\nunauff\u00e4lligen Aushub im Sonderm\u00fcllofen, weil eine Triage des<br \/>\nAushubs unm\u00f6glich war. Entgegen der Behauptung der L\u00f6rracher<br \/>\nBeh\u00f6rden ist das auch beim Hirschacker so: Das Problem besteht<br \/>\nnicht nur aus Leichtfl\u00fcchtigen Halogenierten Kohlenwasserstoffe<br \/>\n(LHKWs), und Verschmutzungen werden keinesfalls von blossem Auge<br \/>\nerkannt. Dies beweisen die wenigen Analysen von Bodenluft, bei<br \/>\ndenen man zu 90 % Schadstoffe misst, die nicht LHKWs sind. Giftiges<br \/>\nHexachlorethan, urspr\u00fcnglich weiss, wird unerkennbar, da es mit der<br \/>\nZeit die Farbe der Umgebung annimmt. Auch hier: Selbst starke<br \/>\nVerschmutzung wird erst nach sorgf\u00e4ltiger Beprobung und Analyse<br \/>\nerkannt. Wird bei Altlastensanierungen die Verschmutzung nicht<br \/>\nerkannt und der Giftm\u00fcll unsachgem\u00e4ss abgelagert, kann dies<br \/>\ngravierende Folgen f\u00fcr Mensch und Umwelt haben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Fazit: Man kann nur finden, wenn man sucht.<br \/>\nRichtig gesucht hat man beim Hirschacker nicht. Das Landratsamt<br \/>\nL\u00f6rrach einerseits beprobt und entsorgt Aushub aus der<br \/>\nRoche-Chemiem\u00fclldeponie Hirschacker unsachgem\u00e4ss und im Widerspruch<br \/>\nzu den Vorgaben des Umweltministeriums Baden-W\u00fcrttemberg. Der<br \/>\nEntsorgungsbetrieb der Stadt Mainz andererseits vertraut den<br \/>\nmangelhaften L\u00f6rracher Abfalldeklarationen und riskiert, dass mit<br \/>\nder Umlagerung von Dioxinen und anderen unerkannten<br \/>\nHirschacker-Giften in Rheinland-Pfalz neue Altlasten entstehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Matthias W\u00fcthrich, Leiter der Chemiekampagne<br \/>\nbei Greenpeace Schweiz, fordert: \u00abDie begangenen Fehler m\u00fcssen<br \/>\nkorrigiert werden: Der in Rheinland-Pfalz abgekippte<br \/>\nHirschacker-M\u00fcll muss wieder raus &#8211; der Aushub muss sauber beprobt<br \/>\nund fachgerecht entsorgt werden. In Baden-W\u00fcrttemberg muss die<br \/>\nSanierung der Hirschacker-Grube gem\u00e4ss den urspr\u00fcnglichen<br \/>\nAbmachungen von Roche mit Greenpeace sauber weitergehen. Dabei muss<br \/>\ndas Landratsamt L\u00f6rrach die verbindlichen Vorgaben des<br \/>\nUmweltministeriums Baden-W\u00fcrttemberg, wie&#8217;s im Protokoll<br \/>\ngeschrieben steht, genau befolgen!\u00bb<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/presse\/pressebilder\/\" title=\"\u00d6ffnet einen internen Link im aktuellen Fenster\" target=\"_self\" class=\"internal-link-arrow\" rel=\"noopener noreferrer\">Pressebilder<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/de\/presse\/pressemitteilungen\/chemie\/chemie-pressemitteilungen-single-view\/archive\/2009\/february\/article\/illegale-giftmuellentsorgung-und-wortbruch-durch-roche-bei-deponie-sanierung-in-s\ueddeutschland\/\" title=\"19.2.2009\" class=\"external-link-arrow\" aiotarget=\"false\" aiotitle=\"Chemiem\u00fclldeponie Hirschacker\" rel=\"noopener noreferrer\">19.2.2009: Kommentar \u00fcber<br \/>\ndie Stellungnahme des Landratsamtes L\u00f6rrach zur gestrigen<br \/>\nMedienkonferenz von Greenpeace<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2009_Prot_Umweltminist_221008.pdf\" title=\"Protokoll des Regierungspr\u00e4sidiums Freiburg, Abteilung Umwelt \u00fcber die 37. Dienstbesprechung des Umweltministeriums mit den Regierungspr\u00e4sidien, der LUBW und der SAA zu Fragen der Abfallwirtschaft am 22. und 23. Oktober 2008\" target=\"_self\" class=\"download-arrow\" rel=\"noopener noreferrer\">Das erw\u00e4hnte Protokoll als<br \/>\nPDF<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/de\/presse\/pressemitteilungen\/chemie\/chemie-pressemitteilungen-single-view\/archive\/2009\/february\/article\/illegale-giftmuellentsorgung-und-wortbruch-durch-roche-bei-deponie-sanierung-in-s\ueddeutschland\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong><strong><strong>18.2.2009: Illegale<br \/>\nGiftm\u00fcllentsorgung und Wortbruch durch Roche bei Deponie-Sanierung<br \/>\nin S\u00fcddeutschland<\/strong><\/strong><\/strong><\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/themen\/chemie\/chemiemuelldeponien\/abfallentsorgung-und-wortbruch-durch-roche-bei-der-chemiemuell-deponie-hirschacker\/\" title=\"Mehr zum Thema\" target=\"_self\" class=\"internal-link-arrow\" rel=\"noopener noreferrer\">Mehr zum Thema und Protestmail<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Mehr Informationen bei<\/strong><\/p>\n<p>Matthias W\u00fcthrich, Leiter Chemiekampagne Greenpeace Schweiz, +41<br \/>\n44 447 41 31<\/p>\n<p>Greenpeace-Medienabteilung, +41 44 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In die alte Giftm\u00fclldeponie Hirschacker in Baden-W\u00fcrttemberg wurden m\u00f6glicherweise grosse Mengen Dioxin und andere Dauergifte abgelagert. 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