{"id":64614,"date":"2021-03-03T20:01:00","date_gmt":"2021-03-03T19:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=64614"},"modified":"2021-03-08T10:09:36","modified_gmt":"2021-03-08T09:09:36","slug":"aufgedeckt-rinderzucht-zerstoert-brasiliens-pantanal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/64614\/aufgedeckt-rinderzucht-zerstoert-brasiliens-pantanal\/","title":{"rendered":"Aufgedeckt: Rinderzucht zerst\u00f6rt Brasiliens Pantanal"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Rund 30 Prozent des Pantanals, eines artenreichen Feuchtgebiets s\u00fcdlich des Amazonas, brannte 2020 ab. Ein <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/publication\/46577\/pantanal-brazil-fires-jbs-meat-cattle\/\">aktueller Report von Greenpeace International<\/a> deckt die Hintergr\u00fcnde und Zusammenh\u00e4nge auf. Die Verflechtungen reichen auch zu Schweizer Konzernen wie Nestl\u00e9 und Credit Suisse.<\/strong><\/p>\n\n<p>Mit seinem Netz von Fl\u00fcssen und Seen ist das Pantanal eines der gr\u00f6ssten Binnen-Feuchtgebiete der Erde und mit einer Gr\u00f6sse von 160\u2019000 Quadratkilometern fast viermal so gross wie die Schweiz. Ein Naturparadies, das unter anderem Kapuziner- und Br\u00fcllaffen, Wasserschweine, Riesenotter und die gr\u00f6sste Jaguar-Population der Welt beherbergt. Als Feuchtgebiet erf\u00fcllt es eine wichtige Aufgabe im globalen Klimaschutz, da es besonders viel Kohlenstoff speichert und daher als&nbsp;so genannte<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/klimakrise\/umsonst-versenkt\" target=\"_blank\"> Kohlenstoffsenke<\/a> das Klima sch\u00fctzt. Doch die Br\u00e4nde machen daraus einen Friedhof.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-medium is-resized  caption-style-medium caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/6e9f80b1-gp1sudu6_high_res_cmyk-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-64623\" width=\"645\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/6e9f80b1-gp1sudu6_high_res_cmyk-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/6e9f80b1-gp1sudu6_high_res_cmyk-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/6e9f80b1-gp1sudu6_high_res_cmyk-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/6e9f80b1-gp1sudu6_high_res_cmyk-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/6e9f80b1-gp1sudu6_high_res_cmyk-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/6e9f80b1-gp1sudu6_high_res_cmyk-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><figcaption>Im Jahr 2020 verzehrten Grossbr\u00e4nde riesige Fl\u00e4chen des Pantanal-Feuchtgebietes im mittleren Westen Brasiliens. Der Mangel an Niederschl\u00e4gen und das v\u00f6llige Fehlen von Umweltschutzmassnahmen, l\u00f6ste eine beispiellose Krise aus, welche die Menschen und die reiche Biodiversit\u00e4t des Bioms gef\u00e4hrdet.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weideland statt Wildnis<\/strong><\/h2>\n\n<p>Der Wandel des Pantanals vom Natur- zum Agrarland verl\u00e4uft weitgehend unbemerkt: 90 Prozent des Gebiets geh\u00f6rt Privatleuten, 80 Prozent ihres Besitzes d\u00fcrfen sie legal abholzen. Besonders auf den Hochebenen, an die das tief liegende Sumpfgebiet grenzt, hat sich die Landwirtschaft mit all ihren Nebenwirkungen bereits unkontrolliert ausgebreitet: Durch das Abholzen erodieren die B\u00f6den, Fl\u00fcsse trocknen aus, die j\u00e4hrlichen \u00dcberschwemmungen bleiben aus. Hinzu kommen Sch\u00e4den durch den Einsatz von Agro- Chemikalien und Quecksilber bei der Suche nach Gold und Diamanten.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Funke gen\u00fcgt<\/strong><\/h2>\n\n<p>Auf das Pantanal hat dies enorme Auswirkungen: Wie ein grosser Schwamm speichert das Land in der Regenzeit Wasser und versorgt Millionen Menschen mit dem kostbaren Nass. Doch nach zwei Jahren D\u00fcrre ist das Feuchtland ausgetrocknet, viele Fl\u00fcsse f\u00fchren kaum noch Wasser. Seit Mitte 2020 ist die Brandrodung verboten, mit der die Landbesitzer ihre B\u00f6den f\u00fcr die Rinderzucht vorbereiten. Denn angesichts der grossen Trockenheit gen\u00fcgt ein Funke, und die Feuer geraten ausser Kontrolle. Trotzdem waren 98 Prozent der Br\u00e4nde nachweislich von Menschen verursacht. Der Verdacht ist, dass in vielen F\u00e4llen Viehz\u00fcchterinnen und Viehz\u00fcchter absichtlich Feuer legen, um sich illegal Weideland anzueignen.&nbsp; Die brasilianische Regierung unter Pr\u00e4sident Jair Bolsonaro k\u00fcmmert das kaum: Die Brandstifter bleiben ungestraft. Greenpeace hat recherchiert, wer die Verantwortlichen sind.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Fleischwirtschaft als Haupttreiber der Amazonaszerst\u00f6rung<\/strong><\/h2>\n\n<p>Bereits 2009 hat Greenpeace mit der Studie \u00ab<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/presse\/publikationen\/wie-rinder-den-regenwald-fressen\" target=\"_blank\">Wie Rinder den Regenwald fressen<\/a>\u00bb nachgewiesen, dass die industrielle Fleischproduktion den Amazonas zerst\u00f6rt und die Klimakrise anheizt. Die bisherige Umweltgesetzgebung und die Kontrollen der lokalen Lieferketten reichen nicht aus, um die Ausbreitung der Rinderfarmen in die intakte Natur zu stoppen. Mit der neuen Recherche hat Greenpeace die Aktivit\u00e4ten von 15 Farmen \u00fcber viele Monate beobachtet und analysiert. Diese produzieren Rindfleisch f\u00fcr drei der weltweit gr\u00f6ssten Fleischproduzenten &#8211; JBS, Marfrig und Minerva. Alle verantworten Br\u00e4nde, Umweltverst\u00f6sse oder Unregelm\u00e4ssigkeiten bei der Registrierung ihrer Grundst\u00fccke. In vielen F\u00e4llen haben die Feuer zu ausgedehnten Br\u00e4nden weit \u00fcber die Grundst\u00fccksgrenzen hinaus beigetragen. Offizielle Transportdokumente, die Greenpeace vorliegen, identifizieren sie als Zulieferer f\u00fcr 14&nbsp; konzerneigene Fleischverarbeitungsbetriebe. Den Versanddaten zufolge exportierten diese zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Oktober 2020 zusammen mehr als eine halbe Million Tonnen Rindfleisch und Rindfleischprodukte im Wert von fast drei Milliarden US-Dollar. Der gr\u00f6sste Anteil wurde nach Asien geliefert, aber auch die EU geh\u00f6rt zu den Abnehmern.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-medium is-resized  caption-style-medium caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/7b97443f-gp01xck_high_res-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-64625\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/7b97443f-gp01xck_high_res-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/7b97443f-gp01xck_high_res-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/7b97443f-gp01xck_high_res-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/7b97443f-gp01xck_high_res-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/7b97443f-gp01xck_high_res-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/7b97443f-gp01xck_high_res-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Geschlachtete Rinder h\u00e4ngen in einer Marfrig-Schlachthofanlage. Marfrig ist der viertgr\u00f6sste Rindfleischh\u00e4ndler der Welt.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>JBS<\/strong><\/h2>\n\n<p>JBS ist nach eigenen Angaben das weltweit gr\u00f6sste Unternehmen f\u00fcr tierisches Eiweiss und nach Nestl\u00e9 das zweitgr\u00f6sste Lebensmittelunternehmen der Welt (gem\u00e4ss Jahresumsatz).&nbsp; Greenpeace ver\u00f6ffentlichte im letzten Sommer den&nbsp; Bericht <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/publication\/44522\/how-jbs-is-still-slaughtering-amazon\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abHow JBS Is Still Slaughtering the Amazon\u00bb<\/a>,<em> <\/em>welcher aufzeigt, wie der Konzern in Korruption, Abholzung und Menschenrechtsverletzungen verwickelt ist. Der Bericht kritisierte insbesondere das Versagen von JBS und den anderen grossen Fleischverarbeitern, die freiwilligen Verpflichtungen zu erf\u00fcllen, die sie 2009 im Rahmen des G4-Rinderabkommens eingegangen waren. Die Auswirkungen von JBS auf das Klima und die \u00d6kosysteme S\u00fcdamerikas sind tiefgreifend: Sch\u00e4tzungen zufolge verursacht das Unternehmen etwa die H\u00e4lfte der j\u00e4hrlichen Kohlenstoffemissionen von fossilen Brennstoffgiganten wie Exxon Mobil oder Shell, vor allem durch die Abholzung von W\u00e4ldern im Zusammenhang mit seinen Rinderlieferketten und der Produktion von Soja f\u00fcr Tierfutter. JBS hat mit seinem Gesch\u00e4ftsmodell ein<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/fe.globalanceworld.com\/asset\/ShuojD7WczDs9Bv5W\/climate\" target=\"_blank\"> Erw\u00e4rmungspotenzial von 8 Grad<\/a> Celsius, das ist sogar mehr als<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/fe.globalanceworld.com\/asset\/8838Ym7XnJGaqJeQb\/climate\" target=\"_blank\"> Shell mit&nbsp; 6,7 Grad<\/a> oder<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/fe.globalanceworld.com\/asset\/JoqH97FDqDDrkB3sZ\/climate\" target=\"_blank\"> Exxon mit 7,8 Grad Celsius<\/a>.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verbindungen in die Schweiz<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die Schweiz importiert zwar kaum mehr Fleisch aus Brasilien, im Gegensatz zu<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/63645\/zu-viel-die-schweizer-landwirtschaft-lebt-ueber-ihre-verhaeltnisse\/\" target=\"_blank\"> brasilianischem Sojaimport<\/a>. Neben dem ungestillten Hunger f\u00fcr Weideland bedroht&nbsp; auch die wachsende Sojaproduktion im und rund um das Pantanalgebiet die verbleibende intakte Natur. Die Schweiz h\u00e4ngt da ebenfalls mit drin! Die starke Schweizer Abh\u00e4ngigkeit von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/63781\/der-futtermittel-schwindel\/\" target=\"_blank\">Futtermittelimporten<\/a> zeigt auf, dass die Politik es der Landwirtschaft nicht erm\u00f6glicht, an den Standort Schweiz angepasst zu produzieren. Das heisst: weniger Nutztiere und strikte Importverbote von tierischen Produkten, damit das Problem nicht einfach ins Ausland verlagert wird.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nestl\u00e9<\/strong><\/h2>\n\n<p>Lebensmittel- und Fastfoodkonzerne geh\u00f6ren zu den wichtigen Kunden von JBS. Die Recherchen zeigten direkte Handelsbeziehungen von einer oder mehreren der 14 Fleischverarbeitungsbetriebe zu Kunden wie Nestl\u00e9, Burger King und McDonald\u2019s auf.&nbsp; Nestl\u00e9 hat mit seinem gegenw\u00e4rtigen Gesch\u00e4ftsmodell ein<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/fe.globalanceworld.com\/asset\/siHeCuERofsGZZYPc\/climate\" target=\"_blank\"> Erw\u00e4rmungspotenzial von 5,5 Grad<\/a> &#8211; und ein wichtiger Grund f\u00fcr diese hohe Zahl ist die Verarbeitung von tierischen Produkten. Zwar hat der weltweit gr\u00f6sste Lebensmittelkonzern Ende 2020 verk\u00fcndet, seine Treibhausgas-Emissionen bis 2030 zu halbieren und entlang der gesamten Lieferkette bis 2050 das Netto-Null Ziel zu erreichen. Dies wird jedoch kaum klappen, solange er Abnehmer von Konzernen wie JBS bleibt, welche seit \u00fcber zehn Jahren leere Nachhaltigkeitsversprechen an ihre Abnehmer und Finanzierer abgeben. Auch das globale Investoren-Netzwerk FIARR warnt davor, dass Marken wie Nestl\u00e9 und Mc Donald\u2019s ihre verk\u00fcndeten Klimaziele nicht erreichen werden, weil es bisher keine signifikanten Fortschritte bei der Reduktion von tierischen Produkten in ihrer Produktpalette gibt.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.foodnavigator.com\/Article\/2020\/11\/12\/Is-Nestle-and-McDonald-s-climate-ambition-undermined-by-plodding-meat-and-dairy-suppliers?utm_source=copyright&amp;utm_medium=OnSite&amp;utm_campaign=copyright\" target=\"_blank\"> FIARRs ESG Risiko Analyse<\/a> zeigt auf, dass 86 Prozent der globalen Fleisch- und Molkereiproduzenten das Ausmass ihrer Treibhausgasemissionen verheimlichen und sich bisher keine umfassenden Reduktionsziele gesetzt haben. Nestl\u00e9 wiederum behauptet, dass man mit den Rohstoffanbietern auf Partnerschaft und Engagement setzt. Dies hat bei den Tochterfirmen von JBS, Marfrig und Minerva bisher aber offensichtlich nicht gefruchtet.&nbsp;<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-medium is-resized  caption-style-medium caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/71045856-gp1suehs_high_res-300x200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-64633\" width=\"609\" height=\"406\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/71045856-gp1suehs_high_res-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/71045856-gp1suehs_high_res-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/71045856-gp1suehs_high_res-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/71045856-gp1suehs_high_res-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/71045856-gp1suehs_high_res-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/71045856-gp1suehs_high_res-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 609px) 100vw, 609px\" \/><figcaption>Ein Tukan &#8211; Toco (Ramphastos toco), ein verbreiteter V\u00f6gel im Pantanal.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Credit Suisse und die Rolle des Finanzsektors<\/strong><\/h2>\n\n<p>Alle drei brasilianischen Fleischkonzerne sind in hohem Masse von Fremdfinanzierung abh\u00e4ngig. Sie sind auf die Refinanzierung von Schulden durch europ\u00e4ische Finanziers angewiesen. Laut einer Ende 2020 erschienenen<a href=\"https:\/\/chainreactionresearch.com\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/JBS-Marfrig-and-Minerva-Material-financial-risk-from-deforestation-in-beef-supply-chains-4.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Studie von Chain Reaction Research<\/a> geh\u00f6rt die Credit Suisse zu den europ\u00e4ischen vier Top-Finanzierern von JBS und Minerva. Im Fall von JBS durch Kreditvergaben und bei Minerva durch Underwriting. Trotz diversen neuen Klimaschutzank\u00fcndigungen und Mitwirkung in der<a href=\"https:\/\/tnfd.info\/who-we-are\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> \u00abTaskforce on Nature related Financial Disclosure\u00bb<\/a> fehlt es Credit Suisse weiterhin an Richtlinien und Instrumenten, welche eine Nullabholzungspolitik f\u00fcr Fleischproduktion bedingen w\u00fcrden. Nicht zuletzt finanzieren auch weitere Schweizer Banken diese Industrie. Der<a href=\"https:\/\/amazonwatch.org\/assets\/files\/2020-complicity-in-destruction-3.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Complicity in Destruction III<\/a> Bericht von Amazon Watch zum Beispiel nennt auch die UBS in Verbindung mit JBS.<\/p>\n\n<p>Durch die Finanzierung von Konzernen wie JBS, Marfrig und Minerva tragen die Finanzinstitute eine Mitverantwortung f\u00fcr die Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen von weltweiter Bedeutung. Als positives Beispiel hat der nordische Investor Nordea Asset Management im letzten Sommer die Konsequenzen gezogen und angek\u00fcndigt, dass er<a href=\"https:\/\/amp-theguardian-com.cdn.ampproject.org\/c\/s\/amp.theguardian.com\/environment\/2020\/jul\/28\/investors-drop-brazil-meat-giant-jbs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> JBS von allen Anlagen ausgeschlossen hat<\/a>. Nun braucht es dringend weitere solche Beispiele. Neben den sozialen und \u00f6kologischen Argumenten gibt es vermehrt auch steigende wirtschaftliche&nbsp; Risikofaktoren.&nbsp; Die Studie von Chain Reaction zeigt auf, wie die Markt-, Reputations- und Technologierisiken der Fleischproduzenten kontinuierlich ansteigen k\u00f6nnten. Auch die debattierte EU-Gesetzgebung zur Reduktion der Abholzung in den Lieferketten von importierten Rohstoffen wird Auswirkung auf die Finanzierungskosten haben.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die geplanten EU-Mercosur- und EFTA-Mercosur-Abkommen kurbeln wiederum die Produktion von Fleisch an \u2013 wie etwa durch eine zus\u00e4tzliche Jahresquote f\u00fcr 99\u2019000 Tonnen Rindfleisch-Importe in die EU. Solche Abkommen d\u00fcrfen deshalb aus unserer Sicht nicht in Kraft treten.<\/p>\n\n<p>Nicht zuletzt: Nestl\u00e9 ist inzwischen auch ein Schwergewicht in immer mehr sogenannten Nachhaltigkeitsfonds f\u00fcr nachhaltige Anleger geworden, wie zum Beispiel mit Aktienposition Nr. 1 im<a href=\"https:\/\/www.finanzen.ch\/fonds\/ubs-ch-vitainvest-world-75-sustainable-u-ch0293174600\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> &nbsp;\u00abUBS Vitainvest World 75 Sustainable U\u00bb Fonds<\/a>. Diese Kreise m\u00fcssen durchbrochen und mit neuen Massnahmen geflickt werden, damit die Zerst\u00f6rung des Patanals und weiteren \u00d6kosystemen von globaler Bedeutung nicht weiter unkontrolliert voranschreiten.<\/p>\n\n<p>Und wir m\u00fcssen den Fleischkonsum reduzieren! Denn wenn sich der von Fast-Food-Ketten propagierte westliche Ern\u00e4hrungsstil weltweit durchsetzt, werden wir das 1,5-Grad- Klimaziel und den Einhalt des Biodiversit\u00e4tsverlusts niemals erreichen.&nbsp;<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/publication\/46577\/pantanal-brazil-fires-jbs-meat-cattle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum vollst\u00e4ndigen Bericht (Englisch)<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 30 Prozent des Pantanals, eines artenreichen Feuchtgebiets s\u00fcdlich des Amazonas, brannte 2020 ab. Ein aktueller Greenpeace-Report deckt die Hintergr\u00fcnde und Zusammenh\u00e4nge auf. 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