{"id":6469,"date":"2008-10-20T00:00:00","date_gmt":"2008-10-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6469\/weltagrarbericht-radikale-umkehr-ist-noetig-und-moeglich\/"},"modified":"2019-05-30T07:28:47","modified_gmt":"2019-05-30T05:28:47","slug":"weltagrarbericht-radikale-umkehr-ist-noetig-und-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6469\/weltagrarbericht-radikale-umkehr-ist-noetig-und-moeglich\/","title":{"rendered":"Weltagrarbericht: Radikale Umkehr ist n\u00f6tig \u2013 und m\u00f6glich!"},"content":{"rendered":"<p><b>Bauern-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen fordern die Schweiz zum Handeln auf<\/b><\/p>\n<div>\nBern. <strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die globale Landwirtschaft muss<br \/>\n\u00f6kologisch werden und vermehrt Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern ins<br \/>\nZentrum stellen. Denn das Modell der industriellen Massenproduktion<br \/>\nhat bereits einen Drittel der fruchtbaren B\u00f6den zerst\u00f6rt. Nur so<br \/>\nl\u00e4sst sich die aktuelle Ern\u00e4hrungs- und Hungerkrise \u00fcberwinden.<br \/>\nDiese Empfehlungen des Weltagrarberichts soll die Schweiz z\u00fcgig mit<br \/>\nkonkreten Massnahmen umsetzen, fordern SWISSAID, Schweizerischer<br \/>\nBauernverband, Brot f\u00fcr Alle und Greenpeace. Dazu geh\u00f6ren der Fokus<br \/>\nauf die Versorgung des einheimischen Marktes, der Verzicht auf<br \/>\nGentechnologie sowie ein Moratorium auf<br \/>\nAgrotreibstoffe.<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u00abDie industrielle Produktion mit hohem Energie-<br \/>\nund Chemikalieneinsatz ist nicht mehr zeitgem\u00e4ss. Die<br \/>\nLandwirtschaft muss menschlicher und nachhaltiger werden\u00bb. So<br \/>\nfasste Hans Herren, Schweizer Ko-Pr\u00e4sident des<br \/>\nWeltlandwirtschaftsrates, am Dienstag an einer Pressekonferenz in<br \/>\nBern die Ergebnisse des im April vorgestellten Weltagrarberichts<br \/>\nIAASTD zusammen. \u00abDie gute Nachricht ist: Mit angepasster<br \/>\nAnbautechnik, praxisorientierter Forschung und dem bestehenden<br \/>\nWissen der Bauernfamilien k\u00f6nnen wir Wege aus der Krise<br \/>\nfinden.\u00bb<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auf Einladung von SWISSAID, Brot f\u00fcr Alle,<br \/>\nGreenpeace und Schweizerischer Bauernverband pr\u00e4sentierte Herren<br \/>\ndie zentralen Empfehlungen des Berichts vor BLW-Direktor Manfred<br \/>\nB\u00f6tsch und Vertretern von Deza, Bafu und Seco. Die Fakten sind<br \/>\nklar: Der einseitig umgesetzte Freihandel, die Vernachl\u00e4ssigung der<br \/>\nLandwirtschaft und die daraus resultierende Nahrungsmittelkrise<br \/>\nhaben die Zahl der Hungernden auf 925 Millionen anwachsen lassen.<br \/>\nNun braucht es den politischen Willen, sich entschieden f\u00fcr die<br \/>\nUmsetzung des Weltagrarberichts einzusetzen &#8211; auch in der<br \/>\nSchweiz.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der in vierj\u00e4hriger Arbeit von 400<br \/>\ninternationalen Wissenschaftlerinnen und Experten erstellte Bericht<br \/>\nfordert die radikale Umstellung der weltweiten Agrarproduktion. Das<br \/>\nHauptaugenmerk d\u00fcrfe nicht mehr allein auf der industriellen<br \/>\nMassenproduktion liegen, die bereits einen Drittel der fruchtbaren<br \/>\nB\u00f6den zerst\u00f6rt hat. Vielmehr m\u00fcssen die kleinb\u00e4uerliche Produktion,<br \/>\n\u00f6kologische Anbaumethoden sowie die lokale Vermarktung ins Zentrum<br \/>\nr\u00fccken.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">F\u00fcr SWISSAID, Brot f\u00fcr Alle, Greenpeace und<br \/>\nSchweizerischer Bauernverband st\u00fctzt der Bericht, wof\u00fcr sie sich<br \/>\nbereits seit Jahren einsetzen: eine \u00f6kologisch nachhaltige,<br \/>\nb\u00e4uerliche Landwirtschaft vor allem f\u00fcr den einheimischen und<br \/>\nregionalen Konsum. Regional, saisonal und fair einkaufen: So k\u00f6nnen<br \/>\nSchweizer Konsumentinnen und Konsumenten einen Beitrag zur L\u00f6sung<br \/>\nder Nahrungsmittelkrise leisten. Von den Schweizer Beh\u00f6rden fordern<br \/>\ndie vier Organisationen konkrete Massnahmen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung muss<br \/>\ngegen\u00fcber dem Freihandel Vorrang haben. Die Schweiz soll dies in<br \/>\nallf\u00e4lligen Verhandlungen f\u00fcr Freihandelsvertr\u00e4ge<br \/>\nber\u00fccksichtigen.<\/li>\n<li>Freihandelsvertr\u00e4ge d\u00fcrfen das Recht der Schweiz auf eine<br \/>\neigene, demokratisch bestimmte Agrarpolitik und<br \/>\nErn\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t nicht untergraben. Andererseits muss die<br \/>\nSchweiz dieses Recht auch allen anderen Staaten gew\u00e4hren.<\/li>\n<li>Mit einem f\u00fcnfj\u00e4hrigen Moratorium f\u00fcr die Einfuhr von<br \/>\nAgrotreibstoffen muss die Schweiz die Konsequenzen aus den<br \/>\ndramatischen Erfahrungen dieses Jahres ziehen: Der Boom der<br \/>\nAgrotreibstoffe steht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion,<br \/>\nversch\u00e4rft so weltweit den Hunger und f\u00fchrt zu Umweltverschmutzung<br \/>\nund Menschenrechtsverletzungen wie etwa der Vertreibung von<br \/>\nKleinbauernfamilien von ihrem Land.<\/li>\n<li>Mit der Verl\u00e4ngerung des Gentechnik-Moratoriums soll die<br \/>\nSchweiz dazu beitragen, die \u00f6kologische und vielf\u00e4ltige Produktion<br \/>\ngesunder Nahrungsmittel langfristig sicher zu stellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\"><strong>F\u00fcr weitere Information und Interviews<br \/>\nwenden Sie sich bitte an:<\/strong><\/p>\n<p>Marianne K\u00fcnzle, Leiterin Genschutzkampagne, Greenpeace 079 410<br \/>\n76 48<\/p>\n<p>Caroline Morel, Gesch\u00e4ftsleiterin SWISSAID 079 208 75 17<\/p>\n<p>Sandra Helfenstein, Mediensprecherin, Schweizerischer<br \/>\nBauernverband 079 826 89 75<\/p>\n<p>Miges Baumann, Leiter Entwicklungspolitik, Brot f\u00fcr Alle: 079<br \/>\n471 66 60<\/p>\n<p class=\"linebefore\">IAASTD: International Assessment on<br \/>\nAgricultural Knowledge, Science and Technology for Development.\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bauern-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen fordern die Schweiz zum Handeln auf Bern. 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