{"id":6493,"date":"2008-05-26T00:00:00","date_gmt":"2008-05-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6493\/kernenergiehaftpflichtgesetz-nationalrat-nimmt-verantwortung-nicht-wahr\/"},"modified":"2019-05-30T07:29:28","modified_gmt":"2019-05-30T05:29:28","slug":"kernenergiehaftpflichtgesetz-nationalrat-nimmt-verantwortung-nicht-wahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6493\/kernenergiehaftpflichtgesetz-nationalrat-nimmt-verantwortung-nicht-wahr\/","title":{"rendered":"Kernenergiehaftpflichtgesetz: Nationalrat nimmt Verantwortung nicht wahr"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Nationalrat hat als Zweitrat der Totalrevision des Kernenergiehaftpflichtgesetzes, wie sie vom Bundesrat vorgeschlagen wird, zugestimmt. Somit soll nun die obligatorische Versicherungsdeckung f\u00fcr Atomenergieanlagen v\u00f6llig unzureichend auf bloss 1.8 Milliarden Franken erh\u00f6ht werden. Dieser Entscheid des Nationalrates ist verantwortungslos und b\u00fcrdet dem Bund und den Steuerzahlenden eine grosse Last auf.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Mit seinem Entscheid hat es der Nationalrat verpasst, einen Schritt in Richtung Kostenwahrheit bei der Produktion von Atomstrom zu machen. Damit politisiert die Volkskammer am Volk vorbei, das grossmehrheitlich eine deutlich h\u00f6here Atomrisikodeckung will, wie die von Greenpeace im Februar durchgef\u00fchrte Volksbefragung ergab, die von \u00fcber 1000 Leute beantwortet und als Petition eingereicht wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Angesichts der potentiellen Schadenssumme von rund 4&#8217;300 Milliarden Franken ist die H\u00f6he der Versicherungsdeckung f\u00fcr AKW von 1.8 Milliarden Franken ein Tropfen auf den heissen Stein. Die Atomindustrie muss so nur f\u00fcr einen Bruchteil des von ihr potentiell verursachten Schadens aufkommen. F\u00fcr den Rest haften der Bund und die Steuerzahlenden. Diese indirekte staatliche AKW-F\u00f6rderung ist eine Zumutung.<\/p>\n<p>Eine derart weitgehende faktische Subventionierung der hochriskanten Atomenergie benachteiligt die risikolosen erneuerbaren Energien im Wettbewerb f\u00fcr eine sichere Stromversorgung und ist mit einer freien Marktwirtschaft unvereinbar. F\u00fcr Greenpeace ist diese Wettbewerbsverzerrung unannehmbar.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es ist juristisch inkonsequent und politisch irref\u00fchrend, wenn im Gesetz zwar steht, dass der verursachende Atomkraftwerkbetreiber unbegrenzt haftet, der Nationalrat es aber unterl\u00e4sst, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Atomkraftwerkbetreiber den ganzen Schaden auch tats\u00e4chlich decken k\u00f6nnen. De facto ist die Haftung n\u00e4mlich auf die Zahlungsf\u00e4higkeit des Betreibers beschr\u00e4nkt. Das bedeutet, dass sich die Energieunternehmen mit der Bildung von Betriebsgesellschaften aus der unbegrenzten Haftung davon stehlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Diese Sonderbehandlung der Atomrisiken entspricht nicht der Logik des Versicherungswesens und steht in scharfem Kontrast zu Gesetzesregelungen in anderen Risiko-Bereichen wie etwa der Motorfahrzeug-Haftpflicht. So muss beispielsweise jeder Autobesitzer das Unfallrisiko im Strassenverkehr obligatorisch mit einer Haftpflichtdeckung von mindestens 5 Millionen Franken absichern. Bei einer 1.8 Milliarden hohen Deckung w\u00fcrde ein Atomkraftwerksunfall mit 360 Automobilunf\u00e4llen gleich gesetzt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Leo Scherer Atomkampagne Greenpeace\u00a0\u00a0\u00a0 078 720 48 36<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nationalrat hat als Zweitrat der Totalrevision des Kernenergiehaftpflichtgesetzes, wie sie vom Bundesrat vorgeschlagen wird, zugestimmt. 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