{"id":6499,"date":"2008-06-23T00:00:00","date_gmt":"2008-06-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6499\/franzoesischer-krisenreaktor-auch-in-der-schweiz-geplant\/"},"modified":"2022-03-31T11:06:25","modified_gmt":"2022-03-31T09:06:25","slug":"krisenreaktor-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6499\/krisenreaktor-in-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Krisenreaktor in der Schweiz?"},"content":{"rendered":"<p><b>Heute hat Greenpeace in Finnland und in Frankreich zwei Aktionen gestartet, um auf das Versagen der franz\u00f6sischen Atomindustrie hinzuweisen. Ein riesiger Zeppelin mit der Aufschrift \u201eAtomkraft \u2013 nein danke!\u201c fliegt derzeit \u00fcber Olkiluoto (Finnland), wo seit 2005 am weltweit ersten European Pressurised Reactor (EPR) gebaut wird. In Frankreich blockieren Aktivisten drei Kieswerke, welche die Flamanville-Baustelle mit Baumaterial versorgen. Eine Schweizer Greenpeace-Recherche legt nahe, dass die Schweiz im Fall eines AKW-Neubaus mit genau diesem Reaktormodell franz\u00f6sischer Herkunft zu rechnen h\u00e4tte.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Mit der Aktion will Greenpeace alle Nationen davor warnen, in Atomkraft zu investieren. Der als &#171;Flaggschiff&#187; der Atomindustrie angepriesene EPR floppte erst in Olkiluoto, dann beim zweiten Anlauf im franz\u00f6sischen Flamanville. Dort sahen sich die Aufsichtsbeh\u00f6rden sogar gezwungen, nur f\u00fcnf Monate nach dem Start einen Baustopp anzuordnen. Bei den Bauprojekten h\u00e4ufen sich horrende Kosten weit \u00fcber den Vorgaben, massive zeitliche Verz\u00f6gerungen und zahlreiche, gravierende technische Probleme wie schlechte Betonqualit\u00e4t und Schweissn\u00e4hte, die den Sicherheitsanforderungen nicht gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>H\u00f6chst beunruhigend also, dass sich gem\u00e4ss Greenpeace-Recherchen die Hinweise f\u00fcr folgende Vermutung verdichten: Der Stromkonzern Atel hatte beim Einreichen des Rahmenbewilligungsgesuches diesen Monat bereits den Reaktortypen EPR im Auge:<\/p>\n<ul>\n<li>die Atel hat via Kernkraftwerk G\u00f6sgen (40% Aktienbeteiligung) bereits eine enge Verbindung zum franz\u00f6sisch-deutschen EPR-Anbieter Areva NP<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>die mit einem Viertel Aktienanteil an der Atel Holding AG beteiligte franz\u00f6sische Elektrizit\u00e4tsgesellschaft (EDF) ist ein sehr einflussreicher Aktion\u00e4r<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>die EDF baut, finanziert und vertreibt im Verbund mit Areva NP weltweit den EPR-Reaktor<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>auch verschiedene Aussagen von Atel-CEO Giovanni Leonardi st\u00fctzen die Vermutung.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Leo Scherer, Atomexperte bei Greenpeace Schweiz: &#171;Die Krisen-Biografie des EPR zeigt: Atomkraft ist auch mit modernster Technik weder eine sichere noch eine wirtschaftliche L\u00f6sung, um unsere Stromversorgung zu gew\u00e4hrleisten. Bewahren wir die Schweiz vor dem Wahnsinn eines AKW-Neubaus und setzen wir auf unser eigenes Potential: Energieeffizienz, erneuerbare und einheimische Energien.&#187;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Kontakt:<\/p>\n<p>Leo Scherer, Atom-Kampagne Greenpeace Schweiz\u00a0\u00a0\u00a0 044 447 41 52Greenpeace-Medienabteilung\u00a0\u00a0\u00a0 044 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute hat Greenpeace in Finnland und in Frankreich zwei Aktionen gestartet, um auf das Versagen der franz\u00f6sischen Atomindustrie hinzuweisen. 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