{"id":65068,"date":"2021-03-12T09:36:00","date_gmt":"2021-03-12T08:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=65068"},"modified":"2021-03-16T09:01:19","modified_gmt":"2021-03-16T08:01:19","slug":"fuer-eine-nachhaltige-landwirtschaft-ja-zur-initiative-fuer-sauberes-trinkwasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/65068\/fuer-eine-nachhaltige-landwirtschaft-ja-zur-initiative-fuer-sauberes-trinkwasser\/","title":{"rendered":"F\u00fcr eine nachhaltige Landwirtschaft: JA zur Initiative f\u00fcr sauberes Trinkwasser"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Aktuell kann man nicht sagen, dass die Schweizer Landwirtschaft besonders nachhaltig w\u00e4re. Insbesondere wegen dem Stellenwert der Tierproduktion. Die hiesige Massentierhaltung, die auf Futtermittelimporte angewiesen ist, sch\u00e4digt Gew\u00e4sser in der Schweiz wie im Ausland massiv. Dass Schweizer Nutztiere massgeblich mit importiertem Futter ern\u00e4hrt werden, ist ein doppeltes Umweltproblem. Es f\u00fchrt zu Umweltbelastungen in den Anbaul\u00e4ndern aber auch in der Schweiz, weil es hierzulande die Haltung einer hohen Anzahl Tiere erm\u00f6glicht. Greenpeace unterst\u00fctzt daher die Initiative f\u00fcr sauberes Trinkwasser: Demnach sollen nur noch jene Betriebe subventioniert werden, die \u00f6kologischen Landbau betreiben, also ohne Futtermittelimporte und Pestizide auskommen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Eine Hauptquelle der Gew\u00e4sserverschmutzung in der Schweiz ist der Stickstoff. Dieser wird durch G\u00fclle freigesetzt, welche auf den Feldern ausgebracht wird. So produziert die Schweizer Landwirtschaft jedes Jahr fast 100\u2019000 Tonnen an Stickstoff\u00fcbersch\u00fcssen. Ein Viertel davon ist auf Futtermittelimporte zur\u00fcckzuf\u00fchren. Stickstoffverbindungen f\u00fchren zur \u00dcberd\u00fcngung von B\u00f6den und Gew\u00e4ssern und tragen zur globalen Erw\u00e4rmung bei. Dadurch sind Futtermittelimporte sowohl in der Schweiz als auch in den Erzeugerl\u00e4ndern eine Quelle von Treibhausgasemissionen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized  caption-style-medium caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/d4cf6e15-bildschirmfoto-2021-03-12-um-08.54.00.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-65096\" width=\"727\" height=\"484\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/d4cf6e15-bildschirmfoto-2021-03-12-um-08.54.00.png 813w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/d4cf6e15-bildschirmfoto-2021-03-12-um-08.54.00-300x200.png 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/d4cf6e15-bildschirmfoto-2021-03-12-um-08.54.00-768x511.png 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/d4cf6e15-bildschirmfoto-2021-03-12-um-08.54.00-510x340.png 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 727px) 100vw, 727px\" \/><figcaption><strong>Quelle: <\/strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/d02e5346-gp_futtermittelreport_20210309_doppelseiten.pdf\" target=\"_blank\">\u00abDer Futtermittel-Schwindel\u00bb<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Die aktuellen Statistiken zu Futtermitteleinfuhren geben Auskunft \u00fcber importierte Mengen, jedoch nicht \u00fcber die Zusammensetzung des Futters. Kraftfutter weist eine hohe Kaloriendichte bei relativ geringem Gewicht auf. Rein mengenm\u00e4ssig scheinen die Importe nicht sehr umfangreich. Aufgrund seiner Energiedichte erm\u00f6glicht Kraftfutter jedoch die F\u00fctterung einer grossen Anzahl von Tieren. Die Statistik verschleiert somit die Bedeutung von importiertem Futter f\u00fcr die Schweizer Tierproduktion.<\/p>\n\n<p>Futtermittelimporte halten den Tierbestand in der Schweizer Landwirtschaft k\u00fcnstlich hoch und f\u00f6rdern die umweltsch\u00e4dliche Massentierhaltung. Das schlimmste Beispiel ist die Gefl\u00fcgelzucht. Derzeit werden in der Schweiz j\u00e4hrlich rund 69 Millionen St\u00fcck Gefl\u00fcgel gez\u00fcchtet. Ohne Futtermittelimporte k\u00f6nnte die Gesamtzahl nicht mehr als 12 Millionen St\u00fcck betragen, das sind noch 17&nbsp;Prozent der aktuellen Zahl.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large  caption-style-medium caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"526\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/29ed1127-mastku\u0308ken-1024x526.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-65112\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/29ed1127-mastku\u0308ken-1024x526.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/29ed1127-mastku\u0308ken-300x154.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/29ed1127-mastku\u0308ken-768x395.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/29ed1127-mastku\u0308ken-1536x790.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/29ed1127-mastku\u0308ken-2048x1053.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/03\/29ed1127-mastku\u0308ken-510x262.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Industrielle Pouletmast: Die wenigen Tage alten Mastk\u00fcken picken haupts\u00e4chlich Import-Futtermittel auf Sojabasis. \u00a9Hannes Blaser \/ Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mit lokalen Ressourcen<\/h2>\n\n<p>Ein Ende der Futtermittelimporte und der Massentierhaltung w\u00fcrde somit nicht bedeuten, dass wir ganz auf tierische Produkte verzichten m\u00fcssten. Eine nachhaltige Landwirtschaft, die mit den lokal verf\u00fcgbaren nat\u00fcrlichen Ressourcen auskommt, produziert immer noch eine bedeutende Menge an Fleisch, Milch und Eiern. 2018 hat Greenpeace Schweiz das Modell <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6afc8c5d-gp_vision_landwirtschaft_v1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abLandwirtschaft mit Zukunft\u00bb<\/a> entwickelt. Dieses zeigt, wie eine nachhaltige, an die globale Erw\u00e4rmung angepasste Landwirtschaft im Jahr 2050 aussehen k\u00f6nnte. Die Schweizer Landwirtschaft w\u00e4re damit immer noch in der Lage, ganze 10&nbsp;kg Fleisch, 273&nbsp;kg Milch und 48 Eier pro Person und Jahr zu produzieren.<\/p>\n\n<p>Der Vorteil einer nachhaltigen Landwirtschaft liegt auf der Hand: Sie kann die Bev\u00f6lkerung ern\u00e4hren, ohne jene katastrophalen Folgen f\u00fcr Biodiversit\u00e4t und Klima, die das aktuelle Landwirtschaftsmodell verursacht. Aus diesem Grund fordern Umweltorganisationen und viele Landwirt*innen eine \u00c4nderung der Schweizer Agrarpolitik. Leider ist die Debatte um die Landwirtschaftspolitik im Parlament blockiert. Auch wenn die Massentierhaltung nur eine Minderheit der Landwirt*innen betrifft, ist sie f\u00fcr vorgelagerte Sektoren und nachgelagerte Nahrungsmittelkonzerne wichtig. Die mit diesen Interessen verbandelten Lobbys wirken im Verborgenen, um die \u00f6kologische Transition der Schweizer Landwirtschaft zu stoppen.<\/p>\n\n<p>So kann es nicht weitergehen. Die Schweizer Bev\u00f6lkerung verf\u00fcgt \u00fcber die Instrumente der direkten Demokratie, und kann somit die Agrarpolitik durch Initiativen voranbringen. Die Annahme der <a href=\"https:\/\/www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Initiative f\u00fcr sauberes Trinkwasser<\/a> ist ein wichtiger Schritt, um das Modell der nachhaltigen Landwirtschaft zu etablieren. Etliche Landwirt*innen haben sich bereits f\u00fcr eine umweltschonende Produktion entschieden und tragf\u00e4hige Wirtschaftsmodelle f\u00fcr ihre Betriebe gefunden. Damit dieser Weg f\u00fcr alle gangbar wird, insbesondere f\u00fcr jene Betriebe, die sich bisher auf die Viehzucht konzentriert haben, braucht es jedoch geeignete politische Rahmenbedingungen. Der Wandel muss mit den Landwirt*innen und nicht gegen sie erfolgen.&nbsp;Es darf nicht sein, dass die Landwirt*innen mit den Risiken alleingelassen werden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jetzt muss es schnell gehen<\/h2>\n\n<p>Es liegt nun an der Politik, Massnahmen f\u00fcr eine neue Agrarpolitik zu beschleunigen, welche mit den Zielen des Bundes im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz \u00fcbereinstimmt. Noch ist es m\u00f6glich, die Klimakrise zu bek\u00e4mpfen und das Artensterben in Grenzen zu halten. Der Zeitraum, in welchem wir noch handeln k\u00f6nnen, l\u00e4uft jedoch unweigerlich ab. Es muss jetzt schnell gehen, wenn wir noch eine Chance auf eine n\u00e4hrende und nachhaltige Landwirtschaft haben und die schlimmsten Folgen der aktuellen \u00f6kologischen Krisen vermeiden wollen. <\/p>\n\n<p><strong>Daher engagiert sich Greenpeace f\u00fcr ein JA zur Initiative f\u00fcr sauberes Trinkwasser. Unsere Parole lautet sogar #2XJA zu den beiden Initiativen f\u00fcr eine \u00f6kologische Landwirtschaft am 13. Juni.<\/strong><\/p>\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-grey-900-color has-grey-200-background-color\"><strong>Aufruf zur Abstimmung<br><br><\/strong>\nDer Sonntag, 13. Juni ist ein zentraler Abstimmungstag f\u00fcr die Umwelt und das Klima. Neben den beiden Landwirtschaftsinitiativen wird \u00fcber eine weitere wichtige Vorlage abgestimmt: Das neue CO2-Gesetz. Greenpeace setzt sich vehement f\u00fcr ein JA zum neuen Gesetz ein. Mit einem JA zu allen drei Vorlagen engagieren wir uns f\u00fcr sauberes Wasser, fruchtbare B\u00f6den und unsere Gesundheit sowie einen besseren Klimaschutz.<br><br>\nGreenpeace hat das neue CO2-Gesetz w\u00e4hrend der Beratung im Parlament immer wieder als ungen\u00fcgend kritisiert, weil die darin enthaltenen Massnahmen nicht ausreichen, um die Klimaziele der Schweiz zu erreichen. Trotzdem sagt Greenpeace nun \u00fcberzeugt Ja. Eine Ablehnung dieses Gesetzes w\u00fcrde die Schweiz in Sachen Klimaschutz um Jahrzehnte zur\u00fcckwerfen. Angesichts der Dringlichkeit der aktuellen Klimakrise w\u00e4re der von der Auto- und Erd\u00f6llobby geforderte R\u00fcckschritt dramatisch. Dieses Gesetz ist ein wesentlicher erster Schritt hin zu einer konsequenten Klimapolitik. <strong>Sag deshalb auch du <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/63170\/greenpeace-sagt-ja-zum-neuen-co2-gesetz-die-gruende\/\">Ja zum neuen CO2-Gesetz.<\/strong><\/p>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace unterst\u00fctzt die Initiative f\u00fcr sauberes Trinkwasser: Demnach sollen nur noch jene Betriebe subventioniert werden, die \u00f6kologischen Landbau betreiben, also ohne Futtermittelimporte und Pestizide auskommen.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":65079,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[50,33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-65068","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-klima","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65068"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65068\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65079"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65068"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=65068"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=65068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}