{"id":6519,"date":"2008-03-18T00:00:00","date_gmt":"2008-03-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6519\/recht-auf-gute-luft-erster-juristischer-erfolg\/"},"modified":"2019-05-30T07:30:07","modified_gmt":"2019-05-30T05:30:07","slug":"recht-auf-gute-luft-erster-juristischer-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6519\/recht-auf-gute-luft-erster-juristischer-erfolg\/","title":{"rendered":"Recht auf gute Luft: erster juristischer Erfolg"},"content":{"rendered":"<p><b>Seit Juni 2006 k\u00e4mpfen zehn Betroffene mit Unterst\u00fctzung von Greenpeace f\u00fcr das Recht auf gute Luft. Dies nachdem die seit \u00fcber zwei Jahrzehnten bestehende Luftreinhalteverordnung noch in keinem Jahr eingehalten wurde. Nach mehreren eingereichten Rechtsschriften bei verschiedenen Gemeinden, Kantonen und beim Bund ist ein erster juristischer Erfolg eingetreten: Das Regierungsstatthalteramt Bern heisst eine Beschwerde eines Berner Asthmatikers gut.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Im November 2006 forderte der Berner<br \/>\nseine Wohnstadt auf, zus\u00e4tzliche Massnahmen zu Gunsten guter Luft<br \/>\nzu treffen, da sich seine Asthma-Erkrankung in Zeiten erh\u00f6hter<br \/>\nLuftbelastungen verschlechtere. In ihrer Verf\u00fcgung vom April 2007<br \/>\nhielt die Stadt Bern fest, mangels hinreichendem schutzw\u00fcrdigem<br \/>\nInteresse nicht auf die Antr\u00e4ge des Berner Asthmatikers<br \/>\neinzutreten. Die darauf eingereichte Beschwerde wies die Stadt Bern<br \/>\nim Juni 2007 ab.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Regierungsstatthalteramt Bern hat nun die<br \/>\nBeschwerde des Asthmatikers gutgeheissen, die Verf\u00fcgung aufgehoben<br \/>\nund die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz<br \/>\nzur\u00fcckgewiesen. Es h\u00e4lt nun fest:<\/p>\n<ul>\n<li>Entlang der Hauptverkehrsachsen falle die Schadstoffbelastung<br \/>\nh\u00f6her aus als in anderen Gebieten. Deshalb sei der st\u00e4dtischen<br \/>\nArgumentation nicht zu folgen, wonach alle gleichermassen von den<br \/>\nGrenzwert\u00fcberschreitungen betroffen seien und der Beschwerdef\u00fchrer<br \/>\ndeswegen nicht mehr als jedermann betroffen sei.<\/li>\n<li>In einem \u00e4hnlichen Fall entschied das Bundesverwaltungsgericht<br \/>\ngegen die Beschwerdef\u00fchrer, weil die beantragten Massnahmen auf<br \/>\neiner Luftqualit\u00e4tsverbesserung in der ganzen Schweiz abzielten.<br \/>\nDiese Logik treffe im vorliegenden Fall nicht zu, da bloss<br \/>\nst\u00e4dtische Massnahmen verlangt werden.<\/li>\n<li>Das Bundesgericht anerkenne, dass bei grossfl\u00e4chigen<br \/>\nImmissionen ein weiter Kreis von Betroffenen beschwerdelegitimiert<br \/>\nsein k\u00f6nne. Somit k\u00f6nne im vorliegenden Fall nicht bereits von<br \/>\neiner Popularbeschwerde gesprochen werden (auf dem Umweg der<br \/>\npers\u00f6nlichen Betroffenheit \u00f6ffentliches Interesse wahrnehmen).<\/li>\n<li>Die Stadt Bern zweifle zu Unrecht daran, dass die<br \/>\ngesundheitlichen Probleme des Asthmatikers auf die<br \/>\nGrenzwert\u00fcberschreitungen zur\u00fcckzuf\u00fchren seien. Aufgrund allgemein<br \/>\nanerkannter Befunde sei klar, dass Asthmatiker wie auch \u00e4ltere<br \/>\nMenschen und Kleinkinder bei erh\u00f6hter Luftverschmutzung eine<br \/>\nbesondere Empfindlichkeit aufweisen und somit st\u00e4rker als der<br \/>\ndurchschnittliche B\u00fcrger betroffen seien.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Die Klagenden und Greenpeace Schweiz sehen mit<br \/>\ndiesem vorl\u00e4ufigen Entscheid ihren beschwerlichen Weg zu Gunsten<br \/>\ndes Rechts auf gute Luft best\u00e4tigt. Cyrill Studer von der<br \/>\nGreenpeace-Verkehrskampagne sagt dazu: \u00abDem Recht auf gute Luft<br \/>\nwird im Rahmen der Raucherdebatte in den Innenr\u00e4umen nachgekommen.<br \/>\nDie Politik, die Beh\u00f6rden und die Justiz m\u00fcssen endlich auch die<br \/>\nAussenluft konsequent angehen, auch dann, wenn die anstehenden<br \/>\nMassnahmen vor allem den Strassenverkehr betreffen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2008_GuteLuft_Entsch_RStH_Bern.pdf\" title=\"Startet den Datei-Download\" target=\"_self\" class=\"download-arrow\" rel=\"noopener noreferrer\">Entscheid Regierungstatthalteramt Bern (PDF<br \/>\n6.7 MB)<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Weitere Informationen bei:<\/strong><\/p>\n<p>Cyrill Studer, Verkehrskampagne Greenpeace, 044 447 41 13<\/p>\n<p>Greenpeace-Medienabteilung, 044 447 41 11<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Archivbilder zum Downloaden finden Sie<br \/>\nunter<\/strong> <strong><a href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/presse\/pressebilder\/\" title=\"\u00d6ffnet einen internen Link im aktuellen Fenster\" target=\"_self\" class=\"internal-link\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.greenpeace.ch\/pressebilder<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Juni 2006 k\u00e4mpfen zehn Betroffene mit Unterst\u00fctzung von Greenpeace f\u00fcr das Recht auf gute Luft. 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