{"id":65925,"date":"2021-04-08T08:50:00","date_gmt":"2021-04-08T06:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=65925"},"modified":"2021-04-08T09:30:53","modified_gmt":"2021-04-08T07:30:53","slug":"parkinson-pestizidinitiativen-haben-praeventivwirkung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/65925\/parkinson-pestizidinitiativen-haben-praeventivwirkung\/","title":{"rendered":"Parkinson: Pestizidinitiativen haben Pr\u00e4ventivwirkung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Inzidenz von Morbus Parkinson nimmt alterskorrigiert stetig zu. Die zweith\u00e4ufigste neurodegenerative Krankheit kommt bei Besch\u00e4ftigten in der Landwirtschaft besonders oft vor. Verschiedene Studien zeigen Assoziationen mit Pestiziden. Zum Weltparkinsontag vom kommenden Sonntag betonen die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte f\u00fcr Umweltschutz (AefU) sowie Greenpeace Schweiz, wie wichtig die beiden Pestizidinitiativen f\u00fcr die Gesundheit sind. Sie wenden das Vorsorgeprinzip an und senken das Risiko f\u00fcr Parkinson sowie bestimmte Krebsarten.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Morbus Parkinson, umgangssprachlich auch \u00abSch\u00fcttell\u00e4hmung\u00bb genannt, ist nach der Alzheimer-Demenz die zweith\u00e4ufigste neurodegenerative Erkrankung. In der Schweiz sind rund 15&#8217;000 Menschen davon betroffen. Die Krankheit nimmt in allen Alterskategorien und ebenso alterskorrigiert zu. Bis 2040 wird weltweit mit einer Verdoppelung der Patientenzahlen gerechnet. Neben dem Alter spielen dabei Pestizide eine Rolle<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-admin\/post.php?post=65925&amp;action=edit&amp;lang=de#_ftn1\">[1]<\/a>, also Insektizide, Fungizide und Herbizide.<\/p>\n\n<p><strong><strong>Pestizide und Morbus Parkinson<br><\/strong><\/strong>Ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten des Morbus Parkinson und dem Kontakt zu Pestiziden wurde seit langem vermutet. Dies insbesondere bei Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Sie sind dort dem Einfluss von Pestiziden direkt und intensiv ausgesetzt. Im Auftrag des Schweizer Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (SECO)&nbsp; hat das Institut f\u00fcr Arbeitsmedizin der Uni Lausanne diese Effekte zusammengefasst<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-admin\/post.php?post=65925&amp;action=edit#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>. Es schlussfolgert, dass Besch\u00e4ftigte in der Landwirtschaft mit Kontakt zu Pestiziden ein um \u00fcber 50% erh\u00f6htes Risiko haben, an einem Morbus Parkinson zu erkranken.&nbsp;F\u00fcr AefU-Pr\u00e4sident Dr. med. Bernhard Aufdereggen ist nicht erst seit der Covid-Pandemie klar: \u00abDie Gesundheit von \u00d6kosystemen, Menschen und Tieren h\u00e4ngt eng zusammen (One Health). Bringen wir toxische Substanzen in die Umwelt, gef\u00e4hrden wir auch unsere Gesundheit. Insbesondere Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten und mit chemisch-synthetischen Pestiziden konfrontiert sind, haben ein signifikant erh\u00f6htes Risiko an Morbus Parkinson zu erkranken.\u00bb<\/p>\n\n<p><strong>In der Schweiz wenig Forschung und Wissen<\/strong><br>Andere L\u00e4nder zogen daraus Konsequenzen: In Frankreich ist Morbus Parkinson seit 2012 als Berufskrankheit bei Besch\u00e4ftigen anerkannt, die professionell mit Pestiziden in Kontakt kommen. Zudem gibt es in zahlreichen L\u00e4ndern Melderegister und Datenbanken zur Erfassung der gesundheitlichen Nebenwirkungen von Pestiziden. In der Schweiz aber sind diese Zusammenh\u00e4nge kaum erforscht.<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-admin\/post.php?post=65925&amp;action=edit#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n\n<p><strong>Wind und Wasser verbreiten die Pestizide<\/strong><br>Chemisch-synthetische Pestizide bleiben nicht dort, wo sie gespritzt werden. Sie sind heute fast \u00fcberall in den B\u00f6den, in Gew\u00e4ssern und in der Luft sowie in Lebensmitteln zu finden. Greenpeace Schweiz und das Umweltinstitut M\u00fcnchen zeigten in Untersuchungen mit Luftpassivsammlern, dass Pestizide sich st\u00e4rker und weiter verbreiten als gedacht.<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-admin\/post.php?post=65925&amp;action=edit#_ftn4\">[4]<\/a> Selbst Jahrzehnte nach deren Einsatz: Zum Beispiel konnte das seit 1972 verbotene DDT aktuell immer noch nachgewiesen werden \u2013 f\u00fcr B\u00e4uerinnen und Bauern sowie f\u00fcr Anwohnerinnen und Anwohner ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Yves Zenger, Mediensprecher bei Greenpeace Schweiz, sagt: \u00abInsbesondere die orale Aufnahme und das Einatmen der Pestizide d\u00fcrften bei der Entstehung von Parkinson eine Rolle spielen. Der Kontakt mit den Giften in der Luft ist wie Passivrauchen. Leider kann sich dem niemand entziehen, selbst mit konsequentem Bio-Konsum nicht. Die Pestizide sind einfach da, und wir nehmen sie auf, ohne uns davor sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n\n<p><strong>Zur Gesundheitsvorsorge 2xJA am 13. Juni<\/strong><br>Vorsorgen ist besser als heilen: Darum sagen die AefU und Greenpeace Schweiz 2xJa zur Trinkwasserinitiative und zur Pestizidinitiative, \u00fcber die wir am 13. Juni abstimmen. Die Vorlagen sch\u00fctzen Wasser, Boden und Gesundheit. Sie sind aus gesundheitlicher und \u00f6kologischer Sicht n\u00f6tig. Sie haben eine pr\u00e4ventive Wirkung.<\/p>\n\n<p>AefU und Greenpeace fordern zudem:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Eine Pr\u00fcfung, ob Parkinson auch in der Schweiz als Berufskrankheit anerkannt werden muss.<\/li><li>Die Untersuchung der gesundheitlichen Konsequenzen f\u00fcr die Anwohnerinnen und<br>Anwohner in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten.<\/li><li>Ein Melderegister f\u00fcr mit Pestiziden assoziierte Erkrankungen (bestimmte Krebsarten und neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere Parkinson).<\/li><\/ul>\n\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><br>Dr. med. Bernhard Aufdereggen, Pr\u00e4sident Aerztinnen und Aerzte f\u00fcr Umweltschutz (AefU), +41 (0)79 639 00 40<br>Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, +41 (0)78 682 00 91, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/p>\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/2xja.ch\/\">Website<\/a> Kampagne \u00abSch\u00fctze Wasser, Boden und Gesundheit\u00bb<br><\/strong><br><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/23713084\/\">[1] Exposure to pesticides or solvents and risk of Parkinson disease&nbsp;<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-admin\/post.php?post=65925&amp;action=edit#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Occupational Exposures to Plant Protection Products and Associated Health Effects in Agricultural Workers, Institut universitaire romand de Sant\u00e9 au Travail, Lausanne, 2017. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-admin\/post.php?post=65925&amp;action=edit#_ftnref3\">[3]<\/a><a href=\"http:\/\/www.aefu.ch\/fileadmin\/user_upload\/aefu-data\/b_documents\/oekoskop\/Oekoskop_19_4.pdf#page=6\">Oekoskop_19_4<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-admin\/post.php?post=65925&amp;action=edit#_ftnref4\">[4]<\/a><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/60268\/pestizide-vom-winde-verweht\/\">Greenpeace-Studie \u00abPestizide &#8211; vom Winde verweht\u00bb<\/a><\/p>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Inzidenz von Morbus Parkinson nimmt alterskorrigiert stetig zu. 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