{"id":6662,"date":"2006-10-02T00:00:00","date_gmt":"2006-10-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6662\/das-collectif-bonfol-fordert-von-der-jurassischen-behoerde-die-rueckweisung-des-bci-sanierungsprojekts\/"},"modified":"2019-05-30T07:34:33","modified_gmt":"2019-05-30T05:34:33","slug":"das-collectif-bonfol-fordert-von-der-jurassischen-behoerde-die-rueckweisung-des-bci-sanierungsprojekts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6662\/das-collectif-bonfol-fordert-von-der-jurassischen-behoerde-die-rueckweisung-des-bci-sanierungsprojekts\/","title":{"rendered":"Das Collectif Bonfol fordert von der Jurassischen Beh\u00f6rde die R\u00fcckweisung des BCI-Sanierungsprojekts"},"content":{"rendered":"<p><b>Trotz begr\u00fcssenswerter Fortschritte, zum Beispiel bei der Unfallpr\u00e4vention, \u00fcberwiegen im vorliegenden Sanierungsprojekt der BCI f\u00fcr Bonfol gravierende technische M\u00e4ngel und Widerspr\u00fcche. Das BCI-Sanierungsprojekt birgt noch immer grosse Gefahren f\u00fcr Mensch und Umwelt und h\u00e4lt teilweise Schweizerische Umweltgesetze nicht ein. Das Collectif Bonfol (CB) erachtet das technisch machbare Sanierungsprojekt als in dieser Form nicht bewilligbar und weist es an die Jurassische Regierung zur zwingenden Nachbesserung zur\u00fcck.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Basel. Dies sind die Schl\u00fcsse, die das<br \/>\nCollectif Bonfol (CB: Greenpeace, Pro Natura, Unia, WWF, Les Verts<br \/>\nFrance) aus einem Gutachten zieht, das es heute an einer<br \/>\nPressekonferenz in Del\u00e9mont vorgestellt hat. Die beiden vom CB<br \/>\nbeauftragten Altlasten-Experten Martin Forter und Jean-Louis<br \/>\nWalther halten in ihrer Studie fest, dass die BCI entgegen<br \/>\nbeh\u00f6rdlicher Auflagen keine bzw. wenig Anstrengungen unternommen<br \/>\nhat, die in der Deponie Bonfol liegenden Chemikalien historisch<br \/>\nabzukl\u00e4ren. Begr\u00fcndung der BCI: die meisten ihrer Archive seien<br \/>\nvernichtet worden, was gem\u00e4ss Novartis aber nicht stimmt. \u00abH\u00f6chste<br \/>\nSicherheitsstandards\u00bb verspricht die BCI in den Hallen anzuwenden,<br \/>\nda angesichts der unz\u00e4hligen, weitgehend unbekannten Chemikalien<br \/>\n\u00abmit allen chemischen Risiken\u00bb zu rechnen sei.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu stehen die wenigen Substanzen, die gem\u00e4ss BCI<br \/>\ndie Hallen-Abluft belasten. Weil man diese wenigen Substanzen<br \/>\nkenne, k\u00f6nne ein niedriger Standard angewendet werden und die<br \/>\nHallen-Abluft teils sogar unbehandelt in die Umwelt abgelassen<br \/>\nwerden. Doch: Die CB-Experten wiesen nach, dass auch der Stoffmix<br \/>\nin der Abluft entgegen den Angaben der BCI unberechenbar ist:<br \/>\nMindestens 49 Substanzen, deren Emission die<br \/>\nLuftreinhalteverordnung (LRV) beschr\u00e4nkt, hat die BCI in ihrem<br \/>\nAbluftmodell nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Auch Krebs f\u00f6rdernde Substanzen gem\u00e4ss Suva sowie Pestizide und<br \/>\nMedikamente hat die BCI nicht beachtet. F\u00fcr die CB-Experten ist<br \/>\nklar: Um gef\u00e4hrliche Emissionen zu verhindern, braucht es zwingend<br \/>\neine hochwirksame Abluftreinigung (Abluftverbrennung).<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel f\u00fcr die skandal\u00f6sen Unterlassungen der<br \/>\nBasler Chemie: Die CB-Experten konnten nachweisen, dass die BCI<br \/>\nseit 20 Jahren weiss, dass sogar der 1.8 Kilometer von der Deponie<br \/>\nentfernte Dorfbrunnen von Pfetterhouse (F) durch vertikale<br \/>\nSchadstoff-Emissionen aus der Deponie Bonfol verschmutzt wird und<br \/>\nsomit auch das Trinkwasser von Pfetterhouse gef\u00e4hrdet ist. Angaben<br \/>\nzu den vertikalen Schadstoffaustritten aus der Deponie und somit<br \/>\nzum regionalen Quellwasserschutz findet man im BCI-Projekt aber<br \/>\npraktisch keine. Die Arbeitssicherheit ist immer noch mangelhaft<br \/>\nund beim Bodenschutz (inkl. Sandpartien) fehlen schl\u00fcssige<br \/>\nQualit\u00e4tskriterien, so dass zu bef\u00fcrchten ist, dass die<br \/>\nBonfol-Grube auch nach der Sanierung eine Altlast bleibt!<\/p>\n<p>Generell wurde im Vergleich zum Planungsstand vor 3 Jahren wenig<br \/>\nverbessert &#8211; nach wie vor will die BCI viele Antworten auf sp\u00e4ter<br \/>\nverschieben. Dies ist nicht zu verantworten. Deshalb braucht es<br \/>\njetzt ein robustes Qualit\u00e4tssicherungssystem und eine \u00dcberwachung<br \/>\ndurch einen neu zu schaffenden unabh\u00e4ngigen Expertenrat.<\/p>\n<p>Seit der Besetzung der maroden Chemiem\u00fclldeponie und dem<br \/>\nerreichten Sanierungsentscheid vor \u00fcber sechs Jahren setzt sich das<br \/>\nCollectif Bonfol qualifiziert und konstruktiv f\u00fcr eine saubere,<br \/>\nsichere und m\u00f6glichst schnelle Totalsanierung ein. Alain Fousseret,<br \/>\nSprecher des Collectif Bonfols, meint: \u00abDas Collectif Bonfol<br \/>\nfordert die Beh\u00f6rden auf, das eingereichte Projekt zur\u00fcckzuweisen.<br \/>\nKeinesfalls darf der Kanton Jura dem in dieser Form hochriskanten<br \/>\nBCI-Sanierungsprojekt eine Bewilligung erteilen.\u00bb Im Hinblick auf<br \/>\ndie m\u00f6glichen verheerenden Auswirkungen warnt Corrado Pardini von<br \/>\nder Gewerkschaft Unia: \u00abWenn die Jurassische Regierung diese<br \/>\nAnforderungen ignoriert, \u00fcbernimmt sie in Kenntnis dieser M\u00e4ngel<br \/>\ndie volle Verantwortung und riskiert sch\u00e4dliche Einf\u00fcsse auf<br \/>\nArbeiter, Bev\u00f6lkerung und Umwelt &#8211; das k\u00f6nnte in finanzieller,<br \/>\nsozialer und \u00f6kologischer Hinsicht negative Folgen f\u00fcr die<br \/>\nBewilligungsbeh\u00f6rde haben.\u00bb<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a class=\"download-arrow\" title=\"Startet den Datei-Download\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2006_Chimie_Rapport_AssainissementDIB.pdf\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Download Studie (Franz\u00f6sisch, 3.6<br \/>\nMB)<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Matthias W\u00fcthrich, Greenpeace Chemie-Kampagne +41 44 447 41<br \/>\n31<\/p>\n<p>Martin Forter, Expert CB +41\u00a061 691 55 83<\/p>\n<p>Jean-Louis Walther, Expert CB +41 79 240 42 60<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz begr\u00fcssenswerter Fortschritte, zum Beispiel bei der Unfallpr\u00e4vention, \u00fcberwiegen im vorliegenden Sanierungsprojekt der BCI f\u00fcr Bonfol gravierende technische M\u00e4ngel und Widerspr\u00fcche. 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