{"id":66700,"date":"2021-04-26T09:15:00","date_gmt":"2021-04-26T07:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=66700"},"modified":"2021-04-26T14:13:07","modified_gmt":"2021-04-26T12:13:07","slug":"kein-neues-tschernobyl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/66700\/kein-neues-tschernobyl\/","title":{"rendered":"Kein neues Tschernobyl!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Vor 35 Jahren, am 26. April 1986, passierte in Tschernobyl die bisher schlimmste Atomkatastrophe. Die Beh\u00f6rden sehen sich noch heute mit ungel\u00f6sten Problemen konfrontiert.<\/strong><\/p>\n\n<p>Rund f\u00fcnf Millionen Menschen in der Ukraine, Weissrussland und Russland leben noch in Gebieten, die offiziell als verstrahlt gelten. Die Menschen, die hier leben, erhalten st\u00e4ndig neue Strahlendosen, wie <a href=\"https:\/\/wayback.archive-it.org\/9650\/20200409062940\/http:\/\/p3-raw.greenpeace.org\/international\/Global\/international\/publications\/nuclear\/2016\/Nuclear_Scars.pdf\">eine gemeinsame Untersuchung<\/a> von Greenpeace und ukrainischen Wissenschaftlern dokumentiert.  Aber auch die von Tschernobyl weit entfernte Schweiz ist laut <a href=\"https:\/\/www.ippnw.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Hintergrundbericht-T35_DE.pdf\">Mitteilung<\/a> der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) und der \u00c4rztInnen f\u00fcr soziale Verantwortung und zur Verh\u00fctung eines Atomkrieges (PSR\/IPPNW Schweiz) vom radioaktiven Fallout betroffen: Krebstote, Krankheiten und erh\u00f6hte S\u00e4uglingssterblichkeit sind die Folgen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gefahr durch Waldbr\u00e4nde<\/h2>\n\n<p>Viele Probleme sind nach wie vor ungel\u00f6st. So existiert keine Technologie zum Umgang mit dem im Reaktor verbleibenden radioaktiven Brennstoff. Ein neuer Sarkophag wurde 2016 angelegt, um Zeit zu gewinnen und neue Ans\u00e4tze zu entwickeln. Von Zeit zu Zeit erinnert uns Tschernobyl daran, dass die Gefahr noch da ist. In 35 Jahren sind in der Sperrzone \u00fcber 1500 Mal Br\u00e4nde ausgebrochen. Besonders schlimm war es im vergangenen Jahr als zwischen Feuer und Sarkophag stellenweise nur noch ein Kilometer Distanz lag. Die Rauchfahnen des Feuers zogen \u00fcber Dutzende von Kilometern in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw und sch\u00fcrten die Bef\u00fcrchtung, dass die Rauchpartikel die Strahlungswerte in der Stadt erh\u00f6hen k\u00f6nnten. Gl\u00fccklicherweise geschah dies nicht, die Strahlung au\u00dferhalb der Sperrzone blieb auf einem sicheren Niveau.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">L\u00f6schkr\u00e4fte besonders betroffen<\/h2>\n\n<p>Feuerwehrleute mussten in den am st\u00e4rksten kontaminierten Bereichen der Zone arbeiten, wo laut Presseberichten die Strahlungswerte den Hintergrundwert um das 16-fache \u00fcberstiegen. \u00abLeider haben wir nur sehr wenige Informationen \u00fcber die radiologischen Umweltgefahren bei Br\u00e4nden in radioaktiv verseuchten Gebieten\u00bb, sagt Prof. Valery Kashparov, Leiter des ukrainischen Forschungsinstituts f\u00fcr Agrarradiologie. \u00abF\u00fcr die Feuerwehrleute ist die Gefahr am gr\u00f6ssten, insbesondere durch die Aufnahme von Radionukliden in die Lunge.\u00bb Feuerwehrleute m\u00fcssen vollst\u00e4ndige Informationen \u00fcber die Strahlungsrisiken haben, bevor sie in die kontaminierten Gebiete gehen. Die letzte Studie zu diesem Thema wurde vor 20 Jahren durchgef\u00fchrt, und seitdem haben sich die nat\u00fcrlichen Bedingungen ver\u00e4ndert. Die Klimakrise verursacht h\u00e4ufigere D\u00fcrreperioden, die \u00d6kosysteme haben sich ver\u00e4ndert und jedes Feuer hat Auswirkungen auf die lokale Umwelt.\u00a0<\/p>\n\n<p>Wenn die Wetterbedingungen es zulassen, wird das Institut mit Unterst\u00fctzung von Greenpeace dieses Jahr eine Reihe von Parametern untersuchen, die die Strahlungsdosis w\u00e4hrend der Br\u00e4nde beeinflussen. \u00abZiel ist es, die zu erwartenden Dosen f\u00fcr Feuerwehrleute abzusch\u00e4tzen. Wir werden dann Empfehlungen ausarbeiten, um das Risiko zu minimieren\u00bb, so Prof. Valery Kashparov.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Keine Nuklearrisiken mehr eingehen<\/h2>\n\n<p>Selbst L\u00e4nder, die die Schrecken dieser Katastrophe auf ihrem Boden \u00fcberstanden haben, halten weiter hartn\u00e4ckig an der Atomkraft fest. Dazu geh\u00f6rt auch die Schweiz; mit Beznau 1 ist hier bei uns das \u00e4lteste Atomkraftwerk der Welt noch in Betrieb, obwohl dessen Sicherheit bezweifelt werden muss. Was die Welt wirklich braucht, ist, dass Regierungen und Unternehmen aufh\u00f6ren, neue nukleare Risiken einzugehen, wenn wir noch nicht mal mit den alten fertig werden. Der einzige Weg, dies zu tun, ist der Ausstieg aus der Atomenergie und der Umstieg auf erneuerbare Energien \u2014 so schnell wie m\u00f6glich.<\/p>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 35 Jahren, am 26. April 1986, passierte in Tschernobyl die bisher schlimmste Atomkatastrophe. Die Beh\u00f6rden sehen sich noch heute mit ungel\u00f6sten Problemen konfrontiert.<\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":66741,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-66700","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/35"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66700"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66700\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/66741"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66700"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=66700"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=66700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}