{"id":66816,"date":"2021-04-24T07:00:00","date_gmt":"2021-04-24T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=66816"},"modified":"2021-04-23T13:57:05","modified_gmt":"2021-04-23T11:57:05","slug":"frau-sommaruga-warum-braucht-die-schweiz-das-neue-co2-gesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/66816\/frau-sommaruga-warum-braucht-die-schweiz-das-neue-co2-gesetz\/","title":{"rendered":"Frau Sommaruga, warum braucht die Schweiz das neue CO2-Gesetz?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Am 13. Juni stimmt die Schweiz \u00fcber das CO<sub>2<\/sub>-Gesetz ab, weil die Erd\u00f6l- und die Autolobby das Referendum ergriffen haben. Obschon das neue Gesetz zu wenig weit greift, setzt sich Greenpeace Schweiz vehement daf\u00fcr ein. Auch Bundesr\u00e4tin Simonetta Sommaruga r\u00e4t den Schweizer*innen, ein Ja in die Urne zu legen. Warum, erkl\u00e4rt sie uns gleich selbst.<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Frau Sommaruga, was ist f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich die fortschrittlichste Neuerung des CO<sub>2<\/sub>-Gesetzes?<\/strong><\/p>\n\n<p>Neu ist, dass wir mit dem Gesetz auch den Flugverkehr beim Klimaschutz in die Pflicht nehmen. Wir werden eine Flugticketabgabe einf\u00fchren, die nach dem Verursacherprinzip funktioniert. Wer nicht mehr als einmal pro Jahr innerhalb von Europa fliegt, erh\u00e4lt Geld zur\u00fcck. Wer dagegen oft und weit fliegt, zahlt mehr. Die allermeisten Menschen werden von dieser Abgabe somit profitieren, auch Familien. Zudem speisen wir mit der Abgabe einen Klimafonds. Das Geld daraus investieren wir in eine klimafreundliche Zukunft. So w\u00fcrden wir damit Nachtz\u00fcge und Elektrobusse im \u00d6V unterst\u00fctzen. Das ist gut f\u00fcr die Menschen \u2013 und n\u00fctzt dem Klima.<\/p>\n\n<p><strong>Welches Zeichen setzt die Schweiz, wenn sie das Gesetz annimmt?<\/strong><\/p>\n\n<p>Ein Ja g\u00e4be uns als Land eine Perspektive. Ich w\u00fcnsche mir eine Schweiz, in der die Menschen gemeinsam mit der Forschung und der Wirtschaft den Ehrgeiz entwickeln, ein f\u00fchrendes Land beim Klimaschutz zu werden. Der Vergleich etwa mit D\u00e4nemark und Schweden zeigt: Wir k\u00f6nnen noch zulegen. Die Voraussetzungen stimmen: Wir haben die klugen K\u00f6pfe, die technischen Mittel \u2013 und eine Bev\u00f6lkerung, f\u00fcr welche der Klima- und Naturschutz immer wichtiger wird. Dies haben wir auch dem Engagement der Umweltorganisationen zu verdanken. Hinzu kommt: Erf\u00fcllen wir die Verpflichtungen des Pariser Klima\u00fcbereinkommens, ist die Schweiz auf dem internationalen Parkett auch in Zukunft eine verl\u00e4ssliche Partnerin, die etwas f\u00fcr den Klimaschutz bewirken kann. Ein Nein w\u00fcrde diese Position schw\u00e4chen.<\/p>\n\n<p><strong>Was wiederum w\u00fcrde geschehen, wenn das Gesetz abgelehnt wird?<\/strong><\/p>\n\n<p>Dann w\u00fcrde das geltende Gesetz gelten, das indes nicht gen\u00fcgt, damit wir unsere Klimaziele erreichen. Es g\u00e4be keine Flugticketabgabe und somit auch keinen Klimafonds, mit dem wir \u00fcbrigens auch Schutzbauten gegen die zunehmenden Hochwasser und Bergst\u00fcrze in den Alpen unterst\u00fctzen w\u00fcrden. Wir w\u00fcrden es somit verpassen, die Weichen jetzt richtig zu stellen. Das w\u00e4re unverantwortlich, denn dieses Jahrzehnt ist entscheidend. Das sage ich auch an die Adresse all jener, die dem Gesetz kritisch gegen\u00fcberstehen, weil es ihnen nicht weit und schnell genug geht: Wird dieses Gesetz abgelehnt, gewinnen jene, die weiterhin \u00d6l verkaufen und profitieren wollen. Verlieren w\u00fcrde damit aber das Klima \u2013 und leiden w\u00fcrden darunter die Natur und wir Menschen.<\/p>\n\n<p><strong>Was gilt es aus Ihrer Sich zus\u00e4tzlich zum Gesetz f\u00fcr den Klimaschutz dringend anzupacken?<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Umgestaltung unserer Energieversorgung. Das Zeitalter von \u00d6l, Gas und Kohle neigt sich dem Ende zu. Die Zukunft geh\u00f6rt den erneuerbaren Energien. Wir m\u00fcssen noch mehr auf die Sonne setzen \u2013 mit einer Solaroffensive: auf den D\u00e4chern von Fabriken, Schulh\u00e4usern, Spit\u00e4lern, Scheunen, entlang von Autobahnen \u2013 \u00fcberall dort, wo es niemanden st\u00f6rt, \u2013 braucht es Solarpanels. Wenn wir dieses Potenzial nutzen, gewinnen wir mehr Strom, als die Schweizer AKW heute zusammen produzieren. Und dies, ohne radioaktiven Abfall zu hinterlassen. Im \u00dcbrigen ist die Dekarbonisierung der Schweiz auch eine Chance f\u00fcr eine umweltfreundliche Wirtschaft und f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze mit Zukunft. Das revidierte CO<sub>2<\/sub>-Gesetz unterst\u00fctzt diese Entwicklung.<\/p>\n\n<p><em>Greenpeace Schweiz hat die verdrehten Argumente der CO<sub>2<\/sub>-Gesetz-Gegner*innen zum Anlass genommen, um ein \u00abNo-Bullshit-Leiterlispiel\u00bb zu kreieren. Bestelle <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/co2-poster\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> das Spiel in Form eines Posters. Zus\u00e4tzlich findest du <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/63170\/greenpeace-sagt-ja-zum-neuen-co2-gesetz-die-gruende\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> ein Video mit den wichtigsten Gr\u00fcnden f\u00fcr das neue CO<sub>2<\/sub>-Gesetz. <\/em><\/p>\n\n<p>Beitragsbild: \u00a9 Anoush Abrar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 13. Juni stimmt die Schweiz \u00fcber das CO2-Gesetz ab, weil die Erd\u00f6l- und die Autolobby das Referendum ergriffen haben. 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