{"id":67423,"date":"2021-05-11T09:00:06","date_gmt":"2021-05-11T07:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=67423"},"modified":"2021-05-11T09:39:11","modified_gmt":"2021-05-11T07:39:11","slug":"swiss-overshoot-day-wie-koennen-wir-unseren-oekologischen-fussabdruck-reduzieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/67423\/swiss-overshoot-day-wie-koennen-wir-unseren-oekologischen-fussabdruck-reduzieren\/","title":{"rendered":"Swiss Overshoot Day: Wie k\u00f6nnen wir unseren \u00f6kologischen Fussabdruck reduzieren?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Am Swiss Overshoot Day haben wir jeweils alle Ressourcen verbraucht, die die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Das Datum wird f\u00fcr jedes Land einzeln berechnet. Je fr\u00fcher im Jahr dieser Tag eintritt, desto h\u00f6her ist der Ressourcenverbrauch durch die Menschen im betreffenden Land. Dieses Jahr f\u00e4llt der Swiss Overshoot Day bereits auf den 11. Mai. Im Jahr 2018 war es noch der 1. August.<\/strong><\/p>\n\n<p>Wir alle haben solche Aussagen schon einmal geh\u00f6rt: \u00abWenn alle Menschen so leben w\u00fcrden wie die Schweizer Bev\u00f6lkerung, br\u00e4uchten wir zwei zus\u00e4tzliche Planeten.\u00bb Aber was bedeutet das konkret? Welche Gewohnheiten f\u00fchren dazu, dass wir zu viele Ressourcen verbrauchen? Und was k\u00f6nnen wir tun, um die Belastung f\u00fcr die Erde zu reduzieren?<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unser \u00f6kologischer Fussabdruck<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die offizielle Statistik ist eindeutig: Der \u00f6kologische Fussabdruck der Schweizer Bev\u00f6lkerung entspricht der 2,8-fachen Menge der weltweit verf\u00fcgbaren Ressourcen pro Person. \u00abWir leben somit auf Kosten k\u00fcnftiger Generationen und anderer Erdteile\u00bb, schreibt der Bund auf seiner <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/nachhaltige-entwicklung\/weitere-indikatoren-achhaltige-entwicklung\/oekologischer-fussabdruck.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Webseite<\/a>. Im globalen Durchschnitt betr\u00e4gt der \u00f6kologische Fussabdruck pro Person 1,2. Doch dahinter verbergen sich grosse Unterschiede zwischen den einzelnen L\u00e4ndern.<\/p>\n\n<p>In der Schweiz geh\u00f6ren wir zu den Erdbewohnerinnen und -bewohnern, die am meisten von den vorhandenen nat\u00fcrlichen Ressourcen profitiert haben. Unser Lebensstil funktioniert nur \u00abdank des Imports von nat\u00fcrlichen Ressourcen und der \u00dcbernutzung der globalen G\u00fcter (wie der Atmosph\u00e4re)\u00bb. Unser \u00f6kologischer Fussabdruck folgt in erster Linie aus dem Verbrauch fossiler Energie, aus der Bodennutzung f\u00fcr Landwirtschaft und Weiden sowie aus der Ausbeutung von W\u00e4ldern. Die gute Nachricht ist, dass es bereits viele L\u00f6sungen gibt, um unseren \u00f6kologischen Fussabdruck zu verkleinern und nicht mehr auf Pump zu leben.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Overshoot reduzieren<\/strong><\/h2>\n\n<p>In der Schweiz f\u00e4llt vor allem der Energieverbrauch im Verkehr ins Gewicht. Damit unser \u00f6kologischer Fussabdruck deutlich kleiner wird, braucht es ein neues Mobilit\u00e4tsmodell, das auf \u00f6ffentlichen Verkehr und sanfte Mobilit\u00e4t setzt. Der Vergleich verschiedener Verkehrsmittel zeigt, dass ein Fahrzeug mit Benzin- oder Dieselmotor wesentlich h\u00f6here Emissionen verursacht als die \u00d6V-Nutzung. Auf der Webseite <a href=\"https:\/\/www.energie-umwelt.ch\/haus\/oeffentlicher-verkehr-mobilitaet\/mobility-impact\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">energie-umwelt.ch<\/a> stellen die kantonalen Energie- und Umweltfachstellen von Genf, Bern, Neuenburg, Freiburg, Jura, Waadt und Wallis einen Rechner zur Verf\u00fcgung: Dieser ermittelt den Energieverbrauch je nach Verkehrsmittel. Zum Beispiel verursacht eine Reise von Genf nach Z\u00fcrich mit dem Auto 35\u2018210 Gramm CO2 pro Person, aber nur 309,7 Gramm mit dem Zug. Zudem st\u00f6sst der Autoverkehr Feinstaub und Stickoxide aus, was bei der Bahn nicht der Fall ist. Diese Relationen gelten auch f\u00fcr k\u00fcrzere Strecken.<\/p>\n\n<p>Es gibt noch viele weitere M\u00f6glichkeiten, unseren Energieverbrauch zu senken. Wie wir heizen, welche elektrische Ger\u00e4te wir nutzen oder wie wir R\u00e4ume beleuchten, all dies k\u00f6nnen wir zum Positiven ver\u00e4ndern. Die sauberste Energie ist jene, die gar nicht verbraucht wird. Angesicht der Klimakrise ist Energiesparen unser bestes Mittel.<\/p>\n\n<p>Neben \u00d6V-Nutzung, sanfter Mobilit\u00e4t und Energiesparen stehen uns noch andere Wege zur Verf\u00fcgung, unseren \u00f6kologischen Fussabdruck zu verringern. Auch eine Ern\u00e4hrungsumstellung hilft, unsere Umweltbelastung zu reduzieren. Weltweit werden 30&nbsp;Prozent der Anbaufl\u00e4chen f\u00fcr die Produktion von Futtermitteln genutzt. Nur 10&nbsp;bis 15&nbsp;Prozent dieser Futtermittel werden schlussendlich in Biomasse umgewandelt, die vom Menschen verzehrt werden kann. Hinzu kommt, dass die Viehwirtschaft ebenso klimasch\u00e4dlich ist wie der Transportsektor. Wenn wir weniger tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier konsumieren, k\u00f6nnen wir unseren \u00f6kologischen Fussabdruck schon erheblich senken. Dadurch muss weniger Land f\u00fcr die Lebensmittelproduktion genutzt werden. Zudem reduziert sich der Druck auf die Artenvielfalt: 80&nbsp;Prozent der weltweiten Abholzung h\u00e4ngt n\u00e4mlich mit der Nahrungsproduktion zusammen. Ein weiteres Problem ist, dass wir im Durchschnitt \u00fcber 300&nbsp;kg Lebensmittel pro Person und Jahr verschwenden. Dieser Foodwaste ist f\u00fcr 25&nbsp;Prozent des \u00f6kologischen Fussabdrucks unserer Ern\u00e4hrung verantwortlich. Indem wir unsere Gewohnheiten ver\u00e4ndern, reduzieren wir auch die Verschwendung.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zeit, sich zu engagieren!<\/h2>\n\n<p>Aber k\u00f6nnen individuelle Verhaltens\u00e4nderungen unseren \u00f6kologischen Fussabdruck so weit verkleinern, dass die Klimakrise und das Artensterben nicht weiter fortschreiten? Andreas Diekmann, Soziologieprofessor an der ETH Z\u00fcrich, meint dazu Folgendes: \u00abWer sich um das Klima sorgt, und sei es nur symbolpolitisch, wird auch eher f\u00fcr eine umweltfreundliche Politik stimmen. <a href=\"https:\/\/www.letemps.ch\/suisse\/selon-lepfz-bons-gestes-ne-suffisent-reduire-lempreinte-carbone\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Und genau dort k\u00f6nnen wir den gr\u00f6ssten Einfluss aus\u00fcben.\u00bb<\/a> Verhaltens\u00e4nderungen k\u00f6nnen sich durchaus positiv auswirken. F\u00fcr die notwendigen Fortschritte im Umweltschutz braucht es aber auch einen politischen Wandel und eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Wahlen, Referendumsabstimmungen und Volksinitiativen sind daher von grosser Bedeutung. Gleiches gilt f\u00fcr das Engagement der Zivilbev\u00f6lkerung. Mit dem Aufkommen neuer Umweltbewegungen in den letzten Jahren gibt es immer mehr M\u00f6glichkeiten, sich zu engagieren. Angesichts der Dimensionen der Umweltzerst\u00f6rung kann es niemals zu viele Menschen geben, die sich f\u00fcr Natur und Klima einsetzen.<\/p>\n\n<p>Es gibt eine Vielzahl von Optionen, um den Raubbau an den Ressourcen der Erde zu stoppen. Einer der wichtigsten Schritte in den n\u00e4chsten Wochen ist, am 13. Juni <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/erkunden\/klima\/ja-zum-co2-gesetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">JA zum neuen CO2-Gesetz<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/64779\/2xja-trinkwasser-pestizide\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2 Mal JA zu den Landwirtschafts- und Ern\u00e4hrungsinitiativen zu stimmen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Swiss Overshoot Day haben wir jeweils alle Ressourcen verbraucht, die die Erde in einem Jahr regenerieren kann. 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