{"id":67969,"date":"2021-05-26T23:45:00","date_gmt":"2021-05-26T21:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=67969"},"modified":"2021-11-15T15:25:39","modified_gmt":"2021-11-15T14:25:39","slug":"das-milliardenschwere-eigeninteresse-der-co2-gesetz-gegner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/67969\/das-milliardenschwere-eigeninteresse-der-co2-gesetz-gegner\/","title":{"rendered":"Das milliardenschwere Eigeninteresse der CO2-Gesetz-Gegner"},"content":{"rendered":"\n<p>Landauf landab werben die Gegner des CO2-Gesetzes mit vermeintlichen Mehrkosten, die nach dessen Annahme auf die Konsument*innen zukommen w\u00fcrden. Sie blenden dabei systematisch aus, dass es ohne Klimaschutz f\u00fcr alle viel teurer wird. Schadensbehebung ist teurer als Pr\u00e4vention. Ebenso lassen sie unerw\u00e4hnt, dass im Gesetz eine R\u00fcckverteilung vorgesehen ist, die dazu f\u00fchrt, dass f\u00fcr den Grossteil der Haushalte gar keine Netto-Kosten entstehen.&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>So dr\u00e4ngt sich die Frage auf, f\u00fcr wessen Portemonnaie die Organisationen hinter der Nein-Kampagne eigentlich k\u00e4mpfen?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Doch nicht etwa f\u00fcr ihr eigenes? Der Kampagnenleiter des \u00abliberalen Komitees f\u00fcr eine wirksame Umweltpolitik\u00bb arbeitet z.B. f\u00fcr die AVIA, einer Vereinigung von Importeuren von Erd\u00f6lprodukten. Wom\u00f6glich k\u00e4mpft er mit dem liberalen M\u00e4ntelchen f\u00fcr das eigene Gesch\u00e4ft und Portemonnaie? Die Erd\u00f6lvereinigung gibt ein Heft voller Fehler zum Thema raus (<a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/schweiz\/wissen\/350299327-co2-gesetz-klimaforscher-knutti-zerpflueckt-heft-der-erdoel-lobby\">Faktencheck<\/a>). Und wichtige Vertreter der SVP, die sich als einzige Partei kategorisch gegen mehr Klimaschutz positioniert, sind direkt mit den Erd\u00f6l-Dealern verbandelt (Albert R\u00f6sti als Pr\u00e4sident von Swissoil).&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die folgenden Zahlen aus der Gesamtenergiestatistik der Schweiz machen klar, warum die Erd\u00f6lleute ins Schwitzen kommen. Ein Blick auf die Entwicklung der Ausgaben f\u00fcr fossile Energien zeigt, dass die Erd\u00f6lverk\u00e4ufer bisher ihr Gesch\u00e4ft ganz gut gegen die Klimaschutz-Politik absichern konnten (vgl. nachfolgende Figur, Daten basierend auf Tabelle 42 aus der Gesamtenergiestatistik des BfE).<strong> <\/strong>So geben wir Endkonsument*innen heute zig Milliarden mehr f\u00fcr den Konsum von Erd\u00f6lprodukten und Erdgas aus als 1990, dem Referenzjahr der Klimapolitik.&nbsp;<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh3.googleusercontent.com\/wBcjfzCWYwOQ6zwHg0tGzu1BPuHa2A4LD4KZrqIqBUEwwoTBZQYTnN6-HZuL9xEaB31eYJrUE7tWRJ5_r6udc8gWhYKZkj8W-Y3ONGSUzBTXmIu9_CPlTD0SwV1qyuLFvhTjhryJ\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n<p>2019 beliefen sich die Schweizer Ausgaben f\u00fcr Erd\u00f6lprodukte auf stolze 14.71 Milliarden Franken. Dazu kommen 2.85 Milliarden f\u00fcr Erdgas. Es sind also insgesamt 17.56 Milliarden Franken, welche die Endkonsument*innen 2019 f\u00fcr fossile Energien ausgaben. Von den Gesamtausgaben flossen in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 8 Milliarden pro Jahr ins Ausland. Das sind \u00fcber 2100.- CHF pro Haushalt und Jahr.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Ausgaben f\u00fcr Erd\u00f6l- und Erdgasprodukte sind gegen\u00fcber 1990, dem Referenzjahr der Klimapolitik, stark angestiegen, obwohl deren Verbrauch leicht gesunken ist. 1990 waren es rund zehn Milliarden, die f\u00fcr fossile Energien ausgegeben wurden, 2019 fast 18 Milliarden.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Dass die Ausgaben f\u00fcr fossile Energietr\u00e4ger trotz leichtem R\u00fcckgang des Verbrauchs so enorm ansteigen, kann haupts\u00e4chlich mit zwei Faktoren erkl\u00e4rt werden: Einerseits mit der Verteuerung des Einkaufspreises beim Import, andererseits mit der Differenz zwischen Import- und Konsumpreis. Der Vergleich des Einkaufspreises der Produzenten mit dem Konsumpreis zeigt, dass die Kosten der Endkonsument*innen massgeblich durch die enormen Schwankungen der Preise am Erd\u00f6lmarkt beeinflusst werden.&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>Gem\u00e4ss Energieperspektiven des Bundes sind in den letzten zehn Jahren rund 80 Milliarden aus der Schweiz an Erd\u00f6ll\u00e4nder wie Kasachstan, Libyen und Nigeria abgeflossen. <\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh6.googleusercontent.com\/TLRpqV86pL7IBSu5eMSHhXlf9PDz1cK-fy3jdu-8qJ4tIggGSXCFC3gczCT49UpooFp3Isf3aogYBOMF6cmBsq2bQM7pNRePRbJTA7t8XzSj8QZqexMfk79tYlAEq4uCXC94b2jO\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n<p><strong>Der enorme Abfluss von Geld und Kaufkraft in andere L\u00e4nder w\u00fcrde mit dem neuen CO2-Gesetz erschwert.<\/strong> <strong>Durch die Beschleunigung des Umbaus bei Heizungen und Verkehr, wird das Gesetz daf\u00fcr sorgen, dass mehr Geld in der Schweiz investiert wird.<\/strong> Statt sich mit falschen Angaben und viel Geld f\u00fcr das eigene Portemonnaie zu wehren, t\u00e4ten die Dealer von Erd\u00f6l und Erdgas gut daran, in die Umschulung des Personals zu investieren.&nbsp;<br>Der Ausstieg aus fossiler Energie kommt sowieso &#8211; sp\u00e4testens dann, wenn uns die Ernten im grossen Stil ausd\u00f6rren und das Wasser knapp wird. Zudem handeln andere L\u00e4nder l\u00e4ngst entschlossener als die Schweiz. <strong>Abwarten mag f\u00fcr einige lukrativ sein, f\u00fcr alle anderen ist es aber teuer und brandgef\u00e4hrlich. <\/strong>Darum setzt sich Greenpeace mit allen anderen Umweltverb\u00e4nden f\u00fcr ein JA zum CO2-Gesetz ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Landauf landab werben die Gegner des CO2-Gesetzes mit vermeintlichen Mehrkosten, die nach dessen Annahme auf die Konsument*innen zukommen w\u00fcrden. <\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":67995,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[34,203,50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-67969","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-klimagerechtigkeit","tag-co2-gesetz","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67969\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67969"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=67969"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=67969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}