{"id":6816,"date":"2004-08-09T00:00:00","date_gmt":"2004-08-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6816\/unfall-in-japanischem-akw-mihama-folge-von-verfehltem-alterungsmanagement\/"},"modified":"2019-05-30T07:38:43","modified_gmt":"2019-05-30T05:38:43","slug":"unfall-in-japanischem-akw-mihama-folge-von-verfehltem-alterungsmanagement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6816\/unfall-in-japanischem-akw-mihama-folge-von-verfehltem-alterungsmanagement\/","title":{"rendered":"Unfall in japanischem AKW Mihama Folge von verfehltem Alterungsmanagement"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Anzeichen verdichten sich, dass grobfahrl\u00e4ssige Fehler im Alterungsmanagement den Unfall im japanischen AKW Mihama-3 vom Montag verursachten, der vier Arbeitern das Leben kostete. Laut dem Betreiber war schon seit Monaten bekannt, dass ein geborstenes Rohr nicht mehr stabil war. Dessen Ausbesserung sei aber verschoben worden, da man nicht damit rechnete, dass es bereits ein so grosses Risiko darstelle.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Das gebrochene Rohr verbindet den Kondensator mit dem Dampferzeuger. Im Kondensator wird der Dampf zu Wasser abgek\u00fchlt, nachdem er in der Turbine seine Arbeit geleistet hat. Das Rohr war offenbar f\u00fcr eine Einsatzdauer von 30 Jahren berechnet. Durch das schnell str\u00f6mende Wasser-Dampfgemisch wurde jedoch bereits nach 28 Jahren die Rohrwand so stark erodiert und soviel von der Stahlrohrwand abgetragen, dass die Wanddicke im Bereich der Bruchstelle teilweise bloss noch 1,4 bis 3,5 mm betrug.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wieviel von der urspr\u00fcnglichen Wanddicke von 10 mm noch verblieben ist, wurde offenbar seit der Inbetriebnahme des AKWs Mihama-3 im Jahr 1976 nie mittels Ultraschall-Tests nachgepr\u00fcft. Erst f\u00fcr die Zeit des nach dem 14. August 2004 geplanten 3-monatigen Revisionsstillstands wurden solche Tests vorgesehen. Dies, obwohl laut dem Vizedirektor der Anlage Sicherheitsexperten den Betreiber schon 2003 dazu aufgefordert hatten, die Rohre dringend auf Korrosion \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Vorfall wirft aus Sicht von Greenpeace ein grelles Schlaglicht auf das sich versch\u00e4rfende Problem der Alterung der AKW: Eine Vielzahl von Alterungsmechanismen schw\u00e4cht Materialien und Bestandteile fortlaufend. Ohne ein konsequentes Alterungsmanagement &#8211; das umfassende Nachpr\u00fcfungen und konsequente vorausschauende Instandhaltung, Reparaturen und die Ersetzung von Bestandteilen einschliessen muss &#8211; kann die Sicherheit nicht aufrecht erhalten werden. N\u00f6tig ist aber auch eine strenge Kontrolle der Aufsichtsbeh\u00f6rde. Sie muss durchsetzen, dass die Betreiber die Selbstkontrolle umfassend durchf\u00fchren und der Sicherheit jederzeit und abh\u00e4ngig vom Kosten- und Zeitaufwand die oberste Priorit\u00e4t einr\u00e4umen. Dazu muss sie sich auf klare, im Voraus festgelegte Sicherheitsgrenzwerte abst\u00fctzen k\u00f6nnen, die ihr als Berurteilungsmassstab dienen und die den Betreibern den Umfang ihrer Verpflichtungen verbindlich vorschreiben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Greenpeace wird am Donnerstag dieser Woche an einer Medienkonferenz in Bern (11.00 Uhr im Hotel Kreuz) eine Studie \u00fcber die Alterungsproblematik pr\u00e4sentieren, die die Notwendigkeit von klaren Sicherheitsgrenzwerten und eines umfassenden Alterungsmanagements auch f\u00fcr die Schweizer AKWs unterstreicht.<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Leo Scherer, Atom-Kampagne Greenpeace Schweiz 01 \/ 447 41 23 Greenpeace-Medienabteilung 01 \/ 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anzeichen verdichten sich, dass grobfahrl\u00e4ssige Fehler im Alterungsmanagement den Unfall im japanischen AKW Mihama-3 vom Montag verursachten, der vier Arbeitern das Leben kostete. 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