{"id":6831,"date":"2004-06-30T00:00:00","date_gmt":"2004-06-29T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6831\/schlamperei-im-atomkraftwerk-leibstadt-information-der-hsk-unvollstaendig\/"},"modified":"2019-05-30T07:39:06","modified_gmt":"2019-05-30T05:39:06","slug":"schlamperei-im-atomkraftwerk-leibstadt-information-der-hsk-unvollstaendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6831\/schlamperei-im-atomkraftwerk-leibstadt-information-der-hsk-unvollstaendig\/","title":{"rendered":"Schlamperei im Atomkraftwerk Leibstadt: Information der HSK unvollst\u00e4ndig"},"content":{"rendered":"<p><b>Einen ganzen Monat nahm sich die Sicherheitsbeh\u00f6rde HSK Zeit: Erst dann informierte sie die \u00d6ffentlichkeit, dass Operateure des Leibstadt-Reaktors am 28.\/29. Mai nachts gleich zwei Mal grobe Fehler gemacht hatten. Die beiden Vorkommnisse konnten nicht erkl\u00e4ren, weshalb innert wenigen Stunden vier Mal so viel radioaktives Jod-131 in die Umwelt abgegeben wurde als im Betriebsjahr 2003 durchschnittlich w\u00e4hrend einer ganzen Woche. Greenpeace vermutete deshalb sofort zus\u00e4tzliche Brennelement-Defekte. Erst auf entsprechende Anfrage best\u00e4tigte die HSK gestern diese Vermutung.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Die Informationen der HSK (Hauptabteilung f\u00fcr die Sicherheit der Kernanlagen) kamen nicht nur reichlich sp\u00e4t, sondern waren \u00fcberdies unvollst\u00e4ndig und warfen mehr Fragen auf als sie beantworteten. Das Atomkraftwerk Leibstadt musste heruntergefahren werden, um ein leckendes Ventil im Prim\u00e4rkreislauf zu reparieren. Die HSK l\u00e4sst nichts verlauten, weshalb es zu einem solchen Leck kommen konnte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Als der Reaktor wieder hochgefahren wurde, kam es zu den berichteten Fehlern. Ab 19 Uhr liessen die Operateure vorschriftswidrig stundenlang L\u00fcftungsklappen offen stehen, die das Innerste des Reaktorgeb\u00e4udes von den umgebenden Bereichen abschotten sollen. Und kurz vor 23 Uhr gaben sie beim Wiederanfahren des Reaktors zu viel Gas, was zur \u00dcberschreitung der erlaubten Aufheizrate f\u00fchrte. Die nach einem solchen Fehler n\u00f6tigen und vorgeschriebenen Neuberechnungen der Belastbarkeit des Reaktor-Druckbeh\u00e4lters nahmen sie nicht vor.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In dieser Nacht war innert weniger Stunden vier Mal so viel radioaktives Jod-131 in die Umwelt entwichen wie im Betriebsjahr 2003 in einer ganzen Woche. Die Information der HSK (&#171;Die Werte f\u00fcr Jod lagen bei rund zwei Prozent der so genannten Kurzzeitabgabelimite.&#187;) ist irref\u00fchrend und verharmlosend. Das radioaktive Jod ist normalerweise in der Matrix der Brennstoff-Tabletten und in den Brennstab-H\u00fcllrohren fest eingeschlossen. Greenpeace vermutete sofort, dass neben den berichteten Fehlern zus\u00e4tzlich auch Brennelement-Defekte gr\u00f6sseren Ausmasses vorhanden sein mussten. Erst auf Anfrage best\u00e4tigte die Beh\u00f6rde gestern diese Vermutung. Beim Abfahren des Reaktors war offenbar ein Brennstab aufgeplatzt und verursachte die deutlich erh\u00f6hte Jod-Freisetzung.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">W\u00fcrde konsequent vorausschauende Instandhaltung betrieben, h\u00e4tte das Ventil-Bestandteil ausgetauscht werden m\u00fcssen, bevor es das Leck verursachen konnte. F\u00fcr Greenpeace stellt sich daher die Frage, ob die Kernkraftwerk Leibstadt AG, die bekanntermassen unter hohem Kostendruck steht, beim Unterhalt spart und die Alterungs\u00fcberwachung ungen\u00fcgend wahrnimmt &#8211; und die Sicherheit gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Leo Scherer, Greenpeace Schweiz, 01 \/ 447 41 23<\/p>\n<p>Greenpeace-Medienabteilung 01 \/ 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen ganzen Monat nahm sich die Sicherheitsbeh\u00f6rde HSK Zeit: Erst dann informierte sie die \u00d6ffentlichkeit, dass Operateure des Leibstadt-Reaktors am 28.\/29. 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