{"id":6891,"date":"2003-07-28T00:00:00","date_gmt":"2003-07-27T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6891\/greenpeace-errichtet-eine-wto-freie-zone-in-montreal\/"},"modified":"2019-05-30T07:40:43","modified_gmt":"2019-05-30T05:40:43","slug":"greenpeace-errichtet-eine-wto-freie-zone-in-montreal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6891\/greenpeace-errichtet-eine-wto-freie-zone-in-montreal\/","title":{"rendered":"Greenpeace errichtet eine &#171;WTO-freie&#187; Zone in Montreal"},"content":{"rendered":"<p><b>Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben heute einen Kontrollposten vor dem Geb\u00e4ude der Vereinten Nationen im kanadischen Montreal errichtet. Sie machen damit auf die Bedrohung eines der wichtigsten Umweltabkommen, des sogenannten Biosafety-Protokolls, durch die Welthandelsorganisation WTO aufmerksam. In Montreal beraten heute rund 25 Handelsminister aus aller Welt mit WTO-Vertretern Ma\u00dfnahmen zu Verbesserung des Handels. Greenpeace bef\u00fcrchtet, dass das zu Lasten des Umweltschutzes gehen wird. Die Umweltsch\u00fctzer haben vor dem UN-Geb\u00e4ude, das das Sekretariat der Konvention \u00fcber biologische Vielfalt beherbergt, Wachposten stationiert. Durch diese symbolische Wache sollen diejenigen kontrolliert werden, die versuchen, den freien Handel \u00fcber alles zu stellen. Dazu geh\u00f6ren vor allem die Vertreter der USA und Kanadas.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Montreal \/ Hamburg. Im Januar 2000 wurde in<br \/>\ndiesem UNO-Geb\u00e4ude das Biosafety-Protokoll verabschiedet. Die<br \/>\nKonvention ist die erste v\u00f6lkerrechtliche Vereinbarung zum Umgang<br \/>\nmit Gentechnik und zum Handel mit gentechnisch ver\u00e4nderten<br \/>\nOrganismen. Das Protokoll erlaubt Staaten, die Einfuhr und den<br \/>\nGebrauch von gentechnisch manipulierten Organismen zu verbieten<br \/>\noder zu beschr\u00e4nken. Der pazifische Inselstaat Palau hat als<br \/>\nf\u00fcnfzigster Staat am 13. Juni 2003 das Protokoll ratifiziert,<br \/>\ndadurch ist die notwendige Anzahl von L\u00e4ndern erreicht worden,<br \/>\ndamit das Protokoll in Kraft treten kann. Den WTO-Vertretern u.a.<br \/>\nder USA und Kanadas ist dieses Vertragswerk ein Dorn im Auge, weil<br \/>\nsie darin Handelsbeschr\u00e4nkungen sehen. Ob letzten Endes die<br \/>\nBestimmungen des Biosafety-Protokolls f\u00fcr den Umgang mit<br \/>\ngentechnisch manipulierten Organismen oder WTO-Regeln ma\u00dfgeblich<br \/>\nsein werden, ist bisher ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die Konvention tritt am 11. September 2003 in Kraft &#8211; zeitgleich<br \/>\nzur 5. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation in Canc\u00fan in<br \/>\nMexiko. &#171;Es ist die Pflicht aller L\u00e4nder sicherzustellen, dass die<br \/>\nbereits existierenden internationalen Vereinbarungen zum Schutz der<br \/>\nMenschen und der Umwelt nicht einer konzerngesteuerten WTO-Agenda<br \/>\nzum Opfer fallen&#187;, sagt Eric Darier, Greenpeace Gentechnik-Experte<br \/>\nin Kanada. Doch genau daf\u00fcr gibt es Anzeichen.<\/p>\n<p>So haben k\u00fcrzlich die USA mit Unterst\u00fctzung von Kanada und<br \/>\nArgentinien bei der WTO einen Streitfall zur Gentechnik<br \/>\neingebracht. Ziel der Kl\u00e4ger ist die Aushebelung des im<br \/>\nBiosafety-Protokoll enthaltenen Vorsorgeprinzips. Gibt es nicht<br \/>\ngenug Wissen \u00fcber die Folgen der Ausbreitung gentechnisch<br \/>\nver\u00e4nderter Organismen, so kann ein Staat aus vorsorgendem Umwelt-<br \/>\nund Gesundheitsschutz etwa die Einfuhr gentechnisch ver\u00e4nderter<br \/>\nAgrar-Produkte verbieten.<\/p>\n<p>Die US-Regierung und die im Gentechnik-Gesch\u00e4ft agierenden<br \/>\nUnternehmen benutzen die WTO, um neue M\u00e4rkte f\u00fcr ihre Produkte in<br \/>\nAsien, Lateinamerika und Afrika zu erzwingen. Als ein<br \/>\nv\u00f6lkerrechtlich verbindliches Instrument gibt das<br \/>\nBiosafety-Protokoll gerade auch diesen L\u00e4ndern die M\u00f6glichkeit, dem<br \/>\npolitischen Druck durch die USA zu widerstehen und zu garantieren,<br \/>\ndass die Erhaltung der biologischen Sicherheit und Vielfalt einen<br \/>\nh\u00f6heren Stellenwert bekommt als die Expansionsinteressen des<br \/>\nGentechnikindustrie.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Eric Darier, Mobiltelefon (514) 605-6497 (diese Nummer ist nur<br \/>\ninnerhalb Kanadas g\u00fcltig)<\/p>\n<p>oder Festnetzanschluss +1 514 933-002115<\/p>\n<p>oder an die Greenpeace-Medienabteilung in der Schweiz 01 \/ 447<br \/>\n41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben heute einen Kontrollposten vor dem Geb\u00e4ude der Vereinten Nationen im kanadischen Montreal errichtet. 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