{"id":6897,"date":"2003-09-14T00:00:00","date_gmt":"2003-09-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/6897\/greenpeace-einsprache-gegen-gentech-weizen\/"},"modified":"2019-05-30T07:40:54","modified_gmt":"2019-05-30T05:40:54","slug":"greenpeace-einsprache-gegen-gentech-weizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/6897\/greenpeace-einsprache-gegen-gentech-weizen\/","title":{"rendered":"Greenpeace-Einsprache gegen Gentech-Weizen"},"content":{"rendered":"<p><b>Zum heutigen Ende der Einsprachefrist des zum dritten Mal beim BUWAL aufliegenden ETH-Gesuchs f\u00fcr ein Freiland-Experiment mit Gentech-Weizen in Lin-dau\/ZH hat Greenpeace gleichzeitig mit betroffenen AnwohnerInnen und Bauern Ein-sprache eingelegt. Die ETH-Unterlagen sind weiterhin voller offener Fragen. Gefahren f\u00fcr Mensch, Umwelt und Landwirtschaft sind nicht auszuschliessen. Eine neue Studie zeigt, dass Weizenpollen bis 1000 Meter weit fliegen kann. Zudem verstrickt sich die ETH in Bezug auf die Versuchsziele selbst in Widerspr\u00fcche.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich\/Bern. Trotz zus\u00e4tzlicher<br \/>\nSicherheitsauflagen hat sich die Faktenlage seit der ersten<br \/>\nR\u00fcckweisung durch das BUWAL Ende 2001 nicht ge\u00e4ndert. Gefahren f\u00fcr<br \/>\nMensch und Umwelt k\u00f6nnen weiterhin nicht ausgeschlossen werden.<br \/>\nEine neu publizierte Studie zeigt, dass Weizenpollen bis 1000m weit<br \/>\nfliegen kann, d.h. deutlich weiter als die Weizenfelder<br \/>\nbenachbarter Bauern in Lindau. Der Versuch in Lindau bedroht das<br \/>\nf\u00fcr den Absatz von Schweizer Produkten wichtige Qualit\u00e4tsmerkmal<br \/>\nder Gentech-Freiheit und weist weder einen landwirtschaftlichen<br \/>\nnoch einen \u00f6kologischen Nutzen aus. Wesentliche Fragen etwa<br \/>\nbez\u00fcglich Bodenorganismen oder ungewollter Effekte in der<br \/>\ngenmanipulierten Pflanze selbst und auf Nichtziel-Organismen,<br \/>\nbleiben offen. Die Pflanze ist ein unausgereiftes Produkt mit<br \/>\nunn\u00f6tigen Transgen-Sequenzen (Antibiotika- oder Herbizidresistenz,<br \/>\nz.T. in mehreren Kopien). Das komplexe System Umwelt wird heute<br \/>\nkaum verstanden. Auch auf der Ebene der einzelnen Zelle ist nicht<br \/>\nklar, was ge-schieht, wenn ein Fremd-Gen in das komplexe<br \/>\nRegulationsnetzwerk eines Genoms einge-bracht wird. Ein<br \/>\nFreiland-Experiment mit so vielen Unbekannten ist nicht zu<br \/>\nverantworten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Zielsetzung des Versuchs wird von der ETH<br \/>\nv\u00f6llig im Unklaren gelassen respektive mit widerspr\u00fcchlichen<br \/>\nAussagen verschleiert: Im Antrag f\u00fchrt die Gesuchstellerin drei<br \/>\nverschiedene und in sich selbst widerspr\u00fcchliche Zielsetzungen an.<br \/>\nZuerst spricht sie von einer Wir-kungspr\u00fcfung im Hinblick auf eine<br \/>\nsp\u00e4tere praktische Anwendung. Dann heisst das Ziel pl\u00f6tzlich<br \/>\nGrundlagenforschung ohne konkrete landwirtschaftliche Anwendung und<br \/>\nzu guter Letzt ist von Sicherheitsforschung die Rede. Darin steckt<br \/>\nein doppelter Widerspruch: Die Ge-suchstellerin betont, wie<br \/>\nminuti\u00f6s sie eine Auswirkung auf Nichtziel-Organismen<br \/>\nausge-schlossen h\u00e4tte. Jetzt sollen genau diese Umwelteinwirkungen<br \/>\nerforscht werden!? Sind die Sicherheitsvorkehrungen allenfalls doch<br \/>\nnicht so dicht, wie behauptet!? Der ETH-Sprecher schliesslich<br \/>\nversucht das Experiment in der \u00d6ffentlichkeit als reine<br \/>\nforschungspolitische Not-wendigkeit zu \u00abverkaufen\u00bb: Geht es bei der<br \/>\nnun bald ins vierte Jahr gehenden \u00dcbung dem-nach nur um das<br \/>\nAustesten der Freisetzungsverordnung?<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In Tat und Wahrheit hat dieser Versuch in<br \/>\nerster Linie T\u00fcr\u00f6ffner-Funktion, um das Eis f\u00fcr weitere<br \/>\nFreisetzungen zu brechen. Zudem scheint es um sehr viel Geld zu<br \/>\ngehen. Vielleicht erkl\u00e4rt sich dadurch das schon fast starrk\u00f6pfig<br \/>\nanmutende Beharren der Gesuchsteller auf ein fragw\u00fcrdiges<br \/>\nExperiment, dem Landwirte, Umweltverb\u00e4nde, AnwohnerInnen und ein<br \/>\nbreites Publikum ablehnend gegen\u00fcberstehen. Das BUWAL darf sich<br \/>\naber nicht von monet\u00e4ren Zw\u00e4ngen\/Drohungen leiten lassen. Seine<br \/>\nAufgabe ist es, in strenger Anwendung des Vorsorgeprinzips die Pro<br \/>\nund Kontra eines solchen Freiland-Experiments aus Umwelt-Sicht und<br \/>\nin seinem ganzen \u00f6kologischen, sozialen und ethischen Kontext<br \/>\nabzuw\u00e4gen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Bruno Heinzer, Gentech-Experte Greenpeace Schweiz 079 \/ 400 88<br \/>\n31<\/p>\n<p>Greenpeace-Medienabteilung 01 \/ 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum heutigen Ende der Einsprachefrist des zum dritten Mal beim BUWAL aufliegenden ETH-Gesuchs f\u00fcr ein Freiland-Experiment mit Gentech-Weizen in Lin-dau\/ZH hat Greenpeace gleichzeitig mit betroffenen AnwohnerInnen und Bauern Ein-sprache eingelegt.&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-6897","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6897","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6897"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6897\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6897"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=6897"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=6897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}