{"id":69723,"date":"2021-06-30T16:16:13","date_gmt":"2021-06-30T14:16:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=69723"},"modified":"2021-06-30T16:19:47","modified_gmt":"2021-06-30T14:19:47","slug":"verlaengerung-des-gentech-moratoriums-staerkt-schweizer-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/69723\/verlaengerung-des-gentech-moratoriums-staerkt-schweizer-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"Verl\u00e4ngerung des Gentech-Moratoriums st\u00e4rkt Schweizer Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der Bundesrat will das Moratorium f\u00fcr den Anbau gentechnisch ver\u00e4nderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft um vier Jahre verl\u00e4ngern. Das Moratorium gilt auch f\u00fcr Produkte aus neuen gentechnischen Verfahren. Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG), der auch Greenpeace Schweiz angeh\u00f6rt, ist dar\u00fcber erfreut. Dadurch wird die Qualit\u00e4tsstrategie der Schweizer Landwirtschaft abgesichert, das Vorsorgeprinzip gest\u00e4rkt und die Wahlfreiheit f\u00fcr die Konsumierenden weiterhin gew\u00e4hrleistet.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die GVO-freie Produktion ist zentral f\u00fcr die gute Positionierung der Schweiz auf dem Lebensmittelmarkt, die auf ihrer Qualit\u00e4tsstrategie aufbaut. Auch die neuste Befragung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik zeigt, dass Gentechnik in der Lebensmittelproduktion von der Mehrheit der Schweizer Bev\u00f6lkerung abgelehnt wird. Es ist daher nur folgerichtig, dass der Bundesrat das Moratorium verl\u00e4ngern und es auch auf die neuen Gentechnikverfahren anwenden will. Erfreulich ist, dass sich der Bundesrat am bestehenden Gentechnikgesetz orientiert und dem Lobbying der industrienahen Biotechnologiewissenschaft, der Wirtschaft und der Intensivlandwirtschaft eine Absage erteilt.<\/p>\n\n<p>Gentechnisch hergestellte Pflanzen bieten keine L\u00f6sung f\u00fcr die Herausforderungen der Landwirtschaft und des Klimawandels. Die klassische Gentechnik hat keine L\u00f6sungen f\u00fcr klimarelevante Probleme wie beispielsweise Trockenheit entwickeln k\u00f6nnen: 98% der mittels klassischer Gentechnik hergestellten Pflanzen sind herbizidresistent oder sie produzieren ein Insektengift, obwohl diese keine nachhaltige Alternative zu Pestiziden darstellen. Stattdessen tragen sie zur weiteren Intensivierung der Landwirtschaft bei und somit auch zu den damit verbundenen sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Auch die neue Gentechnik verfolgt \u00e4hnliche Ziele. Die Entwicklung von trockenheitstoleranten, dauerhaft krankheitsresistenten Pflanzen oder solchen mit einem h\u00f6heren Ertrag scheitert weiterhin an der Komplexit\u00e4t des genetischen Hintergrunds, der diese Eigenschaften bestimmt.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Getrieben wird die Diskussion um die Gentechnik nach wie vor durch das immense Marktpotential, das sich die industrielle Agrarindustrie von den patentierbaren Anwendungen der Genomeditierung verspricht. Das Profitstreben geht dabei auf Kosten der Konsumierenden, aber auch der Landwirtschaft und der Biodiversit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n<p>In der kleinr\u00e4umigen Schweizer Landwirtschaft ist ein Nebeneinander von gentechnikfreiem und gentechnikbasiertem Anbau praktisch nicht umsetzbar. Wirkungsvolle Rahmenbedingungen f\u00fcr eine Koexistenz w\u00e4ren kostspielig und k\u00f6nnten das Risiko einer Kontamination nicht ausschliessen. Dank dem Moratorium kann die gesetzlich verankerte Wahlfreiheit der Konsumierenden weiterhin garantiert werden.<\/p>\n\n<p>Im Gegensatz zur Input-intensiven Biotechnologie stellen interdisziplin\u00e4re L\u00f6sungsans\u00e4tze wie die Agrar\u00f6kologie eine nachhaltigere Alternative f\u00fcr den Erhalt der Ern\u00e4hrungssicherheit dar. Sie haben sich bereits weltweit bew\u00e4hrt und orientieren sich nicht einseitig an den Bed\u00fcrfnissen der reichen L\u00e4nder und werden auch vom Weltklimarat IPCC und der Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO empfohlen. Anstatt in teure und fragw\u00fcrdige L\u00f6sungen mit risikoreichen Technologien zu investieren, sollten die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass die Innovation im Bereich dieser nachhaltigeren Alternativen gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n\n<p><\/p>\n\n<p>Kontakt: <\/p>\n\n<p>Weitere Ausk\u00fcnfte: &#8211; Martina Munz, Nationalr\u00e4tin, Pr\u00e4sidentin SAG 079 \/ 744 44 10 &#8211; Paul Scherer, Gesch\u00e4ftsleiter SAG 044 \/ 262 25 63 <a href=\"http:\/\/www.gentechfrei.ch\">www.gentechfrei.ch<\/a><\/p>\n\n<p>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesrat will das Moratorium f\u00fcr den Anbau gentechnisch ver\u00e4nderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft um vier Jahre verl\u00e4ngern. 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