{"id":7032,"date":"2002-08-21T00:00:00","date_gmt":"2002-08-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7032\/umwelt-und-landwirtschaft-brauchen-gentech-verbot-oder-moratorium\/"},"modified":"2019-05-30T07:54:29","modified_gmt":"2019-05-30T05:54:29","slug":"umwelt-und-landwirtschaft-brauchen-gentech-verbot-oder-moratorium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7032\/umwelt-und-landwirtschaft-brauchen-gentech-verbot-oder-moratorium\/","title":{"rendered":"Umwelt und Landwirtschaft brauchen Gentech-Verbot oder -Moratorium"},"content":{"rendered":"<p><b>In der Schweiz steht in den kommenden Wochen eine entscheidende Weichenstellung auf dem Gebiet der Gentechnik an: In der Herbstsession im September wird der Nationalrat voraussichtlich \u00fcber das Gentechnikgesetz (Gen-Lex) entscheiden. Die Hauptpunkte des Gesetzes sind: Strenges Bewilligungsverfahren f\u00fcr Freisetzungen, Deklarationspflicht, Pflicht zur Warenfluss-Trennung, 30-j\u00e4hrige produktbezogene Haftpflicht f\u00fcr die Gentech-Industrie, Moratorium auf gentechnisch ver\u00e4nderte Nutztiere, mehrj\u00e4hriges Moratorium auf das Inverkehrbringen von Gentech-Pflanzen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. <strong>Agrochemie gegen<br \/>\nMoratorium<\/strong><\/p>\n<p>Die Agrochemie-Industrie, assistiert von FDP und von<br \/>\nindustrienahen Forschern versucht, diesen Gesetzesentwurf und<br \/>\ninsbesondere das Moratorium zu Fall zu bringen. Sie setzen<br \/>\nnamentlich CVP- und SVP-Nationalr\u00e4te und die Bauernschaft heftig<br \/>\nunter Druck. Besonders ins Zeug legt sich FDP- und<br \/>\nWirtschafts-Bundesrat Pascal Couchepin, der die Bauern unverhohlen<br \/>\nmit einem unfairen \u00abKuhhandel\u00bb von ihrer Gentechfrei-Position<br \/>\nabbringen will: Wenn wir f\u00fcr euch den Milchpreis hochhalten sollen,<br \/>\nm\u00fcsst ihr im Gegenzug auf eure Moratoriumsforderung verzichten!<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Kein Nebeneinander von Gentech- und<br \/>\n\u00d6kolandwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre Gentech-Anbau in Nordamerika zeigen, dass ein<br \/>\nNebeneinander von Gentech- und \u00f6kologischer Landwirtschaft schlicht<br \/>\nnicht m\u00f6glich ist. Pollen wird nicht nur von Wind und Insekten<br \/>\nverbreitet, sondern auch in Pelz und Gefieder von Wildtieren, durch<br \/>\nabfliessendes Regenwasser oder durch Fahrzeuge und Menschen. Die<br \/>\nvollmundigen Versprechen der Industrie von h\u00f6heren Ertr\u00e4gen und<br \/>\nweniger Chemieeinsatz haben sich in den USA und in Kanada<br \/>\ninzwischen als \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Albtraum entpuppt. Die<br \/>\nFarmer haben ihre besten Absatzm\u00e4rkte in Europa und Asien verloren,<br \/>\nder Biolandbau musste sich bereits v\u00f6llig vom Raps-Anbau<br \/>\nverabschieden, weil kein sauberes Saatgut mehr erh\u00e4ltlich ist. Aus<br \/>\nGentech-Nutzpflanzen sind mehrfachresistente Superunkr\u00e4uter<br \/>\ngeworden, die fl\u00e4chendeckend Kanada und den Norden der USA<br \/>\n\u00fcberziehen. Mit immer noch mehr und noch st\u00e4rkeren Chemikalien wird<br \/>\nvergeblich versucht, die herbizidresistenten Pflanzen unter<br \/>\nKontrolle zu bringen, eine infernalische Spirale ist in Gang<br \/>\ngesetzt worden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Todesstoss f\u00fcr nachhaltige<br \/>\nLandwirtschft<\/strong><\/p>\n<p>Falls Gentech-Raps oder Gentech-Zuckerr\u00fcben in der Schweiz<br \/>\nangebaut w\u00fcrden w\u00e4re das \u00f6kologische Desaster sogar noch gr\u00f6sser,<br \/>\nda Mitteleuropa das Ursprungsgebiet dieser domestizierten Pflanzen<br \/>\nist und nicht nur konventionell oder biologisch angebaute<br \/>\nNutzpflanzen verseucht w\u00fcrden, sondern auch ihre verwandten<br \/>\nWildpflanzen, die hier heimisch sind. Der umweltgerechten, auf<br \/>\nQualit\u00e4t und nicht Quantit\u00e4t setzende Landwirtschaft, die<br \/>\nerfreulicherweise in der Schweiz auf dem Vormarsch ist und im neuen<br \/>\nLandwirtschaftsgesetz sogar als einziges Zukunftsszenarium<br \/>\nfestgeschrieben ist, w\u00fcrde der Anbau von Gentech-Pflanzen den<br \/>\nTodesstoss versetzen. Den Schweizer Bauern w\u00fcrde die Chance<br \/>\ngenommen, europaweit naturnahe und garantiert ohne Gentechnik<br \/>\nhergestellte Lebensmittel anzubieten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Studien aus \u00d6sterreich, Deutschland und der EU<br \/>\nzeigen klar, dass es langfristig keine \u00abKoexistenz\u00bb von Gentech-<br \/>\nund \u00f6kologischer Landwirtschaft gibt. Bereits in wenigen Jahren<br \/>\nw\u00e4ren alle Felder kontaminiert und kein sauberes Saatgut mehr<br \/>\nerh\u00e4ltlich. Niemand will ein solches Szenario. Gesch\u00e4digt w\u00e4ren so<br \/>\ngut wie alle, die Umwelt, die Bauern, die Verarbeiter, die<br \/>\nKonsumentInnen. Allf\u00e4llige Nutzniesser w\u00e4ren eine Handvoll<br \/>\nVerwaltungsr\u00e4te von Syngenta sowie deren Handlanger.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Nur ein Verbot oder ein gesetzliches Moratorium<br \/>\nauf denAnbau von Gentech-Pflanzen sichert den Schweizer Bauern den<br \/>\ninl\u00e4ndischen und ausl\u00e4ndischen Markt und verhindert unn\u00f6tige<br \/>\nRisiken f\u00fcr Mensch und Umwelt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Autor\/Autorin:<\/strong> Bruno<br \/>\nHeinzer<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schweiz steht in den kommenden Wochen eine entscheidende Weichenstellung auf dem Gebiet der Gentechnik an: In der Herbstsession im September wird der Nationalrat voraussichtlich \u00fcber das Gentechnikgesetz (Gen-Lex)&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-7032","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7032","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7032"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7032\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7032"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7032"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7032"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=7032"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=7032"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}