{"id":7034,"date":"2002-08-28T00:00:00","date_gmt":"2002-08-27T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7034\/bundesrat-couchepin-volksvertreter-oder-gentech-lobbyist\/"},"modified":"2019-05-30T07:54:33","modified_gmt":"2019-05-30T05:54:33","slug":"bundesrat-couchepin-volksvertreter-oder-gentech-lobbyist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7034\/bundesrat-couchepin-volksvertreter-oder-gentech-lobbyist\/","title":{"rendered":"Bundesrat Couchepin: Volksvertreter oder Gentech-Lobbyist?"},"content":{"rendered":"<p><b>\u00dcber ein Dutzend Greenpeace-AktivistInnen haben sich heute auf dem Expogel\u00e4nde von Murten in Trachten gekleidet unter die TeilnehmerInnen des \u00abTages der Nahrungsmittelindustrie\u00bb gemischt. Unmittelbar vor der Rede von Bundesrat Pascal Couchepin entrollten sie ein rotes Banner mit Schweizer Kreuz: \u00abSuisse qualit\u00e9 braucht Gentech-Moratorium\u00bb. Unter den Trachtensch\u00fcrzen und \u2013westen kamen Slogans f\u00fcr eine gentechfreie Landwirtschaft zum Vorschein. Der Wirtschafts- und Agrarminister wurde aufgefordert, seine Druckversuche aufzugeben auf Bauern und ParlamentarierInnen, die ein Anbau-Moratorium f\u00fcr Gentech-Pflanzen unterst\u00fctzen. Ein Bundesrat muss dem Allgemeinwohl verpflichtet sein und nicht den Firmeninteressen von Syngenta &#038; Co.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Murten. Ein Blick nach Nordamerika zeigt, dass<br \/>\nein Nebeneinander von Gentech- und \u00f6kologischer Landwirtschaft<br \/>\nnicht m\u00f6glich ist. Die vollmundigen Versprechen der Industrie haben<br \/>\nsich in den USA und in Kanada nach sechs Jahren Gentech-Anbau als<br \/>\n\u00f6kologischer und f\u00fcr die Bauern als \u00f6konomischer Albtraum entpuppt.<br \/>\nDie Farmer haben ihre besten Absatzm\u00e4rkte in Europa und Asien<br \/>\nverloren, der Biolandbau musste sich v\u00f6llig vom Raps verabschieden,<br \/>\nweil kein sauberes Saatgut mehr erh\u00e4ltlich ist. Aus<br \/>\nGentech-Nutzpflanzen sind mehrfachresistente Superunkr\u00e4uter<br \/>\nentstanden. Mit immer noch mehr und noch st\u00e4rkeren Chemikalien wird<br \/>\nvergeblich versucht, die herbizidresistenten Pflanzen unter<br \/>\nKontrolle zu bringen, eine infernalische Spirale ist in Gang<br \/>\ngesetzt worden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Falls Gentech-Raps oder -R\u00fcben in der Schweiz<br \/>\nangebaut w\u00fcrden w\u00e4re das \u00f6kologische Desaster sogar noch gr\u00f6sser,<br \/>\nda Mitteleuropa das Ursprungsgebiet dieser domestizierten Pflanzen<br \/>\nist und nicht nur konventionell oder biologisch angebaute<br \/>\nNutzpflanzen verseucht w\u00fcrden, sondern auch ihre verwandten<br \/>\nWildpflanzen. In der Schweiz widerspricht der Anbau von<br \/>\nGentech-Pflanzen auch dem Konzept einer nachhaltigen<br \/>\nLandwirtschaft. Das Image und die Marktchancen von Schweizer<br \/>\nQualit\u00e4tsprodukten w\u00fcrden, falls der Anbau von Gentech-Pflanzen<br \/>\nerm\u00f6glicht wird, stark beeintr\u00e4chtigt. Zudem ist nach wie vor<br \/>\nunklar, ob der Konsum von Gentech-Lebensmitteln<br \/>\ngesundheitssch\u00e4dlich ist. \u00abDie Landwirtschaft kann von der<br \/>\ngentechkritischen Haltung europ\u00e4ischer KonsumentInnen und<br \/>\nProduzenten nur profitieren, wenn ein gentechfreier und<br \/>\n\u00f6kologischer Anbau weiterhin garantiert wird. Nur ein gesetzliches<br \/>\nVerbot oder langj\u00e4hriges Moratorium bietet genug Sicherheit. Ein<br \/>\nfreiwilliger Verzicht, wie ihm Herr Couchepin das Wort redet,<br \/>\ngen\u00fcgt nicht!\u00bb sagte Gentech-Experte Bruno Heinzer von<br \/>\nGreenpeace.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In einem Referat vor der Internationalen<br \/>\nHandelskammer Schweiz im Juni hatte Bundesrat Couchepin Klartext<br \/>\ngeredet: \u00abDas Wort Moratorium m\u00fcssen wir vermeiden, im Interesse<br \/>\nvon Syngenta und anderen. Die Bauern m\u00fcssen verstehen, dass sie<br \/>\nDirektzahlungen wollen und darum auch Verst\ufffd\ufffdndnis f\u00fcr die andere<br \/>\nSeite aufbringen .\u00bb Dass die Schweizer Bev\u00f6lkerung f\u00fcr einen<br \/>\nsolchen Kuhhandel wohl kein Verst\u00e4ndnis aufbringen wird, zeigt eine<br \/>\nsoeben abgeschlossene LINK-Umfrage. 78 Prozent der SchweizerInnen<br \/>\n\u00e4ussern sich gegen den Anbau von Gentech-Pflanzen, rund 67 Prozent<br \/>\nunterst\u00fctzen ein Moratorium im Rahmen der Gen-Lex.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In der Herbstsession des Nationalrates soll<br \/>\n\u00fcber die GenLex beraten werden. Der Gesetzestext soll den Umgang<br \/>\nmit Gentech-Pflanzen in der Schweiz regeln. Unter anderem<br \/>\nbeinhaltet die Empfehlung der vorberatenden Nationalrats-Kommission<br \/>\nWBK auch ein f\u00fcnfj\u00e4hriges Moratorium auf den kommerziellen Anbau<br \/>\nvon Gentech-Pflanzen. Obwohl Greenpeace ein Verbot f\u00fcr alle<br \/>\nFreisetzungen von Gentech-Pflanzen fordert, bef\u00fcrwortet die<br \/>\nUmweltorganisation ein Moratorium als einen Schritt in die richtige<br \/>\nRichtung. Greenpeace erwartet von Bundesrat Couchepin, dass er das<br \/>\nWohl der Allgemeinheit endlich \u00fcber die Interessen einer Handvoll<br \/>\nGentech-Manager stellt und nicht l\u00e4nger versucht, eine<br \/>\nParlamentsmehrheit f\u00fcr ein Gentech-Moratorium zu untergraben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Bruno Heinzer, Gentech-Kampagne Greenpeace Schweiz 079 \/ 400 88<br \/>\n31 Greenpeace Medienabteilung 01 \/ 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber ein Dutzend Greenpeace-AktivistInnen haben sich heute auf dem Expogel\u00e4nde von Murten in Trachten gekleidet unter die TeilnehmerInnen des \u00abTages der Nahrungsmittelindustrie\u00bb gemischt. 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