{"id":7072,"date":"2002-03-03T00:00:00","date_gmt":"2002-03-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7072\/greenpeace-fordert-unabhaengige-untersuchung-fuer-deponien-in-muttenz-sowie-die-totalsanierung\/"},"modified":"2019-05-30T07:55:36","modified_gmt":"2019-05-30T05:55:36","slug":"greenpeace-fordert-unabhaengige-untersuchung-fuer-deponien-in-muttenz-sowie-die-totalsanierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7072\/greenpeace-fordert-unabhaengige-untersuchung-fuer-deponien-in-muttenz-sowie-die-totalsanierung\/","title":{"rendered":"Greenpeace fordert unabh\u00e4ngige Untersuchung f\u00fcr Deponien in Muttenz sowie die Totalsanierung"},"content":{"rendered":"<p><b>Es riecht nach Skandal: Eine Interessengemeinschaft der chemischen Industrie Basels, eigentlich die Auftraggeberin der Untersuchungen \u00fcber ihre eigenen Chemiem\u00fclldeponien bei Muttenz, und das Baselbieter Amt f\u00fcr Umweltschutz (AUE), eigentlich die Aufsichtsbeh\u00f6rde \u00fcber die Deponie-Untersuchungen, basteln gemeinsam an der Formu-lierung der Untersuchungsberichte herum \u2013 und kehren dabei das wesentliche unter den Tisch: die Sanierungsbed\u00fcrftigkeit der Chemiem\u00fclldeponien Feldreben und Rothausstrasse. Greenpeace fordert die Totalsanierung und eine unabh\u00e4ngige Untersuchung der Sachverhalte.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Was ist eigentlich in Basel los? Es<br \/>\nkann kaum noch von Unabh\u00e4ngigkeit gesprochen werden (vgl. BaZ vom<br \/>\n02.03.02), wenn das Baselbieter Amt f\u00fcr Umweltschutz und Energie<br \/>\n(AUE) in di-versen von der Basler chemischen Industrie dominierten<br \/>\nProjektgruppen und Steuerungsaussch\u00fcssen einsitzt und gemeinsam mit<br \/>\nden Chemiekonzernen an der Formulierung der Untersuchungsberichte<br \/>\n\u00fcber die Muttenzer Chemiem\u00fclldeponien herumbastelt. Der<br \/>\nurspr\u00fcngliche Untersuchungsbericht des Geotechnischen Institutes,<br \/>\nder gem\u00e4ss Basler Zeitung systematisch redigiert und verw\u00e4ssert<br \/>\nwurde, ist f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit nicht einsehbar. Stattdessen<br \/>\nver\u00f6ffentlichte ein von Chemievertretern dominiertes, sogenanntes<br \/>\nProjektteam einen &#171;Zusammenfassenden Bericht&#187;, der das eigentlich<br \/>\nSkandal\u00f6se verschweigt: dass mindestens zwei von drei untersuchten<br \/>\nMuttenzer Deponien einen Fall f\u00fcr eine Totalsanierung darstellen,<br \/>\nweil die Grenzwerte \u00fcberschritten worden sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Sauberes Trinkwasser und Chemiem\u00fcll vertragen<br \/>\nsich nicht. Dass die Chemiem\u00fclldeponien Feldreben, Margelacker und<br \/>\nRothausstrasse eine Gefahr f\u00fcr die Trinkwassergewinnung in der Hard<br \/>\ndarstellen, weiss man in Muttenz schon seit mehr als 40 Jahren.<br \/>\nBereits 1957 forderte die Baselbieter Finanzdirektion, dass alle<br \/>\nvon der Chemischen Industrie abgelagerten, wassergef\u00e4hrdenden<br \/>\nStoffe aus der Feldrebengrube entfernt werden sollten. Doch die<br \/>\nBaudirektion stellte sich quer die rund 13&#8217;000 Tonnen Chemiem\u00fcll<br \/>\nder Geigy und Ciba (jetzt Novartis, Ciba SC und Syngenta) liegen<br \/>\nnoch heute dort begraben. Die Chemiem\u00fclldeponien Feldreben,<br \/>\nMargelacker und Rothausstrasse bei Muttenz liegen allesamt in der<br \/>\nGrundwasserschutz-Zone Au im unmittelbaren Einflussbereich der<br \/>\nTrinkwasserfassung Hard. Die Deponien bedrohen damit das<br \/>\nTrinkwasser von 100&#8217;000 Menschen aus der Stadt und der<br \/>\nAgglomeration Basel. Obwohl in dem von den Chemiekonzernen und dem<br \/>\nKanton am 29. Januar 2002 ver\u00f6ffentlichten &#171;Zusammenfassenden<br \/>\nBericht&#187; schwerwiegende Wissensl\u00fccken, aber trotzdem mehrere<br \/>\nGrenzwert\u00fcberschreitungen einger\u00e4umt werden, ist das f\u00fcr die<br \/>\nAutoren-schaft nicht weiter beunruhigend. In ihrer Beurteilung der<br \/>\nBelastungssituation stelle sich ihnen lediglich &#171;die Frage nach der<br \/>\nHintergrundbelastung und der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse&#187;.<br \/>\nAuf gut deutsch: Entweder sind die zu hohen Werte f\u00fcr Chemie und<br \/>\nKanton demnach &#171;nur nat\u00fcrlich und normal&#187; oder sonst halt ein<br \/>\n&#171;Messfehler&#187;.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein Messfehler? Wohl kaum: Bei der Deponie<br \/>\nFeldrebengrube wurde der Grenzwert der Altlas-tenverordnung im<br \/>\nGew\u00e4sserschutzbereich Au (AltlV vom 1. Okt. 1998) f\u00fcr das<br \/>\nhochgiftige Tetrachlorethan mit 0.89 Mikrogramm Schadstoffe\/Liter<br \/>\nGrundwasser (\u00b5g\/l) weit \u00fcberschritten; dies trotz starker<br \/>\nVerd\u00fcnnung des Grundwassers mit Rheinwasser. Dieser Wert ist knapp<br \/>\ndas Doppelte des entsprechenden Grenzwertes von 0.5 \u00b5g\/l. Bei der<br \/>\nDeponie Rothausstrasse wurde der Grenzwert f\u00fcr Vinylchlorid mit 0.3<br \/>\n\u00b5g\/l gleich f\u00fcnffach \u00fcberschritten. Der Chemiem\u00fcll liegt teilwei-se<br \/>\ndirekt im Grundwasser. Deshalb ist anzunehmen, dass das<br \/>\nGrundwasser, welches die Deponie durchsp\u00fclt, im direkten<br \/>\nAbstrombereich der Deponie noch h\u00f6here Schadstoffkonzentrationen<br \/>\naufweist. Auch Ammonium \u00fcberschreitet den Grenzwert; doch um<br \/>\nwieviel, dar\u00fcber ist im Zusammenfassenden Bericht nichts zu lesen.<br \/>\nGem\u00e4ss Altlastenverordnung sind diese Deponien sanierungsbed\u00fcrftig.<br \/>\nDer giftige Chemiem\u00fcll muss ausgegraben werden!<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Greenpeace fordert mit Nachdruck eine von<br \/>\nKanton und Industrie unabh\u00e4ngige Untersuchung durch die EAWAG<br \/>\n(Eidg. Anstalt f\u00fcr Wasserversorgung Abwasserreinigung u.<br \/>\nGew\u00e4sserschutz) und der Universit\u00e4t Basel (Geologisches Institut<br \/>\nund Institut f\u00fcr organische Chemie). Wie bereits in der<br \/>\nInterpellation Halder (Landr\u00e4tin BL) formuliert, soll die<br \/>\nunabh\u00e4ngige Expertise bestehende Wissensl\u00fccken im Bereich Analytik<br \/>\nund Hydrogeologie f\u00fcllen. Die Untersuchungen sollen im Rahmen eines<br \/>\nSanierungsprogrammes geschehen und die Grundlagen f\u00fcr die<br \/>\nTotalsanierungen liefern, die aufgrund der<br \/>\nGrenzwert\u00fcberschreitungen unumg\u00e4nglich sind. Was f\u00fcr die angeblich<br \/>\ngesicherte Deponie Bonfol gilt, muss erst recht f\u00fcr die v\u00f6llig<br \/>\nungesicherten Chemiem\u00fclldeponien in der Region Basel gelten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Matthias W\u00fcthrich, Greenpeace Chemiekampagne, 01\/447 41 31<\/p>\n<p>Greenpeace Medienabteilung, 01\/ 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es riecht nach Skandal: Eine Interessengemeinschaft der chemischen Industrie Basels, eigentlich die Auftraggeberin der Untersuchungen \u00fcber ihre eigenen Chemiem\u00fclldeponien bei Muttenz, und das Baselbieter Amt f\u00fcr Umweltschutz (AUE), eigentlich die&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[44],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-7072","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","tag-chemie","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7072","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7072"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7072\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7072"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7072"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7072"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=7072"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=7072"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}