{"id":7142,"date":"2001-07-06T00:00:00","date_gmt":"2001-07-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7142\/unternehmen-machen-dampf-fuer-kyoto\/"},"modified":"2019-05-30T07:57:32","modified_gmt":"2019-05-30T05:57:32","slug":"unternehmen-machen-dampf-fuer-kyoto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7142\/unternehmen-machen-dampf-fuer-kyoto\/","title":{"rendered":"Unternehmen machen Dampf f\u00fcr Kyoto"},"content":{"rendered":"<p><b>Bonn wird in K\u00fcrze noch einmal zum Nabel der Welt. Wie fr\u00fcher, als die Stadt noch regelm\u00e4\u00dfig hohen Besuch bekam und Regierungsvertreter aus aller Welt dicke Aktentaschen mit sich schleppten. Damals wateten deutsche Parlamentarier auch schon mal mit hochgekrempelten Hosen durchs Rheinhochwasser und mussten sich fragen lassen, ob der Klimawandel noch aufzuhalten sei. W\u00e4hrend Politiker weiter mit den Achseln zucken, zeigen manche Unternehmen L\u00f6sungen auf.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Hamburg. <\/span><span class=\"text\"> Die internationale Wirtschafts- initiative &#171;e-mission 55&#187; ist innerhalb weniger Wochen zu einem Zusammenschluss von rund hundert europ\u00e4ischen, drei japanischen und zwei US-amerikanischen Unternehmen herangewachsen. Was sie alle eint, ist die Sorge ums Klima. Was sie motiviert, ist die Erkenntnis, dass man mit Umweltschutz Gewinne machen kann. Was sie \u00e4rgert, ist die Blockadepolitik der Vereinigten Staaten. Die USA produzieren die bei weitem gr\u00f6\u00dften Klima-Belastungen. Sie pusten \u00fcber ein Viertel der weltweiten Treibhausgase in die Atmosph\u00e4re. Das macht sie zur Schl\u00fcsselfigur f\u00fcr einen wirksamen Klimaschutz. Aber die US-Regierung hat angek\u00fcndigt, man werde sich nicht am Klimaschutz \u00e0 la Kyoto beteiligen. Dagegen formiert sich derzeit die einflu\u00dfreiche Allianz f\u00fchrender Wirtschaftsunternehmen. Zum Kreis von &#171;e-mission 55&#187; geh\u00f6ren die Deutsche Telekom, die Deutsche Bahn, der Otto Versand, der Versicherungskonzern Gerling und die AEG-Hausger\u00e4te. &#171;Bei uns und in anderen Unternehmen hat sich l\u00e4ngst die Erkenntnis durchgesetzt, dass Energieffizienz auf lange Sicht \u00e4u\u00dferst kosteng\u00fcnstig ist&#187;, sagt Otto Merck vom Otto Versand. Seit 1993 hat man dort den Energieverbrauch und damit den Aussto\u00df von Treibhausgasen um 48 Prozent gesenkt. Wie? Schiene und Binnenschiffe statt LKW und Flugzeuge. Und statt billigeren Airlines mit hohem Energieverbrauch nutzt der Otto Versand die Lufthansa, die sparsamer mit Treibstoff umgeht. Auch die Bahn will sparen: Zwischen 1993 und 2005 soll der Energieaufwand des Unternehmens um 25 Prozent reduziert werden. \u00c4hnliche Ambitionen hat der Verband der Deutschen Chemischen Industrie (VCI): In seiner Stellungnahme vom Mittwocch hei\u00dft es, die deutsche Chemie-Branche werde die relevanten Treibhausgase Kohlendioxid und Lachgas bis 2012 um 45 bis 50 Prozent und den spezifischen Energieverbrauch um 35 bis 40 Prozent unter die Werte von 1990 senken. VCI und &#171;e-mission 55&#187; sind sich einig dar\u00fcber, dass sich die USA aktiv am Klimaschutz beteiligen m\u00fcssen. Die ablehnende Haltung der USA zum Kyoto-Protokoll wird das zentrale Thema bei der UN-Klimakonferenz in Bonn sein. Wie am Donnerstag bekannt wurde, verk\u00fcrzt sich die Konferenz um drei Tage. Sie startet nicht, wie urspr\u00fcnglich geplant, am 16. Juli, sondern erst am 19. und geht wie vorgesehen am 27. zu Ende. In Bonn verhandeln die 170 Vertragsstaaten \u00fcber das Protokoll von Kyoto aus 1997. Dieses Protokoll verpflichtet die Industriestaaten, den Aussto\u00df der wichtigsten Treibhausgase bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent gegen\u00fcber 1990 zu vermindern. Diese Ma\u00dfnahmen sollen sp\u00e4testens Ende 2002 in Kraft treten. Um v\u00f6lkerrechtlich verbindlich zu sein, muss das Kyoto-Abkommen von mindestens 55 Staaten ratifiziert werden, auf die mindestens 55 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen entfallen. <\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bonn wird in K\u00fcrze noch einmal zum Nabel der Welt. 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