{"id":7154,"date":"2001-06-05T00:00:00","date_gmt":"2001-06-04T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7154\/atommuellexport-schweizer-parlament-muss-endlich-russisches-roulett-verhindern\/"},"modified":"2019-05-30T07:57:53","modified_gmt":"2019-05-30T05:57:53","slug":"atommuellexport-schweizer-parlament-muss-endlich-russisches-roulett-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7154\/atommuellexport-schweizer-parlament-muss-endlich-russisches-roulett-verhindern\/","title":{"rendered":"Atomm\u00fcllexport: Schweizer Parlament muss endlich Russisches Roulett verhindern"},"content":{"rendered":"<p><b>Heute hat die russische Duma definitiv den Import von ausl\u00e4ndischem Atomm\u00fcll erlaubt. Das freut die Schweizer Atomindustrie, denn sie will ihren Atomm\u00fcll nach Russland zur Wiederaufarbeitung und Lagerung schicken. Um den Deal endg\u00fcltig zu besiegeln, m\u00fcsste nun auch auf Schweizer Seite das Gesetz ge\u00e4ndert werden. Denn bisher galt der Grundsatz: Schweizer Atomm\u00fcll muss in der Schweiz entsorgt werden. Doch die Atomindustrie hat bereits angek\u00fcndigt, dass sie Exporteinschr\u00e4nkungen im Entwurf f\u00fcr ein neues Kernenergiegesetz aushebeln will. Der Gesetzesentwurf kommt in den n\u00e4chsten Monaten ins Parlament.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Moskau\/Z\u00fcrich. <\/span><span class=\"text\"> Heute hat das russische Parlament das Importverbot von ausl\u00e4ndischem Atomm\u00fcll aufgehoben. Dies, obwohl die russische Bev\u00f6lkerung sich in einer repr\u00e4sentativen Umfrage mit einer 90%igen Mehrheit gegen diesen Import ausgesprochen hat. Das Gesetz muss nun noch von der anderen Kammer, dem Oberhaus, verabschiedet und von Pr\u00e4sident Putin abgesegnet werden. Der heutige Entscheid ist ein Schritt Richtung Billig-Entsorgung f\u00fcr die Schweizer Atomindustrie: Sie will ihren Atomm\u00fcll in Russland wiederaufarbeiten und\/oder lagern lassen. Sie verspricht sich gleich vierfachen Profit: In Russland existieren praktisch keine Umweltstandards; die Kosten sind wesentlich tiefer als im Westen. Zudem gibt es kaum demokratische Mechanismen in Russland, die eine solche Lagerst\u00e4tte verhindern k\u00f6nnten. Und schliesslich kann die hiesige Atomindustrie das leidige Problem Atomm\u00fcll einfach ins Ausland abschieben &#8211; nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Dass dies auf Kosten von Mensch und Umwelt geht, interessiert offenbar nicht. Bereits heute sind gem\u00e4ss neusten Zahlen der Internationalen Atomenergie-Agentur rund 25 Prozent des russischen Gebietes radioaktiv verseucht. Im September 1998 hat die Schweizer Atomindustrie ein vertrauliches &#171;protocol of intention&#187; unterschrieben, wonach sie rund 2000 Tonnen Atomm\u00fcll nach Russland schicken will. Dabei handelt es sich rund um die H\u00e4lfte des total produzierten Schweizer Atomm\u00fclls bei einer AKW-Laufzeit von rund 40 Jahren. Damit das verantwortungslose Abschieben eines schweizgemachten Problems zu erm\u00f6glichen, lobbyiert die Atomindustrie bereits kr\u00e4ftig gegen Exportbeschr\u00e4nkungen im Entwurf zum neuen Kernenergiegesetz: Sie will nichts wissen von Exportbarrieren und sie sperrt sich mit H\u00e4nden und F\u00fcssen gegen das geplante Verbot der Wiederaufarbeitung. Bundesbeh\u00f6rden und Politiker haben sich bis anhin vornehm aus der Diskussion herausgehalten &#8211; mit dem Verweis, dass noch nichts Konkretes vorliege. Das hat sich sp\u00e4testens jetzt ge\u00e4ndert: Greenpeace fordert die ParlamentarierInnen bei der Beratung f\u00fcr das neue Kernenergiegesetz auf, das Verursacherprinzip endlich ernst zu nehmen und das Abschieben von Schweizer Problemen ins Ausland zu verhindern.<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/> Eva Geel, Greenpeace Atomkampagne 01 \/ 447 41 24 <br \/> Greenpeace Medienabteilung 01 \/ 447 41 11<br \/><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute hat die russische Duma definitiv den Import von ausl\u00e4ndischem Atomm\u00fcll erlaubt. Das freut die Schweizer Atomindustrie, denn sie will ihren Atomm\u00fcll nach Russland zur Wiederaufarbeitung und Lagerung schicken. 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