{"id":7174,"date":"2001-04-23T00:00:00","date_gmt":"2001-04-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7174\/greenpeace-legt-wachschiff-in-die-kadetrinne\/"},"modified":"2019-05-30T07:58:25","modified_gmt":"2019-05-30T05:58:25","slug":"greenpeace-legt-wachschiff-in-die-kadetrinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7174\/greenpeace-legt-wachschiff-in-die-kadetrinne\/","title":{"rendered":"Greenpeace legt Wachschiff in die Kadetrinne"},"content":{"rendered":"<p><b>Knapp vier Wochen nach der Havarie des \u00d6ltankers &#171;Baltic Carrier&#187; in der Ostsee startet Greenpeace heute das Schiff MS &#171;Godenwind&#187; zum \u00dcberwachungseinsatz in die Kadetrinne. Das Schiff wird heute von Kiel nach Rostock und anschliessend in das Seegebiet aufbrechen, wo es vier Wochen lang den Schiffsverkehr beobachten und dokumentieren wird. An Bord befinden sich 3 Lotsen, die mit Radar rund um die Uhr den Schiffsverkehr in einer der meist befahrenen und gef\u00e4hrlichsten Wasserstrassen Europas \u00fcberwachen werden.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Hamburg. <\/span><span class=\"text\"> Greenpeace wird in den n\u00e4chsten Wochen in der Kadetrinne das tun, was die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden der K\u00fcstenl\u00e4nder schon l\u00e4ngst machen m\u00fcssten, sagt Dr. Christian Bussau, Schifffahrtexperte bei Greenpeace. &#171;Bis jetzt besitzt der Hafen Rostock noch nicht einmal ein Weitbereichsradar. Die Beh\u00f6rden sind nicht in der Lage, den Seeverkehr auf der Ostsee ausreichend zu \u00fcberwachen und Gefahrensituationen rechtzeitig zu erkennen oder zu vermeiden. Verantwortlich f\u00fcr diesen skandal\u00f6sen Zustand an der deutschen K\u00fcste ist das Bundesverkehrsministerium&#187;, so Bussau. Anl\u00e4sslich der \u00d6lkatastrophe durch die &#171;Baltic Carrier&#187; wirft Greenpeace Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig vor, die Sicherheit der Schifffahrtswege str\u00e4flich zu vernachl\u00e4ssigen. Bodewig h\u00e4tte bis zur Einrichtung eines Weitbereichsradars kurzfristig eine wichtige Sofortmassnahme zum K\u00fcstenschutz in Absprache mit D\u00e4nemark umsetzen k\u00f6nnen: ein Feuerschiff vor Ort k\u00f6nnte als Verkehrszentrale, Beobachtungs- und Meldestation dienen und mit Leuchtfeuern und Nebelsignalen den Schiffen Orientierung geben. 55 000 Schiffe passieren die Kadetrinne pro Jahr. Sie bef\u00f6rdern rund 200 Millionen Tonnen Fracht, darunter 40 Millionen Tonnen \u00d6l. Die Passage ist besonders gef\u00e4hrlich, weil wegen der unterschiedlichen Wassertiefen die Durchfahrt von Schiffen mit grossem Tiefgang nur auf einer sehr schmalen Fahrrinne m\u00f6glich ist. Die Tanker erreichen Kapazit\u00e4ten von \u00fcber 100.000 Tonnen Tragf\u00e4higkeit. Trotzdem gibt es f\u00fcr Schiffe dieser Gr\u00f6sse keine ausreichenden Schlepperkapazit\u00e4ten. Noch immer fehlt der Ostsee ein Schlepper mit mehr als 110 Tonnen Pfahlzug. In den letzten zehn Jahren gab es allein in der Kadetrinne und der n\u00e4heren Umgebung 21 Schiffsungl\u00fccke. &#171;Verkehrsminister Bodewig ist mitverantwortlich f\u00fcr die j\u00fcngste Tanker-Havarie. Die Bundesregierung unternimmt seit Jahren viel zu wenig, um die Schifffahrt in der Region sicherer zu machen und die K\u00fcsten zu sch\u00fctzen,&#187; so Bussau. Greenpeace fordert eine Lotsenpflicht f\u00fcr Gefahrgut-Transporte und Schiffe mit mehr als neun Metern Tiefgang und eine Meldepflicht f\u00fcr passierende Schiffe. Ab 1.7.2002 werden dann die Regeln der Internationalen Meeresschutzorganisation IMO dieses Konzept erg\u00e4nzen. Dann werden Schiffsdatenschreiber (Black Box) und ein System zur Identifizierung von Schiffen eingef\u00fchrt. <\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Knapp vier Wochen nach der Havarie des \u00d6ltankers &#8220;Baltic Carrier&#8221; in der Ostsee startet Greenpeace heute das Schiff MS &#8220;Godenwind&#8221; zum \u00dcberwachungseinsatz in die Kadetrinne. 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