{"id":7176,"date":"2001-05-13T00:00:00","date_gmt":"2001-05-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7176\/dokumente-belegen-schweizer-atomindustrie-gibt-fiasko-bei-wiederaufarbeitung-in-sellafield-zu\/"},"modified":"2019-05-30T07:58:28","modified_gmt":"2019-05-30T05:58:28","slug":"dokumente-belegen-schweizer-atomindustrie-gibt-fiasko-bei-wiederaufarbeitung-in-sellafield-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7176\/dokumente-belegen-schweizer-atomindustrie-gibt-fiasko-bei-wiederaufarbeitung-in-sellafield-zu\/","title":{"rendered":"Dokumente belegen: Schweizer Atomindustrie gibt Fiasko bei Wiederaufarbeitung in Sellafield zu"},"content":{"rendered":"<p><b>Vertrauliche Dokumente belegen es: Die Schweizer Atomindustrie klagt die Gesch\u00e4ftspraktiken der britischen Wiederaufarbeitungsfirma BNFL an. Die Vorw\u00fcrfe, denen sich auch andere Unternehmen anschliessen, sind in Gespr\u00e4chsprotokollen festgehalten: BNFL habe nichts aus vergangenen Fehlern gelernt, strafe die Kunden mit stetig wachsenden Kosten und behindere dadurch die Konkurrenzf\u00e4higkeit der Werke. Greenpeace begr\u00fcsst das Eingest\u00e4ndnis, dass die Wiederaufarbeitung in Sellafield \u00f6konomisch unsinnig ist und fordert das Bundesamt f\u00fcr Energie auf, die k\u00fcrzlich erlaubten Transporte aus der Schweiz nach Sellafield wieder zu verbieten &#8211; die Papiere zeigen klar, dass nicht mal mehr die Atomindustrie Vertrauen in die serbelnde Sellafielder Wiederaufarbeitungsfirma hat.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">London\/Z\u00fcrich. <\/span><span class=\"text\"> Punkto Wiederaufarbeitung isst die Atomindustrie seit Jahren Kreide: In der \u00d6ffentlichkeit lobt sie jeweils \u00fcberschwenglich die Vorteile der umstrittenen Technologie. Hinter verschlossenen T\u00fcren jedoch nimmt sie den Weichzeichner raus &#8211; und enttarnt damit die eigenen Aussagen in der \u00d6ffentlichkeit als L\u00fcgen. Dies belegen vertrauliche Verhandlungsprotokolle zwischen BNFL und ihren Wiederaufarbeitungskunden Schweiz, Deutschland, Japan, Holland und Italien (die Dokumente sind in England aufgetaucht und einsehbar unter www.BritishNuclearFuels.com). Die Protokolle vom September 2000 und M\u00e4rz 2001 zeigen, wie unzufrieden die Kunden mit BNFL sind, die nach einem gravierenden Sicherheitsskandal ums \u00dcberleben k\u00e4mpft. So stellen die Kunden fest, dass die Lage kritisch werde, weil die Bereiche Wiederaufarbeitung und Verglasung eine mangelnde Performance aufweisen. &#171;I&#8217;m sure you don&#8217;t need me to tell you, that if BNFL&#8217;s under-performance continues in these areas, there could be a complete loss of confidence in all aspects of BNFL&#8217;s services.&#187; Und Heinrich Patak, Brennstoff-Experte der Elektrizit\u00e4tsgesellschaft Laufenburg, der die Schweizer Werke in den Verhandlungen mit BNFL vertritt, sagte: &#171;Schritt f\u00fcr Schritt ist BNFL zum fr\u00fcheren Verhalten zur\u00fcckgekehrt, ist uninteressiert und nicht willens zu helfen (being unresponsive and unwilling to help).&#187; Das Problem: Die Preise sind zu hoch und die Kosten nicht kontrollierbar. Die Tatsache, dass die Kosten f\u00fcr die Wiederauafarbeitung in beinahe allen Bereichen massiv \u00fcberschritten worden sind, ist f\u00fcr die BNFL-Kunden &#171;h\u00f6chst unbefriedigend und macht es uns unm\u00f6glich, unseren eigenen Brennstoff-Zyklus \u00f6konomisch zu managen&#187;. BNFL weigert sich, eine unabh\u00e4ngige Risiko-\/Kostenanalyse durchf\u00fchren zu lassen. Falls sich die Lage nicht \u00e4ndere, erw\u00e4gen die BNFL-Kunden sogar juristische Schritte. Die Papiere zeigen zudem, dass die Atomindustrie mit allen Mitteln versucht, die Kosten zu dr\u00fccken: So ist auch der Streit um den Verbleib des Atomm\u00fclls voll entbrannt. Die BNFL-Kunden wollen nicht mehr den ganzen Atomm\u00fcll in die Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckholen, sondern den schwachaktiven Abfall der englischen Bev\u00f6lkerung aufb\u00fcrden. Dass dies auf Kosten von Mensch und Umwelt in England geht, scheint die Atomindustrie nicht zu k\u00fcmmern &#8211; ebensowenig wie die Tatsache, dass dieser Handel gegen geltende englische Gesetze verst\u00f6sst. Das traurige Doppelspiel der Atomindustrie ist nun endlich \u00f6ffentlich. Die Konsequenz daraus lautet f\u00fcr die Beh\u00f6rden, die Transporte nach Sellafield endg\u00fcltig zu verbieten.<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/> Eva Geel, Greenpeace Atom-Kampagne 01 \/ 447 41 24 <br \/> Greenpeace Medienabteilung 01 \/ 447 41 11<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vertrauliche Dokumente belegen es: Die Schweizer Atomindustrie klagt die Gesch\u00e4ftspraktiken der britischen Wiederaufarbeitungsfirma BNFL an. Die Vorw\u00fcrfe, denen sich auch andere Unternehmen anschliessen, sind in Gespr\u00e4chsprotokollen festgehalten: BNFL habe nichts&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-7176","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7176"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7176\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7176"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=7176"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=7176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}