{"id":71857,"date":"2021-08-16T06:00:00","date_gmt":"2021-08-16T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=71857"},"modified":"2025-06-25T14:34:04","modified_gmt":"2025-06-25T12:34:04","slug":"warum-es-in-der-landwirtschaft-und-im-ernaehrungssystem-dringend-einen-systemwandel-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/71857\/warum-es-in-der-landwirtschaft-und-im-ernaehrungssystem-dringend-einen-systemwandel-braucht\/","title":{"rendered":"Warum es in der Landwirtschaft und im Ern\u00e4hrungssystem dringend einen Systemwandel braucht"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n<p><strong>Der traurige 13.Juni 2021 ist nun vorbei und wir befinden uns inmitten des von Hitze und St\u00fcrme gepr\u00e4gten Sommers! Die Kombination aus der Pestizid freien Schweiz und der Trinkwasser-Initiative h\u00e4tten einen Systemwandel in der hiesigen Landwirtschaft in den n\u00e4chsten 10 Jahren erm\u00f6glichen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Eine Transformation die dringend notwendig ist! Angesichts der Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise (auch in der Schweiz!) ist es notwendig, unsere Konsumgewohnheiten, sowie auch die Produktionsweisen und die damit zusammenh\u00e4ngenden Fragen zu sozialer Gerechtigkeit f\u00fcr Produzent:innen und Konsument:innen zu hinterfragen und anzupassen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum ist es dazu gekommen?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>Haupttreiber dieses klima- und umweltsch\u00e4dlichen Systems ist eine fehlgeleitete Agrar- und Ern\u00e4hrungspolitik. Damit werden einerseits die Landwirt:innen zu einer Produktionsweise gedr\u00e4ngt, deren Anpassungen und Verbesserungen sie oftmals aus der eigenen Tasche bezahlen m\u00fcssen. Andererseits wird Konsument:innen beispielsweise durch irref\u00fchrende Werbung f\u00fcr tierische Produkte das Gef\u00fchl verliehen, ein Poulet zu essen, sei v\u00f6llig in Ordnung, insbesondere dann, wenn das Fleisch aus der Schweiz komme. Sinnvoller w\u00e4re es mitzuteilen, dass wir in einer Klimakrise stecken und dass das sechste Artensterben in vollem Gang ist. Es ist also dringend, dass wir den Konsum von tierischen nicht nachhaltigen Produkten reduzieren und auch unsere pflanzliche Produktion nachhaltig und gesund f\u00fcr Mensch und B\u00f6den gestalten.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Es ist Aufgabe des Bundes, eine sozial gerechte Agrarpolitik, eine zielgerichtete Klimastrategie und den Biodiversit\u00e4tsschutz aufeinander abzustimmen und dabei Umwelt und Klima zu schonen und die Reform nicht auf dem Buckel der Produzent:innen und Produzenten auszutragen. Ein Systemwechsel in der Landwirtschaft und in der menschlichen Ern\u00e4hrung ist unausweichlich. Die Frage ist nur, ob wir diesen Wechsel selber mitgestalten oder ob wir aufgrund der massiven Auswirkungen der Klimakrise und des Artensterbens zu einer raschen Ver\u00e4nderung gezwungen werden.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Fakt ist, dass je nach Studie die Notwendigkeit einer Anpassung nicht hervorgehoben wird. Fakt ist auch, dass wir mit dem jetzigen Zustand der B\u00f6den und der Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t des Wasser in den n\u00e4chsten 10-20 Jahren Probleme haben werden resilient hinsichtlich Umweltver\u00e4nderungen zu sein. Wir k\u00f6nnten aber diese Zeit, wo zwar die alte Art und Weise der Produktion noch funktioniert, sinnvoller nutzen indem wir eine nachhaltige und&nbsp; integrierte Landwirtschaft betreiben. Denn wir wissen, wenn die Nahrungsmittelknappheit auf einmal auch nicht mehr durch Eink\u00e4ufe aus dem Ausland (wie es in diesem Jahr der Fall ist nach den St\u00fcrmen) lindern k\u00f6nnen, dann ist global schon lange eine Hungersnot vor der T\u00fcr, welche dann auch auf die Schweiz trifft. Wir k\u00f6nnen dann eventuell Nahrung im Labor z\u00fcchten, aber wollen wir das auch?&nbsp; Ich m\u00f6chte das sicherlich nicht.<br><br>Also bleibt uns nur die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten so ver\u00e4ndern, dass mit der gleichen Fl\u00e4che mehr Menschen gesund satt werden, indem beispielsweise weniger Fleisch konsumiert wird und somit mehr Ackerfl\u00e4che f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion f\u00fcr den direkten menschlichen Konsum genutzt wird. Zudem ist es den und den Akteuren in der Landwirtschaft zu erm\u00f6glichen, sich in Richtung einer nachhaltigen Landwirtschaft zu transformieren. Der Detailhandel, die Kantinen und die Privatpersonen m\u00fcssen auch den Food Waste stark reduzieren und auch mit krummen, grossen und kleinem Gem\u00fcse zufrieden sein. Vor allem braucht es aber auch die Politik, die aktiv hilft die Bev\u00f6lkerung auf die richtige Bahn zu bringen.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\"><\/div>\n<div class=\"action-divider\">\n\t\t\t<p class=\"action-divider-text\"><span class=\"dashicons-before no-icon\"><\/span> M\u00f6chtest du dich klimafreundlich ern\u00e4hren? Unser \u00abAll you can eat\u00bb-Poster illustriert den CO2-Score von 500 Lebensmitteln und passt perfekt an deinen K\u00fchlschrank.<\/p>\n\t\t<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n\t\t\t<div class=\"wp-block-button is-style-cta\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/all-you-can-eat-poster\/\" target=\"_self\">Jetzt kostenlos bestellen<\/a><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n<p>Aber nach dem 13. Juni stehen wir fast vor einem kompletten politischen Stillstand in Bezug auf das gesamte Ern\u00e4hrungssystem und somit auch zur Landwirtschaft. Nat\u00fcrlich gibt es einige politische Vorst\u00f6sse, die im Parlament diskutiert werden, aber auch dort sind die Ziele minimal angesetzt und werden die notwendige Transformation nicht erreichen. Die n\u00e4chsten wichtigen Initiativen stehen schon&nbsp; vor der T\u00fcr, aber vermutlich ist der Schweizerische Bauernverband (SBV) sich hier finanziell auch schon wieder f\u00fcr eine breit gestreute und panik-schaffende Kampagne am vorbereiten.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Der SBV ist ja sowieso ein halb trojanisches Pferd. Er wird als Vertretung der breiten Bauernschaft wahrgenommen, ist aber politisch nicht unbedingt repr\u00e4sentativ f\u00fcr die ganze Arbeitsgruppe. Genau dort liegt auch die Gefahr: der SBV positioniert sich wie wir es in der 2xJA Kampagne gesehen haben, als DIE Stimme der Landwirtschaft, vor allem auch in l\u00e4ndlichen Gebieten wo sich dann entgegen gestellte Stimmen aus der Landwirtschaft kaum trauen die eigene Meinung kund zu tun. Somit schw\u00e4cht das an eine Dampfwalze erinnernde auftreten des SBVs diejenigen, die Ver\u00e4nderungen vorantreiben wollen und hilft denen, die den status-quo in der Landwirtschaft wahren wollen, beziehungsweise auch den dahinter liegenden Industrien wie beispielsweise die Pestizidhersteller wie Syngenta oder Agrarkonzern Giganten wie FENACO.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Aber auf einen Sektor wie die Landwirtschaft m\u00fcssten wir differenzierter schauen, sei es wegen der Spezialisierung von Betrieben oder wegen regionaler Unterschiede, die ja bestimmte Formen von Landwirtschaft einfacher oder schwerer machen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Aufgabe ist komplex und s\u00e4mtliche Akteure die an der Wertsch\u00f6pfungskette beteiligt sind m\u00fcssen Hand in Hand die Transformation erm\u00f6glichen. Von der Politik \u00fcber die Produzent:innen bis hin zu Handel und Konsument:innen. Es gibt f\u00fcr alle etwas zu tun, wenn wir dieses System auf Nachhaltigkeit ausrichten wollen, die Landwirt:innen allein k\u00f6nnen das nicht und sollen das auch nicht alleine richten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum es in der Landwirtschaft und im Ern\u00e4hrungssystem dringend einen Systemwandel braucht!<\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":71882,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-71857","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71857"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121350,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71857\/revisions\/121350"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71857"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=71857"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=71857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}