{"id":7196,"date":"2001-02-11T00:00:00","date_gmt":"2001-02-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7196\/nach-schwerem-stoerfall-in-sellafield-greenpeace-fordert-stopp-aller-atomtransporte-nach-england\/"},"modified":"2019-05-30T07:59:02","modified_gmt":"2019-05-30T05:59:02","slug":"nach-schwerem-stoerfall-in-sellafield-greenpeace-fordert-stopp-aller-atomtransporte-nach-england","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7196\/nach-schwerem-stoerfall-in-sellafield-greenpeace-fordert-stopp-aller-atomtransporte-nach-england\/","title":{"rendered":"Nach schwerem St\u00f6rfall in Sellafield: Greenpeace fordert Stopp aller Atomtransporte nach England"},"content":{"rendered":"<p><b>Nachdem sich in der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield erneut ein schwerer St\u00f6rfall ereignet hat, fordert Greenpeace die Bundesregierung auf, unverz\u00fcglich alle geplanten Atomtransporte nach England zu stoppen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Sellafield\/Hamburg. <\/span><span class=\"text\"> Einem Bericht der englischen Tageszeitung &#171;Observer&#187; (Sonntagsausgabe) zufolge kam es am 26. Januar in der Atomanlage im Nordwesten Englands zu einer Panne, die katastrophale Folgen h\u00e4tte haben k\u00f6nnen. In mehreren Beh\u00e4ltern mit fl\u00fcssigen, hoch radioaktiven Abf\u00e4llen stieg demnach die Konzentration explosiver Gase wie Wasserstoff, nachdem die L\u00fcftung ausgesetzt hatte. Die Arbeiter in der Anlage nahmen die Panne zun\u00e4chst nicht ernst und reagierten erst mit zweieinhalbst\u00fcndiger Verz\u00f6gerung auf die Warnsignale. &#171;Die Explosion der Abfalltanks ist der schlimmste denkbare Unfall in einer Wiederaufarbeitungsanlage. Eine solche Explosion w\u00fcrde weite Teile Grossbritanniens radioaktiv verseuchen,&#187; erkl\u00e4rt Susanne Ochse, Energieexpertin bei Greenpeace. &#171;Wer jetzt nicht aufwacht und trotzdem weiter Atomm\u00fcll nach Sellafield liefert, dem sind die Gefahren f\u00fcr Mensch und Natur offenbar egal. Energieversorger wie E-ON, RWE oder ENBW d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger mit den Sellafield- Betreibern Gesch\u00e4fte machen.&#187; Die Beh\u00e4lter mit dem hochradioaktiven, fl\u00fcssigen M\u00fcll geh\u00f6ren zu den gef\u00e4hrlichsten Teilen der Atomanlage. Die fl\u00fcssige Masse muss st\u00e4ndig gek\u00fchlt werden, damit sich der Beh\u00e4lter nicht zu sehr aufheizt und explodiert. In den Tanks k\u00f6nnen bis zu 1500 Tonnen Atomm\u00fcll gelagert werden. Der fl\u00fcssige Strahlenm\u00fcll enth\u00e4lt rund 30mal mehr radioaktives C\u00e4sium 137 als im Kern des Ungl\u00fccksreaktors von Tschernobyl enthalten war. C\u00e4sium war einer der Hauptbestandteile der radioaktiven Wolke, die nach der Reaktorkatastrophe 1986 grosse Teile Europas verstrahlte. &#171;Das zeigt, was f\u00fcr eine Zeitbombe in Sellafield tickt&#187;, sagt Ochse. Der \u00e4lteste der insgesamt 21 Tanks ist seit mehr als vierzig Jahren in Betrieb. Im Februar 2000 hatte die britische Atomaufsicht die Betreiberfirma BNFL scharf f\u00fcr die Vernachl\u00e4ssigung der gef\u00e4hrlichen Abf\u00e4lle kritisiert und zus\u00e4tzliche Sicherheitsmassnahmen gefordert. Der j\u00fcngste St\u00f6rfall reiht sich ein in eine Serie von Pannen, Unf\u00e4llen und Sicherheitsverst\u00f6ssen in Sellafield. Nur vier Tage vor der Panne erhielt das Atomkraftwerk Neckarwestheim gr\u00fcnes Licht von der Bundesregierung, die Transporte von Atomm\u00fcll nach Sellafield wieder aufzunehmen. \u00dcber 700 Tonnen sollen laut Vereinbarung mit der Atomindustrie insgesamt noch aus deutschen AKWs nach Sellafield gebracht werden. Bundesumweltminister Trittin hatte noch drei Tage vor dem St\u00f6rfall in einem Schreiben an Greenpeace erkl\u00e4rt, er w\u00fcrde sich auf die Sicherheitsvorkehrungen innerhalb der Wiederaufarbeitungsanlage verlassen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem sich in der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield erneut ein schwerer St\u00f6rfall ereignet hat, fordert Greenpeace die Bundesregierung auf, unverz\u00fcglich alle geplanten Atomtransporte nach England zu stoppen. Sellafield\/Hamburg. 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