{"id":7204,"date":"2001-02-27T00:00:00","date_gmt":"2001-02-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7204\/wider-alle-fakten-bundesraetliche-botschaft-ist-geschenk-an-die-atomindustrie\/"},"modified":"2019-05-30T07:59:15","modified_gmt":"2019-05-30T05:59:15","slug":"wider-alle-fakten-bundesraetliche-botschaft-ist-geschenk-an-die-atomindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7204\/wider-alle-fakten-bundesraetliche-botschaft-ist-geschenk-an-die-atomindustrie\/","title":{"rendered":"Wider alle Fakten: Bundesr\u00e4tliche Botschaft ist Geschenk an die Atomindustrie"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Ausstieg zur Atomenergie ist machbar und w\u00fcrde sich aus gesamtgesellschaftlicher Sicht volkswirtschaftlich sogar lohnen. Zu diesem Schluss kommt das renommierte Forschungsinstitut Ecoplan, das im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Energie die Kosten eines Ausstiegs untersucht hat. Der Bundesrat allerdings weigert sich, diese Fakten aus dem eigenen Lager zur Kenntnis zu nehmen. Mit der heute verabschiedeten Botschaft gibt er dem Druck der Atomlobby nach und verhindert mit seiner mutlosen Haltung einen dringend notwendigen Neuanfang in der Schweizer Energiepolitik. Tenor der Botschaft: Erhaltung des Status quo und Bek\u00e4mpfung der beiden Volksinitiativen Strom ohne Atom und Moraturium plus.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Z\u00fcrich. <\/span><span class=\"text\"> Die neuen Studien zu den Ausstiegskosten zeigen, dass die Vorgaben von Strom ohne Atom und Moratorium plus volkswirtschaftlich vertretbar sind. Ecoplan h\u00e4lt in der Studie denn auch fest: &#171;Die Lichter werden bei einem vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie nicht ausgehen.&#187; Wenn man die externen Kosten f\u00fcr die Risiken eines Atomunfalls und bei der Lagerung radioaktiver Abf\u00e4lle einbezieht, kommt die Studie sogar zum Schluss, dass sich ein vorzeitiger Ausstieg aus gesamtgesellschaftlicher Optik lohnen w\u00fcrde. Kein Wunder: Bislang wurde die Haftung der AKW-Betreiber bei Unf\u00e4llen auf eine Millarde Franken beschr\u00e4nkt &#8211; den Rest muss der Staat resp. die Bev\u00f6lkerung zahlen. &#171;Den gr\u00f6ssten Teil der Schadenskosten eines Atomunfalls m\u00fcsste die Allgemeinheit \u00fcbernehmen&#187;, stellen die Gutachter von Ecoplan fest.Leider ist der Bundesrat nicht bereit, diese Resultate der eigens in Auftrag gegebenen Studie zur Kenntnis zu nehmen. Die heute ver\u00f6ffentlichte Botschaft zeigt vielmehr, dass die Regierung dem Druck der Atomindustrie nachgibt: Die Atomkraftwerke sollen unbeschr\u00e4nkt am Netz bleiben, bis allenfalls ein St\u00f6rfall sie stillegt. Von einem geordneten R\u00fcckzug aus der Atomenergie ist keine Rede mehr. Dem Bundesrat fehlt sogar der Mut, den beiden Initiativen Strom ohne Atom und Moratorium plus einen Gegenvorschlag zu pr\u00e4sentieren, der diesen Namen verdient. Dies ist ein Schlag gegen eine l\u00f6sungsorientierte Politik und wird alle Probleme, die der AKW-Betrieb verursacht, weiter versch\u00e4rfen. Zu erw\u00e4hnen ist etwa die Suche nach L\u00f6sungen in der Atomm\u00fcll-Frage. Einzig bei der Frage der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente im Ausland h\u00e4lt der Bundesrat an einem Verbot fest &#8211; allerdings ohne die laufenden Vertr\u00e4ge zu thematisieren. Es bleibt dies die einzige Konzession an die Risiken der Atomtechnologie. Die Atomindustrie und andere Wirtschaftskreise haben bereits signalisiert, dass sie alles unternehmen werden, um auch diese Einschr\u00e4nkung noch zu kippen. Denn die Kosten bei der Stillegung und bei der Entsorgung radioaktiver Abf\u00e4lle lassen sich vergleichsweise tief halten, wenn die Altlasten ins Ausland exportiert werden k\u00f6nnen. Russland beispielsweise wird die Lagerung demn\u00e4chst wohl zu Spottpreisen, aber ohne Sicherheitstandards anbieten. Die Zeche bezahlen Mensch und Umwelt.<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/> Tschoff L\u00f6w, Greenpeace Atomkampagne 01 \/ 447 41 25<br \/> Greenpeace Medienabteilung 01\/ 447 41 11<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ausstieg zur Atomenergie ist machbar und w\u00fcrde sich aus gesamtgesellschaftlicher Sicht volkswirtschaftlich sogar lohnen. 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