{"id":7206,"date":"2001-02-06T00:00:00","date_gmt":"2001-02-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7206\/patentamt-unterstuetzt-biopiraterie-von-aventis\/"},"modified":"2019-05-30T07:59:18","modified_gmt":"2019-05-30T05:59:18","slug":"patentamt-unterstuetzt-biopiraterie-von-aventis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7206\/patentamt-unterstuetzt-biopiraterie-von-aventis\/","title":{"rendered":"Patentamt unterst\u00fctzt Biopiraterie von Aventis"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Europ\u00e4ische Patentamt in M\u00fcnchen (EPA) hat heute den bereits 1993 erhobenen Einspruch mehrerer Umweltverb\u00e4nde gegen ein Patent der Firma Aventis zur\u00fcckgewiesen, das gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzensorten mit einer Resistenz gegen Unkrautvernichtungsmittel umfasst. Aventis beansprucht mit dem Patent EP 275957 &#171;Pflanzen, deren Teile und Samen&#187;, also sowohl das Saatgut als auch die Verwertung der Ernte.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">M\u00fcnchen. <\/span><span class=\"text\"> Das Patentamt begeht schamlosen Rechtsbruch, sagt Christoph Then, Greenpeace-Gentechnikexperte. Die Ablehnung der Einwendung erfolgte, obwohl das Europ\u00e4ische Patent\u00fcbereinkommen (EPUe) Patente auf Pflanzensorten ausdr\u00fccklich verbietet. Ein rechtlicher Trick ermoeglicht dennoch die Patenterteilung auf Pflanzensorten, wenn sie mehr als eine spezielle Sorte umfassen. Der Verwaltungsrat des EPA hatte 1999 die f\u00fcr das Amt nicht verbindliche EU-Biopatentrichtlinie zu seiner neuen Rechtsgrundlage erkl\u00e4rt. &#171;Durch die Ablehnung des Einspruchs sichern die Patenth\u00fcter dem Chemie-Giganten Aventis das Gesch\u00e4ft mit Saatgut und Herbizid im Doppelpack: Aventis verkauft Saatgut f\u00fcr Pflanzen, die nur bei Anwendung der eigenen Chemikalien gute Ertr\u00e4ge bringen&#187;, so Then. Am Rande der Verhandlung warnte Prof. Johnson Ekpere aus Lagos\/Nigeria eindringlich vor den Folgen der Patentierung von Pflanzen f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder. Ekpere, der die Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) in Patentrechtsfragen beraten hat, sagte: &#171;Den Afrikanern droht der Ausverkauf ihrer biologischen Ressourcen durch die Industriestaaten. Das nenne ich Biopiraterie.&#187; Weltweit gehoeren 97 Prozent aller Patente den Industriel\u00e4ndern. &#171;Das Aventis-Patent ist ein Pr\u00e4zedenzfall. Wenn diese Praxis des Patentamtes nicht gestoppt wird, werden wir bald \u00fcberall amerikanische Verh\u00e4ltnisse haben: Da m\u00fcssen die Landwirte vor der Aussaat erst einen Lizenzvertrag mit dem Patentinhaber unterschreiben. Die mittelst\u00e4ndischen Pflanzenz\u00fcchter wurden komplett verdr\u00e4ngt&#187;, sagt Then. &#171;Europa hat eine Schl\u00fcsselrolle bei der Patentierung von Lebewesen. Wenn hier die Grenzen der Patentierung fallen, zieht das einen weltweiten Dammbruch nach sich.&#187; Da auch die Interessen von Europas Landwirten und Verbraucher auf dem Spiel stehen, fordert Greenpeace, dass die EU-Patentrichtlinie vor ihrer Umsetzung in nationales Recht so \u00fcberarbeitet wird, dass sie die Patentierung von Pflanzen und Tieren ausschliesst. Schon am Donnerstag gehen die Anhoerungen \u00fcber Patente auf Pflanzen weiter: Das EPA verhandelt oeffentlich ueber Einwendungen gegen das 1995 erteilte Patent auf die bekannte Anti-Matsch-Tomate &#171;Flavr Savr&#187; der inzwischen vom US-Agrarkonzern Monsanto aufgekauften Firma Calgene. Das Patent EP 240208 umfasst nicht nur Tomaten, sondern zahlreiche andere Pflanzen wie Weizen, Orangen, M\u00f6hren, Kartoffeln, Tabak und Waldb\u00e4ume.<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Europ\u00e4ische Patentamt in M\u00fcnchen (EPA) hat heute den bereits 1993 erhobenen Einspruch mehrerer Umweltverb\u00e4nde gegen ein Patent der Firma Aventis zur\u00fcckgewiesen, das gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzensorten mit einer Resistenz gegen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-7206","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7206","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7206"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7206\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7206"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7206"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=7206"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=7206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}