{"id":7208,"date":"2001-03-06T00:00:00","date_gmt":"2001-03-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7208\/domainstreit-oil-of-elf-bleibt-gerichtlich-gesperrt\/"},"modified":"2019-05-30T07:59:21","modified_gmt":"2019-05-30T05:59:21","slug":"domainstreit-oil-of-elf-bleibt-gerichtlich-gesperrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7208\/domainstreit-oil-of-elf-bleibt-gerichtlich-gesperrt\/","title":{"rendered":"Domainstreit: &#171;oil-of-elf&#187; bleibt gerichtlich gesperrt"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Landgericht Berlin verhandelte am Dienstag in Sachen TotalFinaElf gegen Greenpeace. Zankapfel war die Domain &#171;oil-of-elf.de&#187;: Auf dieser Internetseite informierte Greenpeace \u00fcber die verheerende \u00d6lverschmutzung durch kaputte Pipelines in Russland. TotalFinaElf hatte dagegen eine einstweilige Verf\u00fcgung erwirkt. Es ging also um Meinungsfreiheit auch im Internet. Aber das Gericht entschied f\u00fcr den \u00d6lmulti.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Hamburg\/Berlin. <\/span><span class=\"text\"> Vor Beginn der Verhandlung protestierten Greenpeace-Aktivisten am Eingang des Landgerichts gegen die Vertuschungstaktik des \u00d6lmultis. Sie hatten den Mund mit Pflastern verklebt, auf denen zu lesen war &#171;zensiert durch elf&#187;. Gro\u00dfformatige Fotos zeigten die \u00d6lverseuchung durch kaputte Pipelines in Russland. Ein Transparent k\u00fcndigte an: &#171;TotalFinaElf = \u00d6lpest in Russland &#8211; Das werden wir nicht verschweigen!&#187;. Seit dem 15. Juli 2000 informierte Greenpeace unter der Adresse &#171;www.oil-of-elf.de&#187; \u00fcber die verheerende \u00d6lverschmutzung durch kaputte Pipelines in Russland: Marode F\u00f6rderanlagen verseuchen B\u00f6den, aus lecken Piplines ergie\u00dft sich \u00d6l in Fl\u00fcsse und Seen. In den russischen Erd\u00f6l-F\u00f6rdergebieten ist die Katastrophe der Normalfall: 15 Millionen Tonne \u00d6l laufen Jahr f\u00fcr Jahr aus. Die Krebsrate in den betroffenen Regionen liegt deutlich h\u00f6her als im Rest des Landes, die Lebenserwartung der Einwohner ist in den vergangenen Jahren von 61 auf 45 Jahre gesunken. F\u00fcr Greenpeace ist der \u00d6lmulti TotalFinaElf mitverantwortlich f\u00fcr die Umweltkatastrophe in den russischen \u00d6l-F\u00f6rdergebieten: Er ist einer der gr\u00f6\u00dften Abnehmer russischen \u00d6ls. Als viertgr\u00f6\u00dfter \u00d6lkonzern der Welt und Kunde der Russen hat TotalFinaElf die M\u00f6glichkeit, Einfluss auf ihre Handelspartner zu nehmen. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter, am 16. Januar diesen Jahres, versuchte TotalFinaElf diese Berichterstattung gerichtlich zu verhindern. Die Begr\u00fcndung: Eine Irref\u00fchrung der Internet-Nutzer, da Verwechslungsgefahr mit der Homepage von TotalFinaElf bestehe. Am 18. Januar erreichte TotalFinaElf eine einstweilige Verf\u00fcgung. &#171;TotalFinaElf geht es in Wahrheit gar nicht um das Namensrecht. Der Konzern will einfach unliebsame Informationen \u00fcber seine Gesch\u00e4ftspraktiken aus dem Netz verbannen&#187;, so J\u00f6rg Feddern von Greenpeace. &#171;W\u00e4re &#8218;\u00dcber das \u00d6l von elf&#8216; eine Zeitungs\u00fcberschrift oder ein Buchtitel, w\u00fcrde niemand auf die Idee kommen, den Autor zu verklagen. Meinungsfreiheit muss auch f\u00fcr das Internet gelten. Greenpeace l\u00e4sst sich keinen Maulkorb verpassen.&#187; Greenpeace wird gegen das Urteil unverz\u00fcglich Berufung einlegen und notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht gehen. Bis zu einer endg\u00fcltigen Entscheidung pr\u00e4sentiert Greenpeace die Inhalte weiterhin unter &#171;www.zensiert-durch-elf.de&#187;.<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landgericht Berlin verhandelte am Dienstag in Sachen TotalFinaElf gegen Greenpeace. 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